neu renovierte Wallfahrtskirche Frauenberg

Seit dieser Woche ist das Gerüst ab und die Wallfahrtskirche Frauenberg (Enns) erstrahlt in neuem Glanz. Ja, es ist ungewohnt. Die Ardninger waren den gelben Farbton gewohnt, den wir heute auch noch im großartigen, direkt anschließenden Pfarrhof vorfinden. Aber jetzt ist die Kirche hell und die dunklen Flächen mit Glassteinen heben sich deutlich von der neuen strahlenden Fassade ab. Auf der Ostseite befinden sich übrigens die Wappen der Admonter Äbte, die in Frauenberg begraben sind.

Frauenberg im neuen Glanz

Frauenberg im neuen Glanz Frauenberg im neuen Glanz

Frauenberg im neuen Glanz

und so sah es vor der Restaurierung aus:

Frauenberg an der Enns

Frauenberg vorher nachher Restaurierung

meine 36 Bilder (Album) auf flickr
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Erstprofess in Admont

Erstprofess der Fratres Alexander und RupertAm 22. September haben zwei Fraters (Frater Alexander und Frater Rupert) in die Hände von Abt Gerhard ihre erste Profess abgelegt. Sie binden sich damit nach einem Jahr Noviziat für drei Jahre an die klösterliche Gemeinschaft. Dann findet meist die Feierliche Profess statt, wo sich der Mönch für sein ganzes Leben an die klösterliche Gemeinschaft bindet.

Stichwortartige Wiedergabe der Predigt von Abt Gerhard aus Anlass der  Zeitlichen Profess der Fratres Alexander und Rupert am 22. September 2018.

Mitschrift Pater Ulrich

Abt Gerhard zitiert aus seiner Predigt zur Einkleidung. Ihr seid nervös, ich bin es auch. Damals eure Einkleidung und meine erste Einkleidung als Abt. Heute eure Erstprofess und meine erste Profess, die ich als Abt abnehmen darf.
Was heisst es die Profess abzulegen und Benediktiner in Admont zu sein? Lobpreis, Gottsuche, auf Christus hören und schauen, eine Provokation (Ja, es gibt noch junge Männer, die hier eintreten), da sein für Gott und die uns anvertrauten Menschen, wir sind keine Männer-WG, sondern eine klösterliche Gemeinschaft.
Jeder Admonter Mönch verspürte den Ruf sein Christsein hier zu leben. Benediktiner von Admont sind eine Lebensgemeinschaft und eine Glaubensgemeinschaft.

Et sollicitudo sit si revera Deum quærit, si sollicitus est ad opus Dei, ad oboedientiam, ad obprobria. (RB 58,7. Deutsche Übersetzung: Man achte genau darauf, ob der Novize wirklich Gott sucht, ob er Eifer hat für den Gottesdienst, ob er bereit ist zu gehorchen und ob er fähig ist, Widerwärtiges zu ertragen. )

Obprobrien gibt es allemal.
Anekdote. Wie einmal ein Bruder gesagt hat: „Meine Aufgabe ist es, den anderen Brüdern ein Obprobrium zu sein.“
Das Leben in Admont ist geprägt vom Inhalieren des Psalmen. (Hier Dank an Pater Novizenmeister und Pater Prior).

Die drei klösterlichen Gelübde:

Gehorsam: Auf Gott hören. Es zählt nicht der reine Eigenwille. Vielmehr gilt es ein Hörender zu sein.
Klösterlicher Lebenswandel: Es ist nicht das Materielle, das uns erlöst. Wir wollen als Mönche dem dienen, dem Anbetung gebührt, dem dreifaltigen Gott. Wir sind keine Einsiedler und erst recht keine Eigenbrötler. Es ist für einen Mönchen zu wenige, wenn er sagt, „Ich fühle mich mit der Gemeinschaft verbunden.“ Das wäre wie wenn Gott sagen würde: „ ich glaube, ich sollte Mensch werden.“ ER IST Mensch geworden. Genauso gilt es für uns Tag für Tag die Prioritäten entsprechend zu setzen: Gebetsgemeinschaft, Mahlgemeinschaft, in den Aufgaben des Alltags Gemeinschaft mittragen.
Beständigkeit in der Gemeinschaft: Der Großteil der Brüder bleibt einem ein Leben lang erhalten. Man kann darauf antworten: „Gott sei Dank“ oder „Um Himmels willen.“

Alexander und Rupert sind unkompliziert und bodenständig. Mit ihnen gibt es keine Schwarz-Weiß-Malerei, sondern sie verkörpern die Buntheit des Lebens.
Mit Alexander scheint der weißblaue Himmel Bayerns auch in Admont. Beide Brüder bringen so viele Begabungen in unseren Konvent. Abt wünscht zum Schluss der Predigt: Lebt mit Freude und Begeisterung euer Benediktinersein. Seit Menschenfischer. Viel Kraft und Gottes Segen.

Bergmessen im Juli 2018

Gleich zwei Mal durfte ich in die Berge, um dort eine Heilige Messe zu Feiern. Am 13. Juli war ich beim ÖAV-Lager im Triebental und am 21. Juli auf der Kroisnalm (unterhalb der Ennstaler Hütte). Da kommen dann Leute in die Messe, die sonst nie kommen, aber auch auf viele bekannte Gesichter trifft man.

der Pater und seine Buttermilch
nie ohne meine Buttermilch

Almmesse Kroisnalm

Gelobt sei die Zeit, in der die Kirche nicht gegendert hat

cropped-img_0855.jpgBeim gestrigen Hymnus zum Fest des heiligen Bischofs Nikolaus ist mir aufgefallen, wie einfach, klar und verständlich die Sprache der Kirche sein kann:

Sie geben Zeugnis, / reden unerschrocken,
 stärken die Schwachen, / sammeln die Zerstreuten, 
lehren in Vollmacht, / helfen ihren Brüdern,
 dich zu bekennen.

Im Gegensatz dazu mal ein Satz aus dem „Zukunftsbild der Katholischen Kirche Steiermark“:

Darüber hinaus üben die unterschiedlichen Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger (Priester, Diakone, Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten) spezifische Rollen aus, um Prozesse in Gang zu setzen und zu begleiten, z.B. als Seelsorgerinnen und Seelsorger, geistliche Begleiterinnen und Begleiter, theologische Fachberaterinnen und – berater, Projektentwicklerinnen und -entwickler, Pionierinnen und Pioniere, Konfliktmoderatorinnen und -moderatoren, Ehrenamtsbegleiterinnen und -begleiter, Gründerinnen und Gründer.

Gibt es wirklich Christen, die sich da wieder finden?

ehrlich atheistisch auf dem Land

SubiacoEs begegnen uns in der ersten Schulwoche vor allem die Kinder bei den unzähligen Schulgottesdiensten in der Steiermark. Am Montag hatte ich in einer Dorfkirche eine besondere Begegnung. Man versucht halt die Kinder ein bisschen einzubinden. „Bei eurer Taufe“, so fing ich an, „wurde wahrscheinlich genau dieses Evangelium vorgelesen, das ihr gerade gehört habt.“ (Mk 10,13ff) Darauf ein Mädchen in der ersten Reihe: „Ich bin nicht getauft.“
Ich hatte meine Kinderbibel in der Hand und fragte, wer denn auch eine Kinderbibel hätte. Und einige Kinder meldeten sich auch. Eine meinte, ihre Mutter hätte eine… Und dann habe ich den Kindern erklärt, dass viele Menschen in der Bibel von Gott erzählen und das sie sich IHN jeweils anders vorstellen. Der eine sieht IHN als starken Kämpfer, der andere als kleines Kind in der Krippe… Wieder meldete sich das Mädchen: „Oder sie denken, es gibt keine Gott.“
Das hätte ich vielleicht in irgendeiner Wiener Volksschule erwartet. Aber doch nicht hier. Aber zum Trost: Die fröhlichen Glaubenslieder hat das nicht getaufte Mädchen dann umso kräftiger mitgesungen.

Herr, ich bitte Dich heute Abend besonders für alle Ungetauften, für alle, die niemanden haben, der ihnen von Dir erzählt. Schenke ihnen Deine Wärme und Dein Licht, dass  sie glauben, wo es keiner mehr wagt.

update 14. November 2017: Das Mädchen will getauft werden und wird noch im November getauft. Zum Lobe Gottes.

neue Glocken für St. Gallen

Vor zwei Jahren wurde eine kleine Filialkirche in St. Gallen-Weißenbach aufgelöst. Infolgedessen hatten wir zwei Glocken über, die aber nicht zum Stammgeläut unserer Pfarrkirche passten. Man entschloss sich deshalb, aus der Bronze der alten Glocken zwei neue Glocken zu gießen. Ich durfte Glockenpate der kleinen Glocke sein und dieser somit auch einen Namen geben. Ich entschied mich ohne lange zu überlegen für den Friedenstifter Niklaus von der Flüe. Weil unsere Zeit den Frieden so sehr braucht und wünscht.

Am Sonntag war dann die Glockenweihe durch Abt Gerhard. Diese großartige Feier war auch gleichzeitig meine Verabschiedung aus dem Pfarrverband St. Gallen – Altenmarkt und Unterlaussa. Seit 01. September bin ich nicht mehr Kaplan dort, sondern Seelsorger im Pfarrverband Frauenberg, Ardning, Hall.

Hier nun das neue Geläut. Es beginnt mit der kleinen Glocke (Niklaus v. d. Flue“, Grassmayr 2016, 162kg, Ton dis’’)