Wien, Admont, Salzburg

Guten Morgen, AdmontImmer wieder kommen Gäste von weit her in unser Stift, die ganz bewusst unser Kloster sehen (und hören) wollen und sonst fast nix.

  • Am Sonntag war ein Mann in der Choralvesper, der sich auf der Durchreise von Südtirol nach Bremen befand und hier extra Halt gemacht hat. Er hatte unsere Choralvesper schon mal gehört und wollte unbedingt wieder mal dabei sein.
  • Ich hatte heuer schon zwei Gäste, die eine Woche in Österreich gewesen sind und sich „nur“ Wien, Admont und Salzburg anschauen wollen. Jean-Marc ist einer von beiden. Er beschrieb unsere Region mit den Worten: „Berge, Wald und FRIEDE„.
    Als ich ihm erklärte, dass unser Kloster 1074 gegründet wurde, sprach er lauthals von einem Wunder, dass hier schon so lange Mönche leben.

Vogelgezwitscher zur Wandlung

St. Gallen in der Steiermark, Ostern 2016Freitags in de Früh hab ich in St. Gallen weder Mesner noch Ministrant. Das ist eine der wenigen Messen in de Woch, wo keine Glocken zur Wandlung erklingt. Umsomehr freue ich mich in diesem herrlich grünen Frühsommer, wenn man die Vögel außen hört und sie zur Wandlung ihr Gezwitscher besonders kräftig in den Himmel rufen. Ois zur größeren Ehre Gottes.

Kongregationswallfahrt 2017

Kongregationswallfahrt 2017
Kongregationswallfahrt 2017

Am Pfingstdienstag treffen sich die Österreichischen Benediktiner alle zwei Jahre zu ihrer Kongregationswallfahrt. Heuer besuchten wir das Stift Kremsmünster, wo auch die Landesgartenschau stattfindet.

An die 100 Benediktinerinnen und Benediktiner gingen in Stille zu Fuß vom Stift zur Kaplaneikirche Kirchberg, wo wir die Heilige Messe feierten. Pater Daniel führte uns in das Thema Garten ein. So spielt ja auch in der Bibel der Paradiesgarten eine große Rolle. Das Paradies als mythischer Ort symbolisiert die schützende Liebe Gottes und wird zu unserem Sehnsuchtsort. Gerade auch bei der Auferstehung spielt der Garten eine große Rolle. (vgl. Joh 20,11ff)

Der Ort im Kloster, wo man Gott
am nächsten ist, ist nicht nur die Kirche,
sondern der Garten. Dort erfahren die
Mönche ihr größtes Glück
(Mönchsvater Pachomius)

KongregationswallfahrtNach dem reichhaltigen Mittagessen im großen Refektorium des Stiftes Kremsmünster gab es die Gelegenheit an sechs verschiedenen Führungen teilzunehmen. Ich erkundete gemeinsam mit Pater Daniel die Landesgartenschau. Da bestaunten wir den hortus benedicti, die Salat- und Gemüsebeete, einen Murmelweg und zahlreiche neu angelegte Gartenbereiche auf dem endlos großen Stiftsareal. Zum Schluss trafen wir uns zur Vesper in der Stiftskirche.

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Maiandacht in Bärndorf

Maiandacht in Bärndorf
P. Augustinus in Bärndorf

Das Schöne an den Maiandachten ist, dass wir gerade  im Wonnemonat Mai die Schöpfung preisen und in ihr das sagenhafte Geschöpf Maria.

Das Schöne an den Maiandachten in der Steiermark ist auch, dass da Kapellen und Marterln zum Zug kommen, wo sonst eher kein Gottesdienst stattfindet.

Gestern war ich mit Pater Augustinus in seinem Pfarrverband unterwegs und durfte bei der Maiandacht in Bärndorf dabei sein. Die Leute haben mich nicht mehr wiedererkannt, obwohl ich da doch vor sieben Jahren als Praktikant und Diakon tätig war. Aber der Bart macht mich so was von unkenntlich. Dabei durfte ich gestern auch wieder etwas lernen. Die Bedeutung des heiligen Bernhard in der Marienverehrung und die klare und mystische Sprache der Lauretanischen Litanei. Beides ist bei mir in den letzten Jahren ein wenig in Vergessenheit geraten. Wir Priester sollten wirklich aufeinander hören und das Gute beim anderen auch übernehmen. So will ich heuer bei meinen Maiandachten auch vermehrt die Gebete und Hinweise Bernhards und die Lauretanische Litanei nutzen. Auf dass in allem Gott verherrlicht  werde.

christliche Gemeinschaft

Abtsbenediktion0484Im Zuge der Abtsbenediktion unseres Abtes Gerhard hatte ich mir schon vor einer Woche Gedanken gemacht darüber, was es heißt, in einer Gemeinschaft von Mönchen zu leben.

Gemeinschaft kann man negativ definieren. Wenn man zB. sagt, wir haben einen gemeinsamen Gegner. Oder wenn man Furcht vor etwas hat und sich deshalb zusammenschliesst. Die vorpfingstliche Gemeinde hat Furcht:

als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten… (Joh 20,19)

Ein gemeinsamer Gegner oder die Furcht kann ja wohl nicht Leitfaden für eine christliche Gemeinschaft sein.

Christliche Gemeinschaft hat Wunden. Die Jüngerschar und besonders der Apostel Thomas schauen auf die Wunden Jesu. Er hat uns durch seinen Wunden heil gemacht. Auch ich werde durch den Einsatz für andere immer verwundbar.

Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. (Joh 20,25)

Christliche Gemeinschaft braucht immer den Mut und die Gottessuche des Einzelnen. Dies sieht man zB beim Ritus der Taufe. Da wird nicht ein gemeinsamer Wille der Eltern befragt oder das Glaubensbekenntnis der ganzen Familie. Hier wird immer nach dem Willen und dem Glauben des Individuums gefragt. Ich kann mich nicht herausreden. Ich habe als Mutter, Vater oder Ordensmann ein Bekenntnis abgelegt. Ja, ich will. Ja, ich glaube. Ja, ich bin bereit.
_O0B3268Ähnlich ist es ja in der Regel des Heiligen Benedikt, wo die Gottsuche des Mönches Grundlage unseres Lebens ist und die Gemeinschaft nie irgendeine Hängemitte ist, die uns auffängt. Natürlich ist Gemeinschaft Halt und Stütze im Alltag. Gerade das Chorgebet und das gemeinsame Leben prägen uns. Voraussetzung ist aber immer die persönliche Gottsuche. Ja, ich will. Ja, ich glaube. Ja, ich bin bereit.

Man achte genau darauf, ob der Novize wirklich Gott sucht, ob er Eifer hat für den Gottesdienst, ob er bereit ist zu gehorchen und ob er fähig ist, Widerwärtiges zu ertragen. (RB 58,7)

Christliche Gemeinschaft ist kein Strohfeuer. Die Beharrlichkeit ist entscheidend.

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt (Joh 20,26)

verwandter Link:

Texte des 2. Sonntags der Osterzeit (Lesjahr A)
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