Drastischer Adventkalender

Dhanushkodi church ruinDrastische Bilder haben die adventlichen Lesungen immer wieder. Drastische Bilder, die unserer Heile-Heile-Gänsje-Welt zuwiderlaufen. In der heutigen Lesung werden vom Propheten Jesaja so viele blumige Bilder verwendet, die mich an einen kitschigen Walt Disney Film erinnern. Doch vorher: Tod und Untergang. Da ist von einem abgeschlagenen Baum die Rede. Kein Leben. Kein Nix mehr. Drastisch eben. Und genau deshalb finde ich den Adventskalender von geistbraus.de so gelungen. Er zeigt uns hinter 24 Toren (die Verniedlichsform „Türchen“ kann man hier nicht mehr verwenden) jeweils eine zerstörte Kirche aus Syrien oder dem Irak. Tod und Untergang.
In der Hoffnung, dass Jesaja am Ende Recht hat und aus dem toten Baumstumpf neues Leben wächst. Gelobt sei, der da kommen wird, unser Herr Jesus.

virtuelle Adventkalender:

Heilige Maria, schick uns unsern Buabn wieder hoam.

Das ganze Ausmaß des ersten Weltkriegs hatte man im Sommer 1914 nicht erfasst. Vielleicht hat man erst ein Jahr später gemerkt, was für eine Lawine man da losgetreten hatte. Die Ungewissheit und Angst der Menschen wird besonders im oben genannten dringenden Gebet deutlich:

„Heilige Maria, schick uns unsern Buabn wieder hoam.“

Mit diesem Seufzer zu unserer Gnadenmutter beginnt auch eine Serie der Reihe radioTexte auf Bayern 2 über den 1. Weltkrieg in Bayern.
Hörst du hier

Josef sagt ‚Ja‘

Maria hat ihr ‚Ja‘ bereits gesprochen. Beim morgigen Sonntagsevangelium sagt Josef sein ‚Ja‘. Naja, besser: Er sagt überhaupt nix, sondern lebt sein Ja zu Frau und Kind einfach. Dieses Werbevideo zeigt, wie ein junger Papa sein ‚Ja‘ in die Welt hinausruft. Preiset den HERRN für alle Papas, die zu ihrer Frau und ihren Kindern stehen.

verwandte Links:

jobo zum Sonntagsevangelium
Predigt 2010: hl. Josef, Patron der Verliebten

Jesus-Punk über Josef

Blogparade: mein Lieblingslied im alten Gotteslob

Bachmichels Bitte soll bei mir nicht ungehört bleiben.
Mein Lieblingslied im alten Gotteslob ist ein Osterlied. Ja, es muss ein Osterlied sein, denn damit endet doch das Leid der Welt, da werden mit Recht Hymnen gesungen, weil ER dem Leben allen Schrecken genommen hat und den Tod besiegt hat. Ich dachte an ein lutherisches Lied, wo Melchior Vulpius den Engel verkünden lässt: „Ihr sucht Jesus, den findt ihr nicht.“ Man hört schon richtig raus, wie der Engel sagen möchte: „Ätsch, er ist nicht mehr tot.“ („Gelobt sei Gott im höchsten Thron“, altes Gotteslob 218)
Dann mag ich aber auch die typisch katholischen Osterlieder, die etwas ruhiger sind; zB. 221 „Ihr Christen, singet hocherfreut“, weil hier die Ereignisse an Ostern lieb erzählt oder 219 „Die ganze Welt, Herr Jesus Christus“, wo die ganze Schöpfung sich mitfreut an der Auferstehung.
Auch das Marienlied 585 „Lasst uns erfreuen herzlich sehr“ ist ein Osterlied und bringt uns Mönche immer wieder zum Schmunzeln, da es von Mister Bean so herrlich verunstaltet wurde.
Aber am meisten berührt mich ein Osterlied aus meiner hessischen Heimat:

altes Mainzer Gotteslob 851,1-2 „Wahrer Gott wir glauben dir.“ Es ist Sakramentslied und ein Osterlied in einem. Der Glaube an die Auferstehung Christi, an unsere Auferstehung und an die Gegenwart Christi im heiligsten Sakrament ist ein und derselbe Glaube. Als katholischer Christ kann ich das eine vom anderen nicht trennen.

1. Wahrer Gott, wir glauben dir,
du bist mit Gottheit und Menschheit hier;
du, der den Satan und Tod überwand,
der im Triumph aus dem Grabe erstand.
Preis dir, du Sieger auf Golgatha,
Sieger auf ewig. Halleluja!

2. Jesu, dir jauchzt alles zu:
Herr über Leben und Tod bist du.
In deinem Blute gereinigt von Schuld
freun wir uns wieder der göttlichen Huld;
gib, dass wir stets deine Wege gehn,
glorreich wie du aus dem Grabe erstehn!

Und es muss natürlich die Mainzer Melodie sein; von dieser Version gibt es nur die zweite (Oster)Strophe auf youtube.
Die Tonqualität ist nicht so gut, aber man merkt auch hier wie die Mainzer schmettern.
Das Lied hat klare christologische Aussagen und man mag es einfach gerne singen.