Glocken des Friedens

Mölln (Mecklenburg) Kirchenglocke 2010-07-20 149Ich liebe es ja, vor Schülern zu stehen (oder wie heute auf dem Boden zu sitzen) und ihnen Fragen zu stellen, auf die ich selber keine fixe Antwort weiß. Heute habe ich bei der Adventkranzsegnung die Kinder der Volksschule Sankt Gallen gefragt, was Glocken denn mit Weihnachten zu tun haben. Viele Kinder haben geantwortet, dass die Eltern bzw. das Christkind mit einer Glocke läutet, wenn Bescherung ist. Und daran kann ich mich in der Tat auch noch erinnern… Doch dann kam ein Bub, der verbindet mit den Glocken tatsächlich FRIEDEN und HOFFNUNG. Das hat mir voll getaugt. Und da habe ich mich an das Ende des Weihnachtsevangeliums erinnert, wo der Engel den Hirten verkündet: FRIEDE den Menschen seiner Gnade.

Schwerter zu Pflugscharen

Letzte Woche gab es in Israel zahlreiche Waldbrände. Inzwischen sind die Feuer gelöscht. Das Schlimme daran war, dass viele Menschen im Internet ihre Freude über diese Katastrophe zum Ausdruck brachten. Und da hat tatsächlich auch einer meiner Facebook-Freunde gepostet: Gott möge die Juden verbrennen – jetzt und im Jenseits (in der Hölle). Ich war schockiert. Habe etwas dagegen drunter geschrieben. Man kann doch Menschen nicht den Tod wünschen und was wäre das für ein Gott? Der Kerl hat meinen Kommentar erst mal gelikt und mir dann ne Privatnachricht geschrieben. Inzwischen hat er tatsächlich alle seine Hasspostings gelöscht und will sich mit mir treffen.

Bundesarchiv Bild 183-1990-1029-014, Erfurt, vor Kaserne, "Schwerter zu Pflugscharen"Ich will den Mann nicht bekehren. Ich weiß auch gar nicht, ob es möglich ist, so einen abgrundtiefen Hass, der in die Seelen junger Kinder eingepflanzt wurde, wieder raus zu bekommen. Die heutige Lesung aus Jesaja vertraut darauf, dass man dieses System des Hasses, der Gewalt, wo nur der Stärkere siegt, dass man dieses System überwinden kann.

Heute kämpft man nicht mehr mit Schwertern; und Pflugscharen gibt es zwar noch, aber die sehen heute auch anders aus als vor 2.500 Jahren.

Über 1,7 Billionen US-Dollar werden jährlich weltweit in die Rüstung gesteckt. Mit Hass kann man also richtig viel Geld verdienen.

Und dann gibt es aber noch ein Schwert, dass jeder von uns hat. Es ist das Schwert des Wortes. Ich kann den andern damit verletzen. Genauso kann ich das Schwert aber auch gegen mich selbst wenden, wenn ich mich nicht mag und sich mein Hass gegen mich selbst wendet.

Der Prophet redet von Pflugscharen. Das ist etwas Produktives. Da kann was wachsen, wenn die Erde vom Pflug gelockert wurde. Nutzen wir diese Adventzeit für etwas Gutes. Rüsten wir ab, wenn es um unsere eigenen Waffen geht – die Waffen gegen den, den ich nicht mag und die Waffen gegen mich. Machen wir was Produktives.

(Auf Frieden sinnen, bei sich beginnen)

tschüss, Totenmonat

The Rain in Admont Jetzt haben wir uns mal genug mit dem Tod beschäftigt: Bei Tisch reden wir von Bruder Tod, als ich jetzt im Hessenland war habe ich auch meine lieben verstorbenen Verwandten auf dem Friedhof besucht und jetzt im November ist auch unser Pater Remigius gestorben.

Dennoch sei zum Schluss noch dieser Link erlaubt; die Fotographen Sebastian Köpcke + Volker Weinhold haben den Bergsteigerfriedhof Johnsbach besucht und ein paar Eindrücke mitgenommen. Guckst du hier.

Jetzt freue ich mich auf den Advent, wo wir das neue Leben erwarten.

Martin, Begründer des abendländischen Mönchtums

Mainz Kaiserdom St. Martin bei Nacht 8
Mainz Kaiserdom St. Martin bei Nacht
Eine sehenswerte Reportage auf arte über den heiligen Martin, der heuer seinen 1700. Geburtstag feiert. Martin von Tours ist nicht nur der Patron der Diözese Eisenstadt, sondern auch der Patron meiner Heimatdiözese Mainz. Und frei nach dem schweizerischen „Wer hat´s erfunden?“ Sorry, heiliger Benedikt, aber das Mönchtum im Abendland hat der heilige Martin erfunden.

 

Im Bericht kommt auch mehrmals der Wiener Kirchenhistoriker Thomas Prügl zu Wort.

arte-Mediathek: Sankt Martin – Soldat, Asket, Menschenfreund (52min)

neuer Glanz für Kirchenpatron

Heiliger Blasius, Patron des Stiftes AdmontDer heilige Blasius steht nicht nur erhaben in der Apsis unserer Admonter Stiftskirche, sondern er thront auch über dem Hauptportal. Ein Admonter Steinmetz verhalf ihm in der letzten Woche zu neuem Glanz. Die spätgotische Stiftskirche wird jährlich von außen überprüft und regelrecht abgeklopft, damit niemandem etwas auf den Kopf fällt.

Herr, unser Gott, erhöre dein Volk, das am Tag
des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius zu dir ruft.
Bewahre uns vor Krankheit und Schaden in diesem zeitlichen Leben und hilf uns in aller Not, damit wir das ewige Heil erlangen. (Tagesgebet am Hochfest des heiligen Märtyrerbischofs Blasius)

Heiliger Blasius, Patron des Stiftes Admont

Zelebration am Meer

2016-08-01 10.20.34Schon immer habe ich davon geträumt Richtung Meer zu zelebrieren. In meinem heurigen Sommerurlaub ging dieser Wunsch in Erfüllung. Ich hatte Balkon mit Meerblick und was gibt es Schöneres, als den Herrn am Meer zu lobpreisen?

Gerade hat mich Pater Thomas gefragt, was ich alles gesehen hätte. Ich muss zugeben, ich habe die meiste Zeit einfach nur am Strand verbracht; in die Weite schauend, die Wellen hörend und Sonne und Wind im Gesicht.

Am Schönsten waren natürlich die Sonnenuntergänge. Der Ostseeurlauber zelebriert das. Man steht am Meer, der eine mit Tschik, der andere mit einem Glas Wein wieder ein anderer mit einer Staffelei in den Händen. Und irgendwo dazwischen: ich mit meinem Stundenbuch in der Hand.

Wie groß ist deine Güte, die du bereithältst denen, die dich fürchten, die du denen erweist, die sich bei dir bergen vor den Menschen. (Psalm 31,20)

Schlechtwettermönche

Grabneralm Juli 2016Dieser Sommer hat halt keine 30 Sonnentage am Stück. Viele stürmische und kalte Regentage schieben sich dazwischen. Da muss man dann den Urlaubstag entweder im Stiftsmuseum verbringen (bei Regen ist das Museum überlaufen) oder trotzdem auf den Berg gehen. Das haben wir am Montag gemacht. Es war mittelprächtig angesagt, aber in Wirklichkeit zum Davonlaufen. Diese Gatschtour wird mir immer in Erinnerung bleiben. Der Vorteil: Die Käsenockerln auf der Grabner Alm haben doppelt gut geschmeckt und die kurzen Sonnenstrahlen erfreuten uns ganz besonders. Bei gutem Wetter Berggehen <– das kann doch jeder.😉

Im Kloster ist die Wetterprognose oft auch nicht so rosig. Preiset den Herrn für die Seele, die in Treue zum Gebet eilt.

Hört man das Zeichen zum Gottesdienst, lege man sofort alles aus der Hand und komme in größter Eile herbei. (RB 43,1)

Vielleicht ist es im Kloster wie im Urlaub: Bestimmte Durststrecken kann man nur gemeinsam überbrücken und dann freut man sich umso mehr, wenn man sich gegenseitig ermutigt hat, doch etwas zu tun.

Grabneralm Juli 2016