Maria von Ägypten

Maria von Ägypten, Sammlung Mayer, Gotikmuseum, Stift Admont

Am 01. April gedenkt die Kirche der heiligen Einsiedlerin Maria von Ägypten. Sie lebte 17 Jahre als Prostituierte in Alexandria. Nach einem Erlebnis der Umkehr und Reue zog sie sich 46 Jahre in die Wüste jenseits des Jordans zurück.

Im Gotikmuseum in Admont wird diese Skulptur als „Maria Magdalena“ tituliert. Ich meine aber, die langen Haare, die ihren Leib bedecken, weisen sie als Maria von Ägypten aus.

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Kreuzweg mit der heiligen Klara von Assisi

Kreuzweg unseres Herrn Jesus Christus mit Klara von Assisi ✝︎1153
Hatte ich am 26.03.2003 zusammengestellt. Zum Lobe Gottes.

Kreuzweg am Frauenberg

01. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt.
O selige Armut! Denen, die sie lieben und hochschätzen, gewährt sie ewige Reichtümer!
O heilige Armut! Wer sie besitzt und nach ihr sich verzehrt, dem wird von Gott das Himmelreich verheißen, und ewiger Ruhm und seliges Leben ohne Zweifel verliehen.
O gottgefällige Armut! Sie hat der Herr Jesus Christus, der Himmel und Erde regierte und regiert, der auch sprach und es ward, vor allem anderen lieb gewinnen wollen. [1 Agn 15-17]

02. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schulter.
„Bleibt stark im heiligen Dienst, den Ihr in glühender Sehnsucht zum armen Gekreuzigten begonnen habt. Er hat ja für uns alle das Leiden des Kreuzes auf sich genommen und uns dadurch der Macht des Fürsten der Finsternis entrissen, in der wir wegen der Übertretung des Stammvaters in Banden gefesselt gehalten wurden. Und so hat er uns mit Gott dem Vater versöhnt. [1 Agn 13c ff]

03. Station: Jesus fällt zum ersten Male unter dem Kreuz.
Kurz ist unsere Mühsal hier, ewig dagegen der Lohn. Nicht verwirre DICH der Lärm der Welt, die vergeht wie Schatten. [Ermentrudis 5]

04. Station: Jesus begegnet seiner Mutter
Wie also sollte die glorreiche Jungfrau der Jungfrauen Ihn leiblich getragen hat, so kannst auch Du Ihn ohne jeglichen Zweifel stets in Deinem keuschen und jungfräulichen Leib geistig tragen, wenn Du den Fußstapfen ihrer Demut und besonders ihrer Armut nachfolgst; [3 Agn 24]

05. Station: Simone von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen.
Und liebt einander kraft der Liebe Christi und zeigt die Liebe, die ihr im Herzen habt, auch nach außen durch Werke, damit die Schwestern (und Brüder) durch dieses Beispiel immer in der Liebe zu Gott und in der Liebe zueinander wachsen. [Test Cl 59 f ]

06. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
In diesen Spiegel schaue täglich und betrachte immer in Ihm Dein Antlitz, auf dass Du Dich so gänzlich innerlich und äußerlich schmückst. In diesem Spiegel erstrahlen die selige Armut, die heilige Demut und die unaussprechliche Liebe.. [vgl. 4 Agn 15 ff]

07. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
Klara zu Agnes: Weil aber nur eines notwendig ist, so beschwöre ich dies Eine und ermahne Dich um der Liebe dessen willen, dem Du Dich als heiliges und wohlgefälliges Opfer dargebracht hast, dass Du, eingedenk Deines Vorsatzes, wie eine andere Rachel immer Deinen Anfang im Auge hast: Du mögest halten, was Du hältst, was Du tust, tue weiter, ohne zu säumen […] [2 Agn 10 f, ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen]

08. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen.
Denn in dieser Welt lassen sich manche weltliche Könige und Königinnen , deren Überheblichkeiten bis zum Himmel stiegen und deren Haupt die Wolken berührte, täuschen und werden am Ende wie ein Misthaufen verderben. [3 Agn 27]

09. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
Und weil Weg und Pfad, auf denen man geht, eng sind und die Pforte, durch die man zum Leben eintritt, schmal ist, so wandeln nur wenige darauf und treten durch sie ein; und wenn es schon wenige sind, die eine Zeitlang darauf wandeln, so sind es die wenigsten, die auf dem Weg ausharren. Selig aber jene, denen es gegeben ist, auf ihm zu wandeln und auszuharren bis ans Ende. [Test Cl 71 ff]

10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt.
Klara zu heiligen Agnes: Deshalb habt Ihr die Kleider, nämlich den irdischen Reichtum, abgelegt, um dem, der mit Euch ringt, in keiner Weise zu unterliegen, damit Ihr auf dem engen Weg und durch die schmale Pforte ins Himmelreich eintreten könnt. [1 Agn 29]

11. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt.
Klara zu Agnes: Schau auf den, der verachtenswert geworden ist für Dich! Ihm folge, die Du verachtenswert geworden bist in dieser Welt um seinetwillen. Deinen Bräutigam, schöner als die Menschenkinder, der um Deines Heiles willen der Geringste der Menschen geworden ist, verachtet, zerschlagen und am ganzen Körper vielfach gegeißelt, sogar in Kreuzesnöten sterbend, ihn, vieledle Königin, schaue an, betrachte, beschaue, ihm begehre nachzufolgen. [2 Agn 19]

12. Jesus stirbt am Kreuz.
Die Füchse nämlich, sagt er, haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, der Menschensohn aber, das heßt Christus, hat nichts, wohin er sein Haupt lege, sondern er neigte sein Haupt und gab den Geist auf. [1 Agn 18]

13. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt.
Wenn Du mit ihm Schmerzen empfindest, wirst Du mit ihm herrschen, wenn Du mit ihm leidest, wirst Du Dich mit ihm freuen, wenn Du mit ihm am Kreuz der Drangsal stirbst, wirst Du im Glanz der Heiligen mit ihm die himmlischen Wohnungen besitzen. [2 Agn 21]

14. Station: Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt.
Ich verneige mich mit Leib und Seele, ich beuge meine Knie, auf dass Er um der Liebe jenes willen, der arm in die Krippe gelegt wurde, arm in der Welt lebte, nackt am Marterholz verblieb und in das Grab gelegt wurde, (auf dass er) allezeit seine kleine Herde die Armut und Demut seines geliebten Sohnes und seiner glorreichen Jungfrau und Mutter beobachten lasse. [vgl. Test Cl 44-47]

Segen
Seid immer LiebhaberInnen Eurer eigenen Seele und der Seele all Eurer Mitschwestern und Mitbrüder, und seid immer besorgt zu beobachten, was ihr dem Herrn versprochen habt. Der Herr sei allezeit mit Euch und Er gebe, dass Ihr allezeit mit Ihm seid. [SegCl 13f]

alltagstaugliche Kirchenlehrerinnen

Heilige Hildegard von BingenIn dieser Fastenzeit predige ich vor allem über die vier Kirchenlehrerinnen. Teresa von Avila und und Hildegard von Bingen haben eine Gemeinsamkeit: Sie blieben nicht in ihrem Kloster, wo sie dann in ihrer Verzückung etwas niedergeschrieben haben, sondern sie waren „bei de Loit“. <— wie man so schön sagt. Hildegard ist von Fürstenhof zu Fürstenhof gezogen und hat den weltlichen und geistlichen Herren ordentlich die Meinung gesagt. Teresa hat unzählige Orte in Spanien besucht, wo sie sich persönlich um ihre neuen Klosterniederlassungen gekümmert hat. Und gerade Teresa ist als Kirchenlehrerin alltagstauglich. Wie hält es an, wie überlebt unser Glaube im Alltag. Das erfahren wir bei Teresa gerade in ihren Anleitungen zum Gebet.
Teresa gibt uns drei Punkte mit auf den Weg:
Innerlichkeit, Demut und Wirksamkeit.
Ein Gebet erfordert Nachdenken. Mit wem rede ich eigentlich? Mit Gott oder einem Sklaven? Schreibe ich IHM nicht zu oft vor, Gott, mach das so. 
Kann man so mit einer Majestät reden?

Die Seele kann sich Christum den Herrn vergegenwärtigen, und sich gewöhnen, seine heilige Menschheit recht innig zu lieben, stets mit ihm zu wandeln, mit ihm zu reden, ihm ihre Bedürfnisse vorzutragen, ihm ihre Widerwärtigkeiten zu klagen. Man braucht hierzu keine besonderen Gebetlein, sondern man spricht nur solche Worte, die dem inneren Verlangen und den Bedürfnissen entsprechen.

ganze Predigt am vergangenen Sonntag
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Hemmatag 2016 in Admont

Pontifikalamt am Hemmaaltar in der Stiftskirche AdmontIm nördlichen Seitenschiffs des Admonter Münsters befindet sich der Altar der heiligen Hemma. Wir verehren die Kärntner Landesmutter als unsere Gründerin. Heute in der Früh feierte dort unser Abt mit uns ein Pontifikalamt. Für mich ist es eine erhebende Sache, wenn man auch von der Seite die Größe und Schönheit der neugotischen Stiftskirche erleben kann. Von oben erklangen Orgel und Stimme unseres Stiftsorganisten Thomas Zala.

Unsere Kirche ist geprägt von vielen Frauen, die schwere Schicksalschläge erleiden mussten und trotzdem ihr Lebenslied der Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes gesungen haben: Maria Magdalena, Hedwig, Elisabeth und last but not least Hemma.

Schon am Vorabend des Hemmatages feierten wir gemeinsam mit unserm Abt Bruno dessen Goldene Profess. Wir sangen die lateinische Vesper, in der der Herr Abt seine Profess erneuerte. Auf dem Tisch lag ein Reliquiar der heiligen Hemma.

Goldene Profess unseres Herrn Abtes am Vorabend des Hemmafestes

verwandte Links:

Hemmalied von Peter Gerloff
Hemmapredigt von Abt Bruno 2012
Heilige Hemma von Gurk – Ein Beitrag von Stefan Quilitz auf domradio.de (audio)
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die Selige bei der Autobahn A3

Selige Alrun von Cham, Abtei NiederaltaichWenn ich mit dem Auto von meiner hessischen Heimat über die A3 in mein Bergbauernkloster zurückfahre, besuche ich meistens auch die Abtei Niederaltaich. Dort befinden sich auf einem Seitenaltar die Reliquien der seligen Alrun von Cham. Sie erscheint im Heiligenkalender vor allem als Ratgeberin.

Wenn ich ihren Dienst in der Regel des heiligen Benedikts suchen würde, dann kommt er am ehesten dem des Pförtners gleich:

1. An die Pforte des Klosters, stelle man einen weisen älteren Bruder, der Bescheid zu empfangen und zu geben weiß und den seine Reife daran hindert, sich herumzutreiben.

2. Der Pförtner soll seine Zelle neben der Pforte haben, damit alle, die ankommen, dort immer einen antreffen, von dem sie Bescheid erhalten.

3. Sobald jemand anklopft oder ein Armer ruft, antworte er: „Dank sei Gott“ oder „Segne mich“.

4. Mit der ganzen Sanftmut eines Gottesfürchtigen und mit dem Eifer der Liebe gebe er unverzüglich Bescheid. RB 66

Alrun wohnte ja als Reklusin in der Nähe des Klosters und gab dort vielen Menschen mit der ganzen Sanftmut einer Gottesfürchtigen und mit dem Eifer der Liebe Rat.

Das Schöne an den bayerischen und österreichischen Autobahnen, sind die zahlreichen Klöster mit ihren Heiligen, die man leicht erreichen kann und die so die Straße (unseres Lebens) säumen.

verwandter Link:

die heilige Alruna in der Pfarrkirche von Cham
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Vox Populi

Old woman in Lahij, Azerbaijan

… Vox Dei. Die Stimme des alten Mütterchen darf nie hinten angestellt werden; was sie und das Volk uns (Priestern) zu sagen haben, ist so was von wichtig. Das habe ich diese Woche wieder auf vielfältige Weise erfahren. Einmal natürlich beim Bibelgespräch in Altenmarkt, wo ich mir mit einer älteren Dame immer kleine Wortgefechte leiste. Aber keine Angst: Zum Schluss umarmen wir uns wieder, denn wir wissen, was wir aneinander haben. Als ich am Mittwoch nach Altenmarkt gefahren bin, dachte ich erst, es ist eh nur ein so kurze Evangelium, was haben wir uns da schon zu sagen; aber meine siebenköpfige Truppe aus Altenmarkt sprudelte nur so von Ideen und Anfragen. Ich merkte einmal mehr, wie machtvoll Gottes Wort im Menschen ist und dass ich als Priester nur ein kleines Werkzeug in der Hand Gottes bin.

Beim Bischofsempfang am Dienstag bereitete ich mich zur vorgerückten Stunde schon innerlich darauf vor, dass ich am Mittwoch in der Früh die Konventmesse halten sollte. Ich wollte das Formular des seligen Kaisers Karl (pdf) verwenden, der bei vielen jüngeren Brüdern besonders verehrt wird. Kaum einen Gedanken verschwendete ich bei der heiligen Ursula. Ich dachte mir, „eh alles nur Legende,… vom seligen Kaiser Karl wissen wir wenigstens etwas…!“ Doch dann stand ich plötzlich beim Empfang mit einer Frau zusammen und sie fing an von der heiligen Ursula zu schwärmen; bei einer Pilgerfahrt durch Deutschland habe sie viel über sie und die Stadt Köln erfahren und es war zu spüren, wie sehr sie die Heilige verehrte.

Am Freitagvormittag (das ist heute!) stand ich unten mit einer Angestellte im Flur und meldete mich bei ihr zum Essen an; ich meinte etwas abwertend: „Zuerst habe ich gedacht ich hätte was besseres zu tun, komme jetzt aber doch zum Essen.“ Darauf sie: „Was gibt´s denn besseres als die brüderliche Gemeinschaft?“ Tja, wenn ich schon nicht auf den heiligen Benedikt und unseren Herrn Abt höre, sollte ich wenigstens auf unsere liebe Angestellte hören!

Da, wo mein kritischer Glaube oft aufhört, fangen viele meiner „Schäfchen“ erst an zu glauben und es ist in ihren Aussagen ein richtiges Feuer zu spüren. Egal, ob ein kurzes, trockenes Markusevangelium, eine Heilige aus dem frühen Mittelalter oder die gemeinsamen Zeiten bei Tisch: Den richtigen Wert der Dinge bringen mir viele Leute bei, die mir von Gott geschickt werden. Gelobt sei der HERR, der durch meine Schwestern zu mir spricht!

Frauenpower in der Kirche

mehr Bilder wikimedia.org/Auf Dauer hilft nur Frauenpower. Ich bin ja der Überzeugung Papst Franziskus hat das Jahr der Orden nur ausgerufen, weil Teresa von Avila heuer ihren 500. Geburtstag feiert. Und da bietet es sich doch an diese Reformatorin des Karmels besser kennenzulernen. Der Teresianische Karmel in Österreich hat dafür extra eine App schreiben lassen. Dort gibt es jeden Tag einen Text der Heiligen. Dann nehme ich diese große Frau für dieses Jahr einfach mal als Lehrmeisterin.

Links für die App für iPhone/iPAD oder für Android-Geräte unter dem Stichwort „STJ500“ im App Store (Apple) oder im Google Play (Android).

App für iPhone/iPAD

App für Android

verwandter Link: meine Predigt zum Hochfest Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel in Unterlaussa 2012