Maiandacht in Bärndorf

Maiandacht in Bärndorf
P. Augustinus in Bärndorf

Das Schöne an den Maiandachten ist, dass wir gerade  im Wonnemonat Mai die Schöpfung preisen und in ihr das sagenhafte Geschöpf Maria.

Das Schöne an den Maiandachten in der Steiermark ist auch, dass da Kapellen und Marterln zum Zug kommen, wo sonst eher kein Gottesdienst stattfindet.

Gestern war ich mit Pater Augustinus in seinem Pfarrverband unterwegs und durfte bei der Maiandacht in Bärndorf dabei sein. Die Leute haben mich nicht mehr wiedererkannt, obwohl ich da doch vor sieben Jahren als Praktikant und Diakon tätig war. Aber der Bart macht mich so was von unkenntlich. Dabei durfte ich gestern auch wieder etwas lernen. Die Bedeutung des heiligen Bernhard in der Marienverehrung und die klare und mystische Sprache der Lauretanischen Litanei. Beides ist bei mir in den letzten Jahren ein wenig in Vergessenheit geraten. Wir Priester sollten wirklich aufeinander hören und das Gute beim anderen auch übernehmen. So will ich heuer bei meinen Maiandachten auch vermehrt die Gebete und Hinweise Bernhards und die Lauretanische Litanei nutzen. Auf dass in allem Gott verherrlicht  werde.

christliche Gemeinschaft

Abtsbenediktion0484Im Zuge der Abtsbenediktion unseres Abtes Gerhard hatte ich mir schon vor einer Woche Gedanken gemacht darüber, was es heißt, in einer Gemeinschaft von Mönchen zu leben.

Gemeinschaft kann man negativ definieren. Wenn man zB. sagt, wir haben einen gemeinsamen Gegner. Oder wenn man Furcht vor etwas hat und sich deshalb zusammenschliesst. Die vorpfingstliche Gemeinde hat Furcht:

als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten… (Joh 20,19)

Ein gemeinsamer Gegner oder die Furcht kann ja wohl nicht Leitfaden für eine christliche Gemeinschaft sein.

Christliche Gemeinschaft hat Wunden. Die Jüngerschar und besonders der Apostel Thomas schauen auf die Wunden Jesu. Er hat uns durch seinen Wunden heil gemacht. Auch ich werde durch den Einsatz für andere immer verwundbar.

Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. (Joh 20,25)

Christliche Gemeinschaft braucht immer den Mut und die Gottessuche des Einzelnen. Dies sieht man zB beim Ritus der Taufe. Da wird nicht ein gemeinsamer Wille der Eltern befragt oder das Glaubensbekenntnis der ganzen Familie. Hier wird immer nach dem Willen und dem Glauben des Individuums gefragt. Ich kann mich nicht herausreden. Ich habe als Mutter, Vater oder Ordensmann ein Bekenntnis abgelegt. Ja, ich will. Ja, ich glaube. Ja, ich bin bereit.
_O0B3268Ähnlich ist es ja in der Regel des Heiligen Benedikt, wo die Gottsuche des Mönches Grundlage unseres Lebens ist und die Gemeinschaft nie irgendeine Hängemitte ist, die uns auffängt. Natürlich ist Gemeinschaft Halt und Stütze im Alltag. Gerade das Chorgebet und das gemeinsame Leben prägen uns. Voraussetzung ist aber immer die persönliche Gottsuche. Ja, ich will. Ja, ich glaube. Ja, ich bin bereit.

Man achte genau darauf, ob der Novize wirklich Gott sucht, ob er Eifer hat für den Gottesdienst, ob er bereit ist zu gehorchen und ob er fähig ist, Widerwärtiges zu ertragen. (RB 58,7)

Christliche Gemeinschaft ist kein Strohfeuer. Die Beharrlichkeit ist entscheidend.

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt (Joh 20,26)

verwandter Link:

Texte des 2. Sonntags der Osterzeit (Lesjahr A)
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lingātor

cropped-img_0855.jpglingātor, ōris, m. Löffelabschlecker, Pater, der im Kloster immer den Löffel abschleckt.

Pater P. bekommt vom Tischdienst mittlerweile jeden Abend beim Abräumen den Löffel aus dem Preiselbeerglas gereicht, damit er ihn abschlecken kann. Pater Berthold und Pater Thomas haben sofort eine lateinische Bezeichnung für diesen wichtigen Dienst gefunden: Pater Lingator.

Personenbezeichnung (Klosterwesen) – wiki

alltagstaugliche Kirchenlehrerinnen

Heilige Hildegard von BingenIn dieser Fastenzeit predige ich vor allem über die vier Kirchenlehrerinnen. Teresa von Avila und und Hildegard von Bingen haben eine Gemeinsamkeit: Sie blieben nicht in ihrem Kloster, wo sie dann in ihrer Verzückung etwas niedergeschrieben haben, sondern sie waren „bei de Loit“. <— wie man so schön sagt. Hildegard ist von Fürstenhof zu Fürstenhof gezogen und hat den weltlichen und geistlichen Herren ordentlich die Meinung gesagt. Teresa hat unzählige Orte in Spanien besucht, wo sie sich persönlich um ihre neuen Klosterniederlassungen gekümmert hat. Und gerade Teresa ist als Kirchenlehrerin alltagstauglich. Wie hält es an, wie überlebt unser Glaube im Alltag. Das erfahren wir bei Teresa gerade in ihren Anleitungen zum Gebet.
Teresa gibt uns drei Punkte mit auf den Weg:
Innerlichkeit, Demut und Wirksamkeit.
Ein Gebet erfordert Nachdenken. Mit wem rede ich eigentlich? Mit Gott oder einem Sklaven? Schreibe ich IHM nicht zu oft vor, Gott, mach das so. 
Kann man so mit einer Majestät reden?

Die Seele kann sich Christum den Herrn vergegenwärtigen, und sich gewöhnen, seine heilige Menschheit recht innig zu lieben, stets mit ihm zu wandeln, mit ihm zu reden, ihm ihre Bedürfnisse vorzutragen, ihm ihre Widerwärtigkeiten zu klagen. Man braucht hierzu keine besonderen Gebetlein, sondern man spricht nur solche Worte, die dem inneren Verlangen und den Bedürfnissen entsprechen.

ganze Predigt am vergangenen Sonntag
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Der micht atmen lässt, bist du lebendiger Gott.

Kapuzinerkloster IrdningAb und zu suchen wir Priester auch die besondere Einkehr. Die fanden wir am 09. März 2017 im Kapuzinerkloster Irdning. Bruder Rudolf begleitete uns durch den Tag, den wir vor allem in Stille verbrachten. Zu Beginn erzählte jeder Priester von seiner momentanen Situation, vom Schönen und Klitzernden, das in manch kantigem Stein verborgen ist.
In einer Stilleübung machte uns Bruder Rudolf auf unsern Atem aufmerksam; dann erinnerte er uns daran, wie der Herrgott den heiligen Franziskus beauftragte:

Als Franziskus einige Tage nachher an der Kirche S. Damiano vorbeiging, wurde ihm im Geiste gesagt, er solle zum Beten hineingehen. Er betrat die Kirche und begann innig vor einem Bild des Gekreuzigten zu beten, das ihn liebevoll und gütig ansprach, indem es sagte: „Franziskus, siehst du nicht, daß mein Haus in Verfall gerät? Geh also hin und stelle es mir wieder her!“ Zitternd und staunend sprach Franziskus: „Gerne, Herr, will ich es tun“. Er meinte nämlich, dass sich das Wort auf jene Kirche S. Damiano beziehe, der ihres sehr hohen Alters wegen ein baldiger Einsturz drohte. Jene Anrede aber erfüllte ihn mit so großer Freude und erleuchtete ihn mit so hellem Licht, dass er Christus den Gekreuzigten, der zu ihm gesprochen, wahrhaft in seinem Herzen fühlte. (Dreigefährtenlegende V 13)

So ist Berufung. Sie ist ein Geschenk und es geht vor allem darum, dass die FREUDE am HERRN in unser Herz einzieht. Und da ist es wie beim Atmen; ich kann nichts dafür tun. es geschieht einfach. Der gekreuzigte Heiland begegnet uns in unserm Herzen. Eine echte Herzensbegegnung.

Kapuzinerkloster IrdningWir genossen die Stille und die edle Einfachheit des Kapuzinerklosters.

In der heiligen Messe bekamen wir vom Dechanten Pfarrer Andreas Lechner ein wenig Nachhilfe in Physik: Arbeit = Kraft * Weg (Goldene Regel der Mechanik). Diese beiden wichtigen Faktoren dürfen wir bei unserer Arbeit im Weinberg des HERRN nicht vergessen. Die Kraft ist der Heilige Geist, der Lebensatem… Der Weg ist Jesus Christus.

Nachher gab es Kürbissuppe und Gemüsestrudel bei Haydnmusik. Danke an Bruder Rudolf für den wirklich gelungenen Einkehrtag. Preiset den HERRN, der uns still sein lässt.

Kapuzinerkloster Irdning

Lied „der mich atmen lässt“ auf youtube (Melodie: Beate Bendel, Text: Anton Rotzetter OFMCap)
Goldene Regel der Mechanik
Texte der Messfeier am Donnerstag der 1. Woche in der Fastenzeit
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dem Teufel links und rechts eine runter hauen

Heiliger Gallus
heiliger Gallus

Seit zwölf Jahren bin ich schon Mönch in Admont und inzwischen fängt man an (wie so ein alter Mönch halt), nostalgisch zu werden. Das waren noch Zeiten, als so viele junge Brüder im Haus waren. Vielleicht geht es Ihnen auch so, wenn Sie an frühere, „bessere“ Zeiten denken: Als die Kirchen noch voll waren, das Geld noch etwas wert und die Probleme weniger; als man die Kinder noch öfters gesehen hat, man noch nicht fremd im eigenen Ort war oder die Leute noch hilfsbereit waren.
Paradiesische Zustände könnte man sich da wünschen. In der ersten Lesung am Sonntag wird das Paradies beschrieben mit vielen Bäumen „verlockend anzusehen und mit köstlichen Früchten“. (Genesis 2,9) Diese Urschuld des Menschen, dass er mit dem, was ihm zukommt, nicht zufrieden ist, bringt ihm schließlich den Rausschmiss aus dem Garten Eden. Wobei Unzufriedenheit doch nicht automatisch eine Sünde ist. Ich finde Leute so wichtig, die sich nicht zufrieden geben. Da geht es dann darum, dass sie sich mit dem Schlechten in der Welt nicht abfinden. Und wie kreativ da manche Menschen sind, das macht mir Mut: Da ist der Lehrer, der Hilfstransporte nach Rumänien organisiert, die Pensionistin die Flüchtlingen Deutsch beibringt, die Hospizbewegung, die den Sterbenden beisteht, die Bauernfamilie, die sich um den einsamen Nachbarn kümmert, der Chorleiter, der aus den zum Teil älteren Sängern noch was rausholt, die Arbeitskollegin, die geduldig zuhört, der Kumpane, der den Trauernden tröstet, der Papa, der sich auch mal um die Kinder kümmert und viele positive Beispiele mehr…
Nein, das Reich Gottes liegt nicht hinter uns. Es liegt vor uns. Und wir sind Gottes Mitarbeiter, damit es sichtbar wird.
Also bin ich nicht traurig, über das was mal gewesen ist, sondern baue mit, wenn Abt Gerhard und Bischof Wilhelm neue Pfade mit uns einschlagen.
„Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung.“ (2. Korinther 6,2)
Man kann gerne in seiner bequemen Wohnung hocken bleiben. Oder man kann dem Teufel links und rechts eine runter hauen, indem man Gutes tut, ein Lächeln weiter schenkt und so das Reich Gottes ein bisschen mehr sichtbar macht.
Übrigens hat Gott auch daran gedacht, dass Adam und Eva nicht zurück in den Garten Eden gehen können. Vorsorglich hat er mal eben Kerubim und loderndes Flammenschwert an den Eingang gestellt. (vgl. Genesis 3,24)

Aschermittwoch der Künstler

Museum des Stiftes Admont: der leidende Heiland aus den Sammlungen Soweit wie ich das verstehe, soll der Aschermittwoch der Künstler einen Diaolog zwischen zeitgenössischen Künstlern und Kirche befeuern. Dazu gibt es in der Ulrichsstadt Augsburg einzelne Installationen in vier Kirchen. Gerade am Aschermittwoch und in der Fastenzeit soll man sich ja auf das Wesentliche konzentrieren und da kann die Moderne Kunst schon ein wenig helfen. Das Bild rechts zeigt den leidenden Heiland aus der neuen Sammlung Mayer vor einem Werk aus der Sammlung Schwarz. Das Bild entstand während der Aufbauarbeiten. Beide Sammlungen werden getrennt zu sehen sein, was den Vorteil hat, dass man (oder frau!) bei der Sammlung Mayer ganz in die Welt der Gotik eintaucht. Aber es findet halt kein Dialog zwischen den einzelnen Werken mehr statt.

Palimpsest.jpg
Foto rechts von Andreas Horlitz, Archiv Stift Admont – Andreas Horlitz, Archiv Stift Admont, Gemeinfrei, Link

Einen solchen Dialog hat es im Stift Admont mal gegeben. So standen einige zeitgenössische Installationen in der Stiftsbibliothek (Palimpsest 2 –> Foto rechts, der schreibende Roboter…) oder sie stehen nach wie vor in der Nähe zur Kunsthistorischen Sammlung. Das folgende Video zeigt den Aschermittwoch der Künstler in Augsburg.