Der micht atmen lässt, bist du lebendiger Gott.

Kapuzinerkloster IrdningAb und zu suchen wir Priester auch die besondere Einkehr. Die fanden wir am 09. März 2017 im Kapuzinerkloster Irdning. Bruder Rudolf begleitete uns durch den Tag, den wir vor allem in Stille verbrachten. Zu Beginn erzählte jeder Priester von seiner momentanen Situation, vom Schönen und Klitzernden, das in manch kantigem Stein verborgen ist.
In einer Stilleübung machte uns Bruder Rudolf auf unsern Atem aufmerksam; dann erinnerte er uns daran, wie der Herrgott den heiligen Franziskus beauftragte:

Als Franziskus einige Tage nachher an der Kirche S. Damiano vorbeiging, wurde ihm im Geiste gesagt, er solle zum Beten hineingehen. Er betrat die Kirche und begann innig vor einem Bild des Gekreuzigten zu beten, das ihn liebevoll und gütig ansprach, indem es sagte: „Franziskus, siehst du nicht, daß mein Haus in Verfall gerät? Geh also hin und stelle es mir wieder her!“ Zitternd und staunend sprach Franziskus: „Gerne, Herr, will ich es tun“. Er meinte nämlich, dass sich das Wort auf jene Kirche S. Damiano beziehe, der ihres sehr hohen Alters wegen ein baldiger Einsturz drohte. Jene Anrede aber erfüllte ihn mit so großer Freude und erleuchtete ihn mit so hellem Licht, dass er Christus den Gekreuzigten, der zu ihm gesprochen, wahrhaft in seinem Herzen fühlte. (Dreigefährtenlegende V 13)

So ist Berufung. Sie ist ein Geschenk und es geht vor allem darum, dass die FREUDE am HERRN in unser Herz einzieht. Und da ist es wie beim Atmen; ich kann nichts dafür tun. es geschieht einfach. Der gekreuzigte Heiland begegnet uns in unserm Herzen. Eine echte Herzensbegegnung.

Kapuzinerkloster IrdningWir genossen die Stille und die edle Einfachheit des Kapuzinerklosters.

In der heiligen Messe bekamen wir vom Dechanten Pfarrer Andreas Lechner ein wenig Nachhilfe in Physik: Arbeit = Kraft * Weg (Goldene Regel der Mechanik). Diese beiden wichtigen Faktoren dürfen wir bei unserer Arbeit im Weinberg des HERRN nicht vergessen. Die Kraft ist der Heilige Geist, der Lebensatem… Der Weg ist Jesus Christus.

Nachher gab es Kürbissuppe und Gemüsestrudel bei Haydnmusik. Danke an Bruder Rudolf für den wirklich gelungenen Einkehrtag. Preiset den HERRN, der uns still sein lässt.

Kapuzinerkloster Irdning

Lied „der mich atmen lässt“ auf youtube (Melodie: Beate Bendel, Text: Anton Rotzetter OFMCap)
Goldene Regel der Mechanik
Texte der Messfeier am Donnerstag der 1. Woche in der Fastenzeit
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Zelebration am Meer

2016-08-01 10.20.34Schon immer habe ich davon geträumt Richtung Meer zu zelebrieren. In meinem heurigen Sommerurlaub ging dieser Wunsch in Erfüllung. Ich hatte Balkon mit Meerblick und was gibt es Schöneres, als den Herrn am Meer zu lobpreisen?

Gerade hat mich Pater Thomas gefragt, was ich alles gesehen hätte. Ich muss zugeben, ich habe die meiste Zeit einfach nur am Strand verbracht; in die Weite schauend, die Wellen hörend und Sonne und Wind im Gesicht.

Am Schönsten waren natürlich die Sonnenuntergänge. Der Ostseeurlauber zelebriert das. Man steht am Meer, der eine mit Tschik, der andere mit einem Glas Wein wieder ein anderer mit einer Staffelei in den Händen. Und irgendwo dazwischen: ich mit meinem Stundenbuch in der Hand.

Wie groß ist deine Güte, die du bereithältst denen, die dich fürchten, die du denen erweist, die sich bei dir bergen vor den Menschen. (Psalm 31,20)

Halleluja – da hat´s Ratsch – Bumm gemacht

Triebental auf dem Weg zurück von der Bergmesse im Triebentallager
In der Mitte Leopold Loizl (Alpenverein, Sektion Trieben), Frater Thiemo und vorne ich

Bei diesem Wetter fand die Triebentallagermesse im Gemeinschaftszelt statt. Nach der Heiligen Messe mit Gitarrenbegleitung, Messtexten des Festes Maria Heimsuchung und meiner Stola, wo der Barmherzige Jesus drauf ist, machte mich eine Begleiterin drauf aufmerksam, dass sie noch Fürbitten vorbereitet hatten. Die haben wir dann halt noch dran gehängt. Und damit wir ein lobpreisendes Ende haben, entschloss ich mich spontan mit den Kindern und Jugendlichen das Halleluja – Preiset den Herrn zu singen. Dabei stehen die jeweils Singenden. Die Mädels bei „Preiset den Herrn“ und die Buben und Burschen bei „Halleluja“. Der erste Durchgang war schon recht gut und sie haben ordentlich mitgesungen. Der zweite Durchgang war dann für die Untergrundkonstruktion des Zeltes zuviel. Als sich zum Schluss alle begeistert hinsetzten hat es Ratsch – Bumm gemacht und ein Balken, der die Paletten trägt, ist durchgekracht. So wird mir diese vierte Heilige Messe, die ich mit der Jugend des Alpenvereins feiern durfte, in ewiger Erinnerung bleiben. Halleluja – Preiset den Herrn.

verwandte Links:

Triebentallager
Triebentallager 2013 (Bericht meinbezirk.at)

Ich schaffe es nicht, mich selbst zu retten; wie soll ich da die ganze Welt retten?

image„Ich schaffe es nicht, mich selbst zu retten; wie soll ich da die ganze Welt retten?“, so sprach der heilige Coelestin bei seiner Wahl zum Papst. Ähnlich haben sich wohl auch der Prophet Jesaja, Papst Gregor oder Papst Benedikt bei ihrer Erwählung zum höchsten Amt gefühlt. Gott hat ihr Leben mit Seinem Ruf und Auftrag in ganz andere Bahnen gelängt, als wie sie es geplant hatten.
Für mich zeigt diese klare Linie zwischen dem Rücktritt Coelestins und dem Rücktritt Benedikts, wie sehr Beispiel und Fürsprache eines Heiligen andauern. 719 Jahre liegen zwischen den beiden Rücktritten. Und doch wäre der Rücktritt Benedikts ohne Coelestins nicht denkbar.
Mönche zur Zeit Coelestins und viele Konservative in unserer Zeit fühlten sich durch den jeweiligen Amtsverzicht verlassen und dachten, „ihre Kirche“ wäre mit „ihrem Papst“ in bessere Gewässer gefahren. Aber glauben wir denn, dass Gottes Geist aufhört in UNS (Seiner Kirche) zu wirken? Glauben wir denn, das Beispiel und die Fürsprache der Heiligen lässt sich irgendwie zeitlich oder räumlich einsperren? Tun wir weiter unsere Pflicht als einfache Arbeiter im Weinberg des HERRN und schauen wir auf den Gekreuzigten, denn ER ist es, dem wir nachfolgen.
Preiset den HERRN, der Uns Hirten schenkt, die nicht machtgeil und eitel sind.

verwandte Links:

4 1/2 Min Video, in dem Klaus Schatz SJ von Coelestin V. erzählt
BENEDIKT XVI. AN DIE PILGER AUS DEUTSCHLAND am 25. April 2005
Tagesgebet am Gedenktag des heiligen Coelestins V.
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geschasst und geliebt

Wie geht man mit gefallenen Ordensleuten, Priestern oder Bischöfen um? Ein empfehlenswertes Beispiel gibt uns da der Bischof von Eichstätt Gregor Maria Hanke OSB. Er hat sich 2010 von Anfang an um den Augsburger (!) Bischof Walter Mixa gekümmert und ihm eine Wohnung und entsprechende Aufgaben besorgt. Wirklich brüderlich und äbtlich hat er an ihm gehandelt. Der Mann redet nicht nur von Barmherzigkeit, sondern handelt auch so. Erinnert mich dann doch an das 27. Kapitel der Benediktusregel, wo es heißt:

Mit größter Sorge muss der Abt sich um die Brüder kümmern, die sich verfehlen, denn nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
Daher muss der Abt in jeder Hinsicht wie ein weiser Arzt vorgehen. Er schicke Senpekten, das heißt ältere weise Brüder.
Diese sollen den schwankenden Bruder im persönlichen Gespräch trösten und ihn zu Demut und Buße bewegen. Sie sollen ihn trösten, damit er nicht in zu tiefe Traurigkeit versinkt.
Es gelte, was der Apostel sagt: „Die Liebe zu ihm soll erstarken.“ Alle sollen für ihn beten.
Der Abt muss sich sehr darum sorgen und mit Gespür und großem Eifer danach streben, dass er keines der ihm anvertrauten Schafe verliert.
Er sei sich bewußt, dass er die sorge für gebrechliche Menschen übernommen hat, nicht die Gewaltherrschaft über gesunde.
Er fürchte das Drohwort des Propheten, durch das Gott sagt: „Was fett schien, habt ihr euch genommen, was schwach war, habt ihr weggestoßen.“
Er ahme den Guten Hirten mit seinem Beispiel der Liebe nach: Neunundneunzig Schafe ließ er in den Bergen zurück und machte sich auf, um das eine verirrte Schaf zu suchen.
Mit dessen Schwäche hatte er so viel Mitleid, dass er es auf seinen heiligen Schultern nahm und so zur Herde zurücktrug.

Bischof Walter feierte am Samstag seinen 75. Geburtstag in Maria Brünnlein.


verwandte Links:

Kreuzknappe (dort habe ich den Link zum Video gefunden)
Predigt von Bischof Gregor auf kath.net (bitte lesen, vor allem der Gedanke mit dem STEIN)
Artikel auf katholisch.de („Der Geschasste“)

Vergänglichkeit ins Gesicht geschrieben

  Gefühlte 100 Aschenkreuze habe ich den Menschen in Altenmarkt und Unterlaussa auf die Stirn gezeichnet. Für mich ist der Moment besonders bewegend, wenn zB. Witwen unmittelbar vor mir stehen, deren Ehemänner wir vor kurzer Zeit verabschiedet haben; sie haben doch ihr bestes Teil der verloren und tief in sich den Schmerz des Todes erfahren.

Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurück kehrst.

So lautet der Spruch, den ich Asche spendend, den Leuten zuspreche. Eine Botschaft, die uns als Menschen alle angeht und so gar nichts mit dieser lauten, grellen Fortschrittswelt gemein hat. Eine Botschaft, die nicht aufbauend ist oder zu irgendwas ermuntert. Übrigens scheint die trockene Asche besonders gut auf Schminke zu halten.

An so einem Aschermittwoch (oder Aschersonntag? – bei uns wird nämlich am 1. Fastensonntag auch noch mal die Asche ausgeteilt) weiß ein Priester, dass er dazu da ist, höchste Freude und tiefstes Leid mit den Menschen zu teilen. Gelobt sei der HERR, der für Uns am Kreuz gestorben ist.