Dekretverleihung durch den Herrn Bischof

In den letzten Monaten habe ich mich immer wieder erwischt, wie ich diesen Satz sagte: „Ich glaub’s erst, wenn ich mein Dekret in den Händen halte.“ Und gestern war es dann soweit. Gemeinsam mit sieben anderen Priestern der Diözese nahm ich an einem kleinen Festakt des Bischofs teil und mir wurde nach Ablegung des Glaubensbekenntnisses mein Dekret überreicht. Nun darf ich mich also Pfarrer nennen.

Bericht auf der Homepage der Diözese
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Abschiedsfeier in Frauenberg

Nach zwei Jahren Dienst als Seelsorger wurde ich am Sonntag (11. August 2019) feierlich von Prior + Pfarrer Pater Maximilian und den Pfarrgemeinderäten in Frauenberg (Enns) verabschiedet. Es war eine sehr herzliche Feier inklusive Braterl und Wein im Anschluss (Agape). Meine Predigt (heilige Klara – eine starke und zarte Frau). Danke an Gerlinde Ainhirn für die fantastischen Fotos und Frater Rupert für sein Spiel an der Orgel.

Wettersegen

Natürlich spende ich nach fast jeder Heiligen Messe, der ich als Priester vorstehe, vom Markustag bis Kreuzerhöhung den Wettersegen. Ich muss bekennen, dass ich noch die Wörter „Wiesen“, „Dürre“ und „Erholung“ hinzufüge.

Wettersegen auf der Plesch, Andreas Zechner Fotografie

Gott, der allmächtige Vater, segne Euch und schenke Euch gedeihliches Wetter; er halte Blitz, Hagel, Dürre und jedes Unheil von Euch fern. (Alle: Amen.) Er segne die Felder, die Gärten, die Wiesen und den Wald und schenke Euch die Früchte der Erde. (Alle: Amen.) Er begleite Eure Erholung und Eure Arbeit, damit Ihr in Dankbarkeit und Freude gebrauchet, was durch die Kräfte der Natur und die Mühe des Menschen gewachsen ist. (Alle: Amen.) Das gewähre Euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Wettersegen in der Ordentlichen Form des römischen Ritus, Quelle.

Predigt über das Psalmengebet

Oft sagt der Überbringer der Botschaft mehr über die Botschaft aus, als der Inhalt oder die Buchstaben. Ich denke da auch an den Bidlmann.
Oder stellen sie sich vor: in der Antike ein Herold mit feinen Gewändern und edlem Gesicht —> da weiß jeder, es muss ein gewaltiger Herrscher dahinter stehen. Oder ein zerzauster, mit Wunden übersäter Krieger bringt schwer schnaufend die Kunde, dass feindliche Soldaten über das Land herfallen. Die äußeren Begleitumstände untermauern in beiden Fällen die Botschaft.
Beim Psalmengebet in einem Kloster wurden auch regelmäßig die Gäste eingeladen. Da ist es für Neulinge oft nicht so einfach die richtige Seite aufzuschlagen; da sind dann die älteren Patres gefordert: Vorbeten und gleichzeitig schauen, dass der Gast die richtige Seite hat. In seiner totalen Hektik betete sodann Pater Damasus OFM und gab gleichzeitig gehetzt Anweisungen:
„Gott, du mein Gott, dich suche ich, (…) auf Seite 201!“
Ich möchte heute ruhig mal unseren Fokus auf den Psalm richten, der in der sonntäglichen Liturgie seinen normalen Platz zwischen den beiden Lesungen hat.
Das Buch der Psalmen befindet sich ungefähr in der Mitte der Bibel und ist Leben in Gebet gefasst. Gefahr, Freude, Hunger, Sehnsucht, Abschied, Wiedersehen, Tod, Bedrohung, Hilfe, Verheissung. Alle Facetten des Lebens kommen darin vor. Der Mensch in seiner Verdorbenheit, aber auch in seiner Heiligkeit. Mir fällt kein Aspekt ein, der bei den Psalmen ausgeklammert wird. Der fromme Jude und der ägyptische Mönch im 3., 4. und 5. Jahrhundert konnte alle 150 Psalmen auswendig und hat sie tagtäglich gebetet.
Wir Admonter Mönche beten die 150 Psalmen innerhalb von zwei Wochen.
Jede Gemeinschaft betet die Psalmen ein bisschen anders: Reihenfolge, Länge der Pausen, im Wechsel oder mit Vorbeter usw.
Eine Art, die im angloamerikanischen Raum gepflegt wird, hat mir besonders getaugt: Man rezitiert den Psalm langsam, dann lässt man eine Pause von einer knappen Minute und dann betet man die Psalmoration, ein Gebet, das noch mal einen Kerngedanken des Psalms aufgreift.
Daran wird deutlich, dass die Mönche mit den Psalmen beten. Aus den Psalmen heraus entsteht die lebendige Zwiesprache mit Gott.
Anstelle der Psalmen hat das katholische Volk den nicht weniger heiligen Rosenkranz gebetet. Mit Maria an der Hand das Leben Jesu betrachtend. Analog zu den 150 Psalmen gab es 150 Ave Marias, die sich aus dem freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen Rosenkranz zusammensetzten, mit jeweils 50 Ave Marias.
Egal ob Psalmen oder Rosenkranz – wichtig ist beim christlichen Gebet immer die Hingabe. Jesus hat als frommer Jude alle 150 Psalmen gebetet. Er, der ohne Sünde war, betet das Gebet des sündigen, aber auch geretteten Menschen. Stellvertretend für uns betet Jesus. Er nimmt sein Volk, alle die seinen Namen tragen (alle Christen), er nimmt Dich und mich und empfiehlt uns im Gebet seinem himmlischen Vater.
Hingebungsvoll betet er für uns und ist für uns da.
Ebenso hingebungsvoll sollen, dürfen, können wir für andere beten und für andere da sein.

das Kreuz der Kinder

Kirche zum Heiligen Kreuz in Hall bei Admont

Einen vorösterlichen Gottesdienst durfte ich heute mit den Volksschülern in der Kirche zum Heiligen Kreuz in Hall feiern. Ich habe kaum die Auferstehung erwähnt und statt dessen ganz den Fokus auf den Kreuzweg gerichtet. Manchmal mache ich mir vielleicht Gedanken, ob man das Leid (und den Tod) Jesu so vor den Kindern thematisieren kann. Dann ist es gerade der Kreuzweg der es ermöglicht und dessen einzelne Stationen die Kinder durchaus begreifen. Etwa wenn ich höre, dass Jesus dreimal unter der Last des Kreuzes zusammengebrochen ist. Und er ist immer wieder aufgestanden. Ähnlich sollen wir Christenmenschen – auch wenn wir fallen – immer wieder aufstehen und unsern Weg weiter gehen.

Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen. Auf dem Weg trafen sie einen Mann aus Kyrene namens Simon; ihn zwangen sie, sein Kreuz zu tragen. So kamen sie an den Ort, der Golgota genannt wird, das heißt Schädelhöhe.

(Mt 27,31b-33)

Die Lebenswirklichkeit des Kreuzwegs wird mir besonders auch in der 5. Station deutlich: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. Auch wir sollen wie Jesus Hilfe annehmen. Auch wir sollen wir Simon dem andern in seiner dunklen Stunde beistehen.
Das ist nicht schwer für Kinder und auch begreifbar für Dich und mich.

verhülltes Kreuz