Gelobt sei die Zeit, in der die Kirche nicht gegendert hat

cropped-img_0855.jpgBeim gestrigen Hymnus zum Fest des heiligen Bischofs Nikolaus ist mir aufgefallen, wie einfach, klar und verständlich die Sprache der Kirche sein kann:

Sie geben Zeugnis, / reden unerschrocken,
 stärken die Schwachen, / sammeln die Zerstreuten, 
lehren in Vollmacht, / helfen ihren Brüdern,
 dich zu bekennen.

Im Gegensatz dazu mal ein Satz aus dem „Zukunftsbild der Katholischen Kirche Steiermark“:

Darüber hinaus üben die unterschiedlichen Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger (Priester, Diakone, Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten) spezifische Rollen aus, um Prozesse in Gang zu setzen und zu begleiten, z.B. als Seelsorgerinnen und Seelsorger, geistliche Begleiterinnen und Begleiter, theologische Fachberaterinnen und – berater, Projektentwicklerinnen und -entwickler, Pionierinnen und Pioniere, Konfliktmoderatorinnen und -moderatoren, Ehrenamtsbegleiterinnen und -begleiter, Gründerinnen und Gründer.

Gibt es wirklich Christen, die sich da wieder finden?

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ehrlich atheistisch auf dem Land

SubiacoEs begegnen uns in der ersten Schulwoche vor allem die Kinder bei den unzähligen Schulgottesdiensten in der Steiermark. Am Montag hatte ich in einer Dorfkirche eine besondere Begegnung. Man versucht halt die Kinder ein bisschen einzubinden. „Bei eurer Taufe“, so fing ich an, „wurde wahrscheinlich genau dieses Evangelium vorgelesen, das ihr gerade gehört habt.“ (Mk 10,13ff) Darauf ein Mädchen in der ersten Reihe: „Ich bin nicht getauft.“
Ich hatte meine Kinderbibel in der Hand und fragte, wer denn auch eine Kinderbibel hätte. Und einige Kinder meldeten sich auch. Eine meinte, ihre Mutter hätte eine… Und dann habe ich den Kindern erklärt, dass viele Menschen in der Bibel von Gott erzählen und das sie sich IHN jeweils anders vorstellen. Der eine sieht IHN als starken Kämpfer, der andere als kleines Kind in der Krippe… Wieder meldete sich das Mädchen: „Oder sie denken, es gibt keine Gott.“
Das hätte ich vielleicht in irgendeiner Wiener Volksschule erwartet. Aber doch nicht hier. Aber zum Trost: Die fröhlichen Glaubenslieder hat das nicht getaufte Mädchen dann umso kräftiger mitgesungen.

Herr, ich bitte Dich heute Abend besonders für alle Ungetauften, für alle, die niemanden haben, der ihnen von Dir erzählt. Schenke ihnen Deine Wärme und Dein Licht, dass  sie glauben, wo es keiner mehr wagt.

update 14. November 2017: Das Mädchen will getauft werden und wird noch im November getauft. Zum Lobe Gottes.

neue Glocken für St. Gallen

Vor zwei Jahren wurde eine kleine Filialkirche in St. Gallen-Weißenbach aufgelöst. Infolgedessen hatten wir zwei Glocken über, die aber nicht zum Stammgeläut unserer Pfarrkirche passten. Man entschloss sich deshalb, aus der Bronze der alten Glocken zwei neue Glocken zu gießen. Ich durfte Glockenpate der kleinen Glocke sein und dieser somit auch einen Namen geben. Ich entschied mich ohne lange zu überlegen für den Friedenstifter Niklaus von der Flüe. Weil unsere Zeit den Frieden so sehr braucht und wünscht.

Am Sonntag war dann die Glockenweihe durch Abt Gerhard. Diese großartige Feier war auch gleichzeitig meine Verabschiedung aus dem Pfarrverband St. Gallen – Altenmarkt und Unterlaussa. Seit 01. September bin ich nicht mehr Kaplan dort, sondern Seelsorger im Pfarrverband Frauenberg, Ardning, Hall.

Hier nun das neue Geläut. Es beginnt mit der kleinen Glocke (Niklaus v. d. Flue“, Grassmayr 2016, 162kg, Ton dis’’)

Vogelgezwitscher zur Wandlung

St. Gallen in der Steiermark, Ostern 2016Freitags in de Früh hab ich in St. Gallen weder Mesner noch Ministrant. Das ist eine der wenigen Messen in de Woch, wo keine Glocken zur Wandlung erklingt. Umsomehr freue ich mich in diesem herrlich grünen Frühsommer, wenn man die Vögel außen hört und sie zur Wandlung ihr Gezwitscher besonders kräftig in den Himmel rufen. Ois zur größeren Ehre Gottes.

Maiandacht in Bärndorf

Maiandacht in Bärndorf
P. Augustinus in Bärndorf

Das Schöne an den Maiandachten ist, dass wir gerade  im Wonnemonat Mai die Schöpfung preisen und in ihr das sagenhafte Geschöpf Maria.

Das Schöne an den Maiandachten in der Steiermark ist auch, dass da Kapellen und Marterln zum Zug kommen, wo sonst eher kein Gottesdienst stattfindet.

Gestern war ich mit Pater Augustinus in seinem Pfarrverband unterwegs und durfte bei der Maiandacht in Bärndorf dabei sein. Die Leute haben mich nicht mehr wiedererkannt, obwohl ich da doch vor sieben Jahren als Praktikant und Diakon tätig war. Aber der Bart macht mich so was von unkenntlich. Dabei durfte ich gestern auch wieder etwas lernen. Die Bedeutung des heiligen Bernhard in der Marienverehrung und die klare und mystische Sprache der Lauretanischen Litanei. Beides ist bei mir in den letzten Jahren ein wenig in Vergessenheit geraten. Wir Priester sollten wirklich aufeinander hören und das Gute beim anderen auch übernehmen. So will ich heuer bei meinen Maiandachten auch vermehrt die Gebete und Hinweise Bernhards und die Lauretanische Litanei nutzen. Auf dass in allem Gott verherrlicht  werde.