Erstprofess in Admont

Erstprofess der Fratres Alexander und RupertAm 22. September haben zwei Fraters (Frater Alexander und Frater Rupert) in die Hände von Abt Gerhard ihre erste Profess abgelegt. Sie binden sich damit nach einem Jahr Noviziat für drei Jahre an die klösterliche Gemeinschaft. Dann findet meist die Feierliche Profess statt, wo sich der Mönch für sein ganzes Leben an die klösterliche Gemeinschaft bindet.

Stichwortartige Wiedergabe der Predigt von Abt Gerhard aus Anlass der  Zeitlichen Profess der Fratres Alexander und Rupert am 22. September 2018.

Mitschrift Pater Ulrich

Abt Gerhard zitiert aus seiner Predigt zur Einkleidung. Ihr seid nervös, ich bin es auch. Damals eure Einkleidung und meine erste Einkleidung als Abt. Heute eure Erstprofess und meine erste Profess, die ich als Abt abnehmen darf.
Was heisst es die Profess abzulegen und Benediktiner in Admont zu sein? Lobpreis, Gottsuche, auf Christus hören und schauen, eine Provokation (Ja, es gibt noch junge Männer, die hier eintreten), da sein für Gott und die uns anvertrauten Menschen, wir sind keine Männer-WG, sondern eine klösterliche Gemeinschaft.
Jeder Admonter Mönch verspürte den Ruf sein Christsein hier zu leben. Benediktiner von Admont sind eine Lebensgemeinschaft und eine Glaubensgemeinschaft.

Et sollicitudo sit si revera Deum quærit, si sollicitus est ad opus Dei, ad oboedientiam, ad obprobria. (RB 58,7. Deutsche Übersetzung: Man achte genau darauf, ob der Novize wirklich Gott sucht, ob er Eifer hat für den Gottesdienst, ob er bereit ist zu gehorchen und ob er fähig ist, Widerwärtiges zu ertragen. )

Obprobrien gibt es allemal.
Anekdote. Wie einmal ein Bruder gesagt hat: „Meine Aufgabe ist es, den anderen Brüdern ein Obprobrium zu sein.“
Das Leben in Admont ist geprägt vom Inhalieren des Psalmen. (Hier Dank an Pater Novizenmeister und Pater Prior).

Die drei klösterlichen Gelübde:

Gehorsam: Auf Gott hören. Es zählt nicht der reine Eigenwille. Vielmehr gilt es ein Hörender zu sein.
Klösterlicher Lebenswandel: Es ist nicht das Materielle, das uns erlöst. Wir wollen als Mönche dem dienen, dem Anbetung gebührt, dem dreifaltigen Gott. Wir sind keine Einsiedler und erst recht keine Eigenbrötler. Es ist für einen Mönchen zu wenige, wenn er sagt, „Ich fühle mich mit der Gemeinschaft verbunden.“ Das wäre wie wenn Gott sagen würde: „ ich glaube, ich sollte Mensch werden.“ ER IST Mensch geworden. Genauso gilt es für uns Tag für Tag die Prioritäten entsprechend zu setzen: Gebetsgemeinschaft, Mahlgemeinschaft, in den Aufgaben des Alltags Gemeinschaft mittragen.
Beständigkeit in der Gemeinschaft: Der Großteil der Brüder bleibt einem ein Leben lang erhalten. Man kann darauf antworten: „Gott sei Dank“ oder „Um Himmels willen.“

Alexander und Rupert sind unkompliziert und bodenständig. Mit ihnen gibt es keine Schwarz-Weiß-Malerei, sondern sie verkörpern die Buntheit des Lebens.
Mit Alexander scheint der weißblaue Himmel Bayerns auch in Admont. Beide Brüder bringen so viele Begabungen in unseren Konvent. Abt wünscht zum Schluss der Predigt: Lebt mit Freude und Begeisterung euer Benediktinersein. Seit Menschenfischer. Viel Kraft und Gottes Segen.

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Die Bergmesse findet bei jedem Wetter statt

Wenn man bei 7 Grad Celsius und totalem Nebel sich aufmacht, um eine Bergmesse zu feiern, erwartet man oben auf der Alm nicht gerade viele Leute. Nicht so am Sonntag (26. August 2018) in Ardning, wo sich viele trotz des ungemütlichen Wetters viele auf den Weg gemacht haben.

Bergmesse auf der Ardning Alm
bei leichtem Regen von zwei Männer der Bergwacht umgeben

Bergmesse auf der Ardning Alm

So standen wir dann alle im leichten Regen da. Die hatten mir zwar extra einen Schirm aufgestellt, aber den habe ich abgelehnt, da man dann das Kreuz nicht gescheit gesehen hätte. (weitere Fotos: der Pater in den Bergen)

update: 04.09.2018: Natürlich kann nicht jede Bergmesse bei jedem Wetter stattfinden. Wenn es wie in Ardning um eine Alm geht, die (für Interne) auch mit dem Auto erreichbar ist, dann kann die Messe „bei jedem Wetter“ stattfinden. Aber, wenn das Gelände abschüssig ist und durch andauernde Regenfälle rutschig, dann wird die Messe gottlob rechtzeitig abgesagt. So ist es mir am vergangenen Sonntag in Kallwang geschehen.
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Prophetenmord im Kloster

Heuer im Herbst erscheinen die neuen Lektionare. – Das sind die großen Bücher aus denen wir immer in der Heiligen Messe die Lesungen aus der Bibel vortragen. Dann in der Einheitsübersetzung 2016. Ich muss sagen, dass ich mich drauf freue. Das Schriftbild ist modern und leserlich. Die Übersetzung näher am ursprünglichen Text (Hebräisch und Griechisch).

Wir lesen ja Sonntag für Sonntag aus dem Lektionar (im Dreijahresrythmus) und auch werktags gibt es entsprechende Texte (im Zweijahresrythmus). Mit dem 1. Adventsonntag beginnt dann nach dem jetzigen Markusjahr das Jahr des Evangelisten Lukas (Lesejahr C).

Abgesehen von verschiedenen Festen, wechselt die Lesung also Jahr für Jahr. Der Grund dafür liegt im 2. Vatikanischen Konzil. Zitat aus dem Text über den Gottesdienst:

„Auf dass den Gläubigen der Tisch des Gotteswortes reicher bereitet wird, soll die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan werden, so dass innerhalb einer bestimmten Anzahl von Jahren die wichtigsten Teile der Heiligen Schrift dem Volk vorgetragen werden.“ (SC 51)

Und die dann geschaffene Leseordnung hat dann eben den Vorteil, dass man die Schrift besser kennenlernt. Das man vielleicht auch animiert wird, zu Hause mal weiter zu lesen.

Heiliger Benedikt von Nursia - gesegnet

In den letzten zwei Wochen haben wir in Admont mehrere kleine und große Propheten getötet. Natürlich ist kein Blut geflossen. Aber da waren so kleine und große Gedenktage, die man gefeiert hat und jedes Mal hat man dann die Texte des Tagesheiligen genommen. Prophet Amos – tot. Prophet Jesaja – tot.

Die Priester und Laien halten oft nicht viel von dieser fortlaufenden Lesung und durchbrechen sie.

Das hat was damit zu tun, dass man sich vom Schriftwort nicht anstecken lassen will. Dass man lieber einen blumigen Jesaja hört, statt einem kantigen Text, der mich doch viel eher zum Nachdenken bringt.

Ich möchte heute eine Lanze brechen für die kleinen Propheten. Für die vielen Kapitel in den Paulusbriefen und den großen Propheten, die wir noch nicht gehört haben.

Der Leser sagt ja immer nach dem Vortrag „Wort des lebendigen Gottes.“ Das Wort ist wirkmächtig. Da tut sich was. Da geht was weiter in meiner Beziehung zu Gott.

Ich muss zugeben, vielleicht ist das mein Steckenpferd.

Oder besser: Vielleicht will der Herrgott, dass ich darauf besonders hinweise und diesen Aspekt unseres Glaubens so vertiefe. Vielleicht ist das mein Weg zu Gott, dass ich tagtäglich die Lesungen des Tages betrachte und dieses Wort Gottes an mir wirkt.

Sind wir nicht Christen? Hat nicht jeder von uns seine eigene Berufung, sich in der Kirche und der Welt einzusetzen.

Und sagen Sie jetzt nicht, was soll ich schon tun. Ich bin alt. Mich mag keiner.

Zitat Philippus heute im Evangelium: „ein Bub hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele!“

Das wenige ist eine ganze Menge und verändert das Gesicht unserer Erde. Amen.

Bergmessen im Juli 2018

Gleich zwei Mal durfte ich in die Berge, um dort eine Heilige Messe zu Feiern. Am 13. Juli war ich beim ÖAV-Lager im Triebental und am 21. Juli auf der Kroisnalm (unterhalb der Ennstaler Hütte). Da kommen dann Leute in die Messe, die sonst nie kommen, aber auch auf viele bekannte Gesichter trifft man.

der Pater und seine Buttermilch
nie ohne meine Buttermilch

Almmesse Kroisnalm

Heiliger Arjen und heiliger Liam

Bei den Namen, die Eltern ihren Kindern geben, schaue ich vor der Taufe immer, ob es denn auch irgendeinen Heiligen gibt, der so oder ähnlich heißt. Natürlich werde ich immer fündig. Am Heiligenkalender orientieren sich die Eltern natürlich meistens wenig. Da geht es dann eher um berühmte Sängerinnen, Schauspieler oder Sportler. So durfte ich etwa vor drei Jahren einen Arjen taufen oder am Samstag einen Liam. Ich habe dann mal die heutigen Stars mit den Heiligen verglichen. Gegenüber den Heiligen sind sie dann doch vergleichsweise Leichtgewichte.

 Arjen Adrianus von Nikomedien Liam william Taufe

Nuntius Zurbriggen an den Münchner Kardinal

Ich bin traurig und beschämt, dass in einem Nachbarland, wo Kreuze errichtet werden, ausgerechnet Bischöfe und Priester kritisieren müssen; das ist eine Schande. Das darf man nicht annehmen. (Exzellenz Dr. Peter Zurbriggen am 30. April in Heiligenkreuz)

Quelle:
Video „Dankesfest aus Heiligenkreuz“ 153min, Zitat des Nuntius etwa bei 51min

verwandte Links:
Der Kreuzknappe berichtet über das Zitat des Nuntius
Die Presse vom 13.04.2018: Kreuze an Uni abgehängt: Papst-Botschafter rügt Österreichs Kirche
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9 Jahre und immer noch dabei

Neun Jahre liegt meine feierliche Profess zurück und wenn ich mir dieses Video (in 2009er Qualität) anschaue, dann kommen Erinnerungen an die vielen Mitfeiernden:

  • manche haben voll abgespeckt (ich nicht).
  • viele sind verstorben.
  • manche sind Äbte geworden.
  • manche haben den Orden verlassen.
  • einer (der Gäste) sitzt im Gefängnis.
  • einer ist in unsere Gemeinschaft eingetreten. 🙂
  • einer hat die Una Sancta verlassen.
  • manche haben inzwischen Kindern das Leben geschenkt.

Nächste Woche haben wir unsere Konventexerzitien; da werden wir auch unsere Gelübde erneuern. Das will ich auch und…

… an Gottes Barmherzigkeit niemals verzweifeln. (RB 4,74)

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