Zelebration am Meer

2016-08-01 10.20.34Schon immer habe ich davon geträumt Richtung Meer zu zelebrieren. In meinem heurigen Sommerurlaub ging dieser Wunsch in Erfüllung. Ich hatte Balkon mit Meerblick und was gibt es Schöneres, als den Herrn am Meer zu lobpreisen?

Gerade hat mich Pater Thomas gefragt, was ich alles gesehen hätte. Ich muss zugeben, ich habe die meiste Zeit einfach nur am Strand verbracht; in die Weite schauend, die Wellen hörend und Sonne und Wind im Gesicht.

Am Schönsten waren natürlich die Sonnenuntergänge. Der Ostseeurlauber zelebriert das. Man steht am Meer, der eine mit Tschik, der andere mit einem Glas Wein wieder ein anderer mit einer Staffelei in den Händen. Und irgendwo dazwischen: ich mit meinem Stundenbuch in der Hand.

Wie groß ist deine Güte, die du bereithältst denen, die dich fürchten, die du denen erweist, die sich bei dir bergen vor den Menschen. (Psalm 31,20)

Schlechtwettermönche

Grabneralm Juli 2016Dieser Sommer hat halt keine 30 Sonnentage am Stück. Viele stürmische und kalte Regentage schieben sich dazwischen. Da muss man dann den Urlaubstag entweder im Stiftsmuseum verbringen (bei Regen ist das Museum überlaufen) oder trotzdem auf den Berg gehen. Das haben wir am Montag gemacht. Es war mittelprächtig angesagt, aber in Wirklichkeit zum Davonlaufen. Diese Gatschtour wird mir immer in Erinnerung bleiben. Der Vorteil: Die Käsenockerln auf der Grabner Alm haben doppelt gut geschmeckt und die kurzen Sonnenstrahlen erfreuten uns ganz besonders. Bei gutem Wetter Berggehen <– das kann doch jeder.😉

Im Kloster ist die Wetterprognose oft auch nicht so rosig. Preiset den Herrn für die Seele, die in Treue zum Gebet eilt.

Hört man das Zeichen zum Gottesdienst, lege man sofort alles aus der Hand und komme in größter Eile herbei. (RB 43,1)

Vielleicht ist es im Kloster wie im Urlaub: Bestimmte Durststrecken kann man nur gemeinsam überbrücken und dann freut man sich umso mehr, wenn man sich gegenseitig ermutigt hat, doch etwas zu tun.

Grabneralm Juli 2016

Halleluja – da hat´s Ratsch – Bumm gemacht

Triebental auf dem Weg zurück von der Bergmesse im Triebentallager
In der Mitte Leopold Loizl (Alpenverein, Sektion Trieben), Frater Thiemo und vorne ich

Bei diesem Wetter fand die Triebentallagermesse im Gemeinschaftszelt statt. Nach der Heiligen Messe mit Gitarrenbegleitung, Messtexten des Festes Maria Heimsuchung und meiner Stola, wo der Barmherzige Jesus drauf ist, machte mich eine Begleiterin drauf aufmerksam, dass sie noch Fürbitten vorbereitet hatten. Die haben wir dann halt noch dran gehängt. Und damit wir ein lobpreisendes Ende haben, entschloss ich mich spontan mit den Kindern und Jugendlichen das Halleluja – Preiset den Herrn zu singen. Dabei stehen die jeweils Singenden. Die Mädels bei „Preiset den Herrn“ und die Buben und Burschen bei „Halleluja“. Der erste Durchgang war schon recht gut und sie haben ordentlich mitgesungen. Der zweite Durchgang war dann für die Untergrundkonstruktion des Zeltes zuviel. Als sich zum Schluss alle begeistert hinsetzten hat es Ratsch – Bumm gemacht und ein Balken, der die Paletten trägt, ist durchgekracht. So wird mir diese vierte Heilige Messe, die ich mit der Jugend des Alpenvereins feiern durfte, in ewiger Erinnerung bleiben. Halleluja – Preiset den Herrn.

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Triebentallager
Triebentallager 2013 (Bericht meinbezirk.at)

Hemmatag 2016 in Admont

Pontifikalamt am Hemmaaltar in der Stiftskirche AdmontIm nördlichen Seitenschiffs des Admonter Münsters befindet sich der Altar der heiligen Hemma. Wir verehren die Kärntner Landesmutter als unsere Gründerin. Heute in der Früh feierte dort unser Abt mit uns ein Pontifikalamt. Für mich ist es eine erhebende Sache, wenn man auch von der Seite die Größe und Schönheit der neugotischen Stiftskirche erleben kann. Von oben erklangen Orgel und Stimme unseres Stiftsorganisten Thomas Zala.

Unsere Kirche ist geprägt von vielen Frauen, die schwere Schicksalschläge erleiden mussten und trotzdem ihr Lebenslied der Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes gesungen haben: Maria Magdalena, Hedwig, Elisabeth und last but not least Hemma.

Schon am Vorabend des Hemmatages feierten wir gemeinsam mit unserm Abt Bruno dessen Goldene Profess. Wir sangen die lateinische Vesper, in der der Herr Abt seine Profess erneuerte. Auf dem Tisch lag ein Reliquiar der heiligen Hemma.

Goldene Profess unseres Herrn Abtes am Vorabend des Hemmafestes

verwandte Links:

Hemmalied von Peter Gerloff
Hemmapredigt von Abt Bruno 2012
Heilige Hemma von Gurk – Ein Beitrag von Stefan Quilitz auf domradio.de (audio)
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selbstverständlich

Wenn ein Brite sein fünf Wodka an der Bar des all-inklusive-Hotels bestellt, ist es für ihn selbstverständlich, dass er das kleine Wörtchen „please“ hinterherschiebt. (Ich rede jetzt nicht von der Masse der breiten Briten, sondern von der breiten Masse der Briten.)

Wenn Sebastian Kurz von der Europäischen Union redet, dann ist das europäische Projekt für ihn eine Selbstverständlichkeit.

  • Heute im Evangelium geht es auch um Selbstverständlichkeiten. Im Guten wie im Bösen. Es ist doch selbstverständlich, dass die Samariter, die israelischen Wallfahrer hassen.
  • Es ist selbstverständlich, dass die Donnersöhne den Samaritern Hagel und Feuer wünschen.

Und dann sind da so moralische Gebote, gegen die doch eigentlich keiner was haben kann:

  • Es ist doch selbstverständlich, dass man seine nächsten Angehörigen bestattet.
  • Es ist doch selbsterverständlich, dass man sich, wenn man länger oder für immer weg ist, von seinen Lieben verabschiedet.

In diesem kurzen Evangelium wird die Radikalität des Evangeliums deutlich. Radikal im Sinne des lateinischen Wortes „radix“ – Wurzel.

HeiligenblutAlles wird ausgerichtet am Reich Gottes. Es geht nicht darum, dass ich jetzt mal eben Lust auf Nächsten- und Gottesliebe habe, sondern das ist mir so in Fleisch und Blut übergangen, dass ich gar nicht anders kann.

So wie die Samariter und Juden sich gegenseitig gehasst haben, kann ich gar nicht anders, ich muss meinen Mitmenschen lieben. Diesem selbstverständlichen Hass setzen wir die selbstverständliche Liebe gegenüber. Oder der selbstverständliche Gottvergessenheit setzen wir den selbstverständlichen Gottesdienst gegenüber.

 Nichts anderes ist es übrigens, wenn man aus den Sakramenten lebt. Durch die Taufe sind wir Kinder Gottes. Wir sind durch IHN geprägt und haben Christus Jesus angezogen. Ja dann verhalten wir uns halt auch so. Das heißt, wir sind frei in unserm Handeln, nicht gezwungen, aber geprägt. 

Die Liebe zum letzten Platz

Gestern Abend konnte ich von den Österreichern eine benediktinische Tugend lernen: Die Liebe zum letzten Platz. Bei der Europameisterschaft haben sie Unentschieden gegen Portugal gespielt und damit ihren ersten Punkt gemacht und sie sind überglücklich. Diese Freude über das Wenige und Geringe fasziniert mich. Preiset den Herrn, der uns durch seine Armut sooooo reich macht. 

Ich schaffe es nicht, mich selbst zu retten; wie soll ich da die ganze Welt retten?

image„Ich schaffe es nicht, mich selbst zu retten; wie soll ich da die ganze Welt retten?“, so sprach der heilige Coelestin bei seiner Wahl zum Papst. Ähnlich haben sich wohl auch der Prophet Jesaja, Papst Gregor oder Papst Benedikt bei ihrer Erwählung zum höchsten Amt gefühlt. Gott hat ihr Leben mit Seinem Ruf und Auftrag in ganz andere Bahnen gelängt, als wie sie es geplant hatten.
Für mich zeigt diese klare Linie zwischen dem Rücktritt Coelestins und dem Rücktritt Benedikts, wie sehr Beispiel und Fürsprache eines Heiligen andauern. 719 Jahre liegen zwischen den beiden Rücktritten. Und doch wäre der Rücktritt Benedikts ohne Coelestins nicht denkbar.
Mönche zur Zeit Coelestins und viele Konservative in unserer Zeit fühlten sich durch den jeweiligen Amtsverzicht verlassen und dachten, „ihre Kirche“ wäre mit „ihrem Papst“ in bessere Gewässer gefahren. Aber glauben wir denn, dass Gottes Geist aufhört in UNS (Seiner Kirche) zu wirken? Glauben wir denn, das Beispiel und die Fürsprache der Heiligen lässt sich irgendwie zeitlich oder räumlich einsperren? Tun wir weiter unsere Pflicht als einfache Arbeiter im Weinberg des HERRN und schauen wir auf den Gekreuzigten, denn ER ist es, dem wir nachfolgen.
Preiset den HERRN, der Uns Hirten schenkt, die nicht machtgeil und eitel sind.

verwandte Links:

4 1/2 Min Video, in dem Klaus Schatz SJ von Coelestin V. erzählt
BENEDIKT XVI. AN DIE PILGER AUS DEUTSCHLAND am 25. April 2005
Tagesgebet am Gedenktag des heiligen Coelestins V.
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