Prophetie, Nähe, Hoffnung

Catholic monks in Jerusalem 2006Diese drei Stichwörter verwendet Papst Franziskus zum Abschluss des Jahres der Orden in seiner Ansprache am 02. Februar 2016 in Rom. Ich habe die deutsche Übersetzung vergeblich auf der Seite des Vatikans gesucht (nur Englisch, Französisch, Italinienisch, Portugisisch und Spanisch). Auf einem Blog wurde ich schließlich fündig; klick und lies:

DAS GEWEIHTE LEBEN IN DER NÄHE DER MENSCHEN

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gescheitert + gesegnet

Es lebte ein Mann, der führte ein verehrungswürdiges Leben; es war Benediktus, der Gesegnete sowohl der Gnade als auch dem Namen nach …

San Benedetto di Norcia e un fedele milanese. Affresco anonimo del sec. XV, nel transetto sinistro di San Nazaro Maggiore a Milano. Foto di Giovanni Dall’Orto, 5-5-2007.

So beginnt Gregor der Große die Lebensbeschreibung unseres Ordensvaters Benedikt. Wenn man sich das Leben Benedikts & die Geschichte der benediktinischen Orden in den letzten 1.500 Jahren anschaut, muss man wirklich sagen, der Heilige und das, was er mit der Gnade Gottes angestoßen hat, sind gesegnet.

Und doch sind er und seine bedeutenste Gründung Monte Cassino oft genug gescheitert; siehe hier, hier und hier.

Das ist letztlich ein Gesetz unseres Lebens: Man geht kontinuierlich seinen Weg und kann ihn doch oft nicht bis zum Ende gehen. Man legt den Samen und die Ernte fahren dann andere ein. So geht es auch Mose in der heutigen Lesung. Er darf das gelobte Land nicht betreten. Und doch käme keiner auf die Idee Mose oder Benedikt als gescheiterte Menschen zu sehen. Einmal mehr begreife ich, dass der Herrgott immer das Ganze im Blick hat. Gelobt sei der HERR, der unserm Leben durch Mose und Benedikt eine Richtung vorgegeben hat.

Mönche, die bleiben

Wenn mich ein Fremder auf meine Abtei anspricht, spielen meist die Eintritte eine große Rolle. So wird dann gefragt: Habt ihr noch Eintritte? Habt ihr im Moment Novizen?
Diese Frage kann ich gottlob bejahen. Und ich freue mich sehr, dass zwei junge Menschen unsere Gemeinschaft seit dem Frühjahr so sehr bereichern.
Wichtiger scheint mir dennoch, dass wir Mönche auch bleiben. Paulus schreibt in der heutigen Lesung:

Gott ist treu, ER bürgt dafür, dass unser Wort euch gegenüber nicht Ja und Nein zugleich ist.
Denn Gottes Sohn Jesus Christus, der euch durch uns verkündigt wurde (…), ist nicht als Ja und Nein zugleich gekommen; in ihm ist das Ja verwirklicht.
Er ist das Ja zu allem, was Gott verheißen hat. Darum rufen wir durch IHN zu Gottes Lobpreis auch das Amen.
Gott aber, der uns und euch in der Treue zu Christus festigt und der uns alle gesalbt hat,
ER ist es auch, der uns sein Siegel aufgedrückt und als ersten Anteil am verheißenen Heil den Geist in unser Herz gegeben hat. (2 Kor 1, 18-22)