Generalkapitel 03

Wahlen in der Kirche sind auch immer mit innigem Gebet verbunden. Ich hatte Freunde, die haben immer vehement geleugnet, dass kirchliche Wahlen irgendwas mit Heiligem Geist zu tun haben; inzwischen haben diese Freunde den Orden beziehungsweise die Kirche verlassen…

Viermal am Tag treffen wir uns beim Generalkapitel zum Gebet. Wir bilden also auch eine Gebetsgemeinschaft. Abt Johannes von den Schotten hat die Liturgie vorbereitet. Heute (Mittwoch) werden der neue Abtpräses und das Präsidium gewählt. Vorher feiern wir die Messe zum Heiligen Geist. Singen das Veni Creator. Und gewählt wird…

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Generalkapitel 01

Die österreichische Benediktinerkongregation ist ein lockerer Klosterverbund und besteht aus zwölf Abteien und zwei Priorate. Geleitet wird sie vom Abtpräses, der vom Generalkapitel gewählt wird. Seit Sonntag tagt das Generalkapitel in Frauenwörth.

Die Lateinische Vesper am Sonntag war beeindruckend – links saßen die Herren und rechts die Frauen. Fast zeitgleich zur Vesper in Admont sangen wir die selbe lateinischer Vesper in Frauenwörth. Nur halt viel leiser sein und sanfter. Äbte und Patres, die sich zurücknehmen.

Der Montagvormittag wurde von Abtpräses Jeremias Schröder gestaltet. Hier ging es zum Beispiel um das Thema Transformation.

Aktuelles Fotoalbum (Stand 22.10.2017)

Kongregationswallfahrt 2017

Kongregationswallfahrt 2017
Kongregationswallfahrt 2017

Am Pfingstdienstag treffen sich die Österreichischen Benediktiner alle zwei Jahre zu ihrer Kongregationswallfahrt. Heuer besuchten wir das Stift Kremsmünster, wo auch die Landesgartenschau stattfindet.

An die 100 Benediktinerinnen und Benediktiner gingen in Stille zu Fuß vom Stift zur Kaplaneikirche Kirchberg, wo wir die Heilige Messe feierten. Pater Daniel führte uns in das Thema Garten ein. So spielt ja auch in der Bibel der Paradiesgarten eine große Rolle. Das Paradies als mythischer Ort symbolisiert die schützende Liebe Gottes und wird zu unserem Sehnsuchtsort. Gerade auch bei der Auferstehung spielt der Garten eine große Rolle. (vgl. Joh 20,11ff)

Der Ort im Kloster, wo man Gott
am nächsten ist, ist nicht nur die Kirche,
sondern der Garten. Dort erfahren die
Mönche ihr größtes Glück
(Mönchsvater Pachomius)

KongregationswallfahrtNach dem reichhaltigen Mittagessen im großen Refektorium des Stiftes Kremsmünster gab es die Gelegenheit an sechs verschiedenen Führungen teilzunehmen. Ich erkundete gemeinsam mit Pater Daniel die Landesgartenschau. Da bestaunten wir den hortus benedicti, die Salat- und Gemüsebeete, einen Murmelweg und zahlreiche neu angelegte Gartenbereiche auf dem endlos großen Stiftsareal. Zum Schluss trafen wir uns zur Vesper in der Stiftskirche.

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christliche Gemeinschaft

Abtsbenediktion0484Im Zuge der Abtsbenediktion unseres Abtes Gerhard hatte ich mir schon vor einer Woche Gedanken gemacht darüber, was es heißt, in einer Gemeinschaft von Mönchen zu leben.

Gemeinschaft kann man negativ definieren. Wenn man zB. sagt, wir haben einen gemeinsamen Gegner. Oder wenn man Furcht vor etwas hat und sich deshalb zusammenschliesst. Die vorpfingstliche Gemeinde hat Furcht:

als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten… (Joh 20,19)

Ein gemeinsamer Gegner oder die Furcht kann ja wohl nicht Leitfaden für eine christliche Gemeinschaft sein.

Christliche Gemeinschaft hat Wunden. Die Jüngerschar und besonders der Apostel Thomas schauen auf die Wunden Jesu. Er hat uns durch seinen Wunden heil gemacht. Auch ich werde durch den Einsatz für andere immer verwundbar.

Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. (Joh 20,25)

Christliche Gemeinschaft braucht immer den Mut und die Gottessuche des Einzelnen. Dies sieht man zB beim Ritus der Taufe. Da wird nicht ein gemeinsamer Wille der Eltern befragt oder das Glaubensbekenntnis der ganzen Familie. Hier wird immer nach dem Willen und dem Glauben des Individuums gefragt. Ich kann mich nicht herausreden. Ich habe als Mutter, Vater oder Ordensmann ein Bekenntnis abgelegt. Ja, ich will. Ja, ich glaube. Ja, ich bin bereit.
_O0B3268Ähnlich ist es ja in der Regel des Heiligen Benedikt, wo die Gottsuche des Mönches Grundlage unseres Lebens ist und die Gemeinschaft nie irgendeine Hängemitte ist, die uns auffängt. Natürlich ist Gemeinschaft Halt und Stütze im Alltag. Gerade das Chorgebet und das gemeinsame Leben prägen uns. Voraussetzung ist aber immer die persönliche Gottsuche. Ja, ich will. Ja, ich glaube. Ja, ich bin bereit.

Man achte genau darauf, ob der Novize wirklich Gott sucht, ob er Eifer hat für den Gottesdienst, ob er bereit ist zu gehorchen und ob er fähig ist, Widerwärtiges zu ertragen. (RB 58,7)

Christliche Gemeinschaft ist kein Strohfeuer. Die Beharrlichkeit ist entscheidend.

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt (Joh 20,26)

verwandter Link:

Texte des 2. Sonntags der Osterzeit (Lesjahr A)
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Mönche sind keine Marsianer

Innenreinigung2Ich danke dem Herrgott, dass ich kein Marsianer bin, sondern ein Mönch.
Diese Woche habe ich einen Teil von H. G. Wells: „Krieg der Welten“ gehört. (bis Ascherdonnerstag als podcast auf bayern2)
Die dort beschriebenen Marsianer schlafen nicht. Wie die Ameisen (?) sind sie laufend wach. Unser Vater Benedikt gönnt uns Mönchen einen guten Schlaf:

So können die Brüder etwas länger als die halbe Nacht schlafen und dann ausgeruht aufstehen.(RB 8,2)
Jeder soll zum Schlafen ein eigenes Bett haben.  (RB 22,1)

Ich danke dem Herrgott, dass ich kein Marsianer.
Die beschriebenen Marsianer essen nicht. Stattdessen saugen sie den Menschen und anderen Säugetieren einfach das Blut aus dem Körper. Unser Vater Benedikt gönnt uns Mönchen eine gesunde Mahlzeit:

Was sie aber beim Essen und Trinken brauchen, sollen die Brüder einander so reichen, dass keiner um etwas bitten muss. (RB 38,6)

Nach unserer Meinung dürften für die tägliche Hauptmahlzeit, ob zur sechsten oder neunten Stunde, für jeden Tisch mit Rücksicht auf die Schwäche einzelner zwei gekochte Speisen genügen.
Wer etwa von der einen Speise nicht essen kann, dem bleibt zur Stärkung die andere.
Zwei gekochte Speisen sollen also für alle Brüder genug sein. Gibt es Obst oder frisches Gemüse, reiche man es zusätzlich.
Ein reichlich bemessenes Pfund Brot genüge für den Tag, ob man nur eine Mahlzeit hält oder Mittag und Abendessen einnimmt.
Essen die Brüder auch am Abend, hebe der Cellerar ein Drittel dieses Pfundes auf, um es ihnen beim Abendtisch zu geben.
War die Arbeit einmal härter, liegt es im Ermessen und in der Zuständigkeit des Abtes, etwas mehr zu geben, wenn es guttut. (RB 39,1-6)

Ich danke dem Herrgott, dass ich kein Marsianer.
Die beschriebenen Marsianer trinken keinen Wein. Unser Vater Benedikt gönnt uns Mönchen (wenn auch mit Bedenken) ein Schlückschen (=lat. hemina):

Doch mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der Schwachen meinen wir, dass für jeden täglich eine Hemina Wein genügt. (RB 40,3)

Armer, Blut saugender Marsianer. Glücklicher, maßvoller Mönch.

Martin, Begründer des abendländischen Mönchtums

Mainz Kaiserdom St. Martin bei Nacht 8
Mainz Kaiserdom St. Martin bei Nacht
Eine sehenswerte Reportage auf arte über den heiligen Martin, der heuer seinen 1700. Geburtstag feiert. Martin von Tours ist nicht nur der Patron der Diözese Eisenstadt, sondern auch der Patron meiner Heimatdiözese Mainz. Und frei nach dem schweizerischen „Wer hat´s erfunden?“ Sorry, heiliger Benedikt, aber das Mönchtum im Abendland hat der heilige Martin erfunden.

 

Im Bericht kommt auch mehrmals der Wiener Kirchenhistoriker Thomas Prügl zu Wort.

arte-Mediathek: Sankt Martin – Soldat, Asket, Menschenfreund (52min)

Schlechtwettermönche

Grabneralm Juli 2016Dieser Sommer hat halt keine 30 Sonnentage am Stück. Viele stürmische und kalte Regentage schieben sich dazwischen. Da muss man dann den Urlaubstag entweder im Stiftsmuseum verbringen (bei Regen ist das Museum überlaufen) oder trotzdem auf den Berg gehen. Das haben wir am Montag gemacht. Es war mittelprächtig angesagt, aber in Wirklichkeit zum Davonlaufen. Diese Gatschtour wird mir immer in Erinnerung bleiben. Der Vorteil: Die Käsenockerln auf der Grabner Alm haben doppelt gut geschmeckt und die kurzen Sonnenstrahlen erfreuten uns ganz besonders. Bei gutem Wetter Berggehen <– das kann doch jeder. 😉

Im Kloster ist die Wetterprognose oft auch nicht so rosig. Preiset den Herrn für die Seele, die in Treue zum Gebet eilt.

Hört man das Zeichen zum Gottesdienst, lege man sofort alles aus der Hand und komme in größter Eile herbei. (RB 43,1)

Vielleicht ist es im Kloster wie im Urlaub: Bestimmte Durststrecken kann man nur gemeinsam überbrücken und dann freut man sich umso mehr, wenn man sich gegenseitig ermutigt hat, doch etwas zu tun.

Grabneralm Juli 2016