dem Teufel links und rechts eine runter hauen

Heiliger Gallus
heiliger Gallus

Seit zwölf Jahren bin ich schon Mönch in Admont und inzwischen fängt man an (wie so ein alter Mönch halt), nostalgisch zu werden. Das waren noch Zeiten, als so viele junge Brüder im Haus waren. Vielleicht geht es Ihnen auch so, wenn Sie an frühere, „bessere“ Zeiten denken: Als die Kirchen noch voll waren, das Geld noch etwas wert und die Probleme weniger; als man die Kinder noch öfters gesehen hat, man noch nicht fremd im eigenen Ort war oder die Leute noch hilfsbereit waren.
Paradiesische Zustände könnte man sich da wünschen. In der ersten Lesung am Sonntag wird das Paradies beschrieben mit vielen Bäumen „verlockend anzusehen und mit köstlichen Früchten“. (Genesis 2,9) Diese Urschuld des Menschen, dass er mit dem, was ihm zukommt, nicht zufrieden ist, bringt ihm schließlich den Rausschmiss aus dem Garten Eden. Wobei Unzufriedenheit doch nicht automatisch eine Sünde ist. Ich finde Leute so wichtig, die sich nicht zufrieden geben. Da geht es dann darum, dass sie sich mit dem Schlechten in der Welt nicht abfinden. Und wie kreativ da manche Menschen sind, das macht mir Mut: Da ist der Lehrer, der Hilfstransporte nach Rumänien organisiert, die Pensionistin die Flüchtlingen Deutsch beibringt, die Hospizbewegung, die den Sterbenden beisteht, die Bauernfamilie, die sich um den einsamen Nachbarn kümmert, der Chorleiter, der aus den zum Teil älteren Sängern noch was rausholt, die Arbeitskollegin, die geduldig zuhört, der Kumpane, der den Trauernden tröstet, der Papa, der sich auch mal um die Kinder kümmert und viele positive Beispiele mehr…
Nein, das Reich Gottes liegt nicht hinter uns. Es liegt vor uns. Und wir sind Gottes Mitarbeiter, damit es sichtbar wird.
Also bin ich nicht traurig, über das was mal gewesen ist, sondern baue mit, wenn Abt Gerhard und Bischof Wilhelm neue Pfade mit uns einschlagen.
„Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung.“ (2. Korinther 6,2)
Man kann gerne in seiner bequemen Wohnung hocken bleiben. Oder man kann dem Teufel links und rechts eine runter hauen, indem man Gutes tut, ein Lächeln weiter schenkt und so das Reich Gottes ein bisschen mehr sichtbar macht.
Übrigens hat Gott auch daran gedacht, dass Adam und Eva nicht zurück in den Garten Eden gehen können. Vorsorglich hat er mal eben Kerubim und loderndes Flammenschwert an den Eingang gestellt. (vgl. Genesis 3,24)

Reimpredigt 2017

cropped-img_0855.jpgEin Mönch in Admont tut viel beten,
doch zählt er nicht zu den Asketen.

Wir geben uns zwar Essenratschläge,
doch sind wir dann aus anderem Gepräge.

Die Stiftsküche kocht uns die besten Sachen,
da kannst du ´ne Diät nicht machen.

Sankt Benedikt sagt uns „alles mit Maß“,
ich diesen Ausspruch oft vergaß.

Übrigens sag´ ich heut´ jedem Kirchgänger:
Das Messgewand wird auch immer enger.

OK, ich hab ein Bäuchlein vom vielen Essen,
hab auch die Bewegung dabei vergessen.

Was soll man essen, was ist zu meiden,
darum, sagt Jesus, geht´s den Heiden.

Ja soll ich als Mönchlein ungesund leben
und gar nix auf gesundes Essen geben?

Zumindest wird mir durchs Evangelium klar,
das Reich Gottes ist nicht durchs Essen umsetzbar.

Jesus zeigt auf Blumen und Tieren
und will uns so seinen Lebensstil präsentieren.

Hier sind im Vorteil Bauer oder Naturkundlér,
denn ihnen fällt der Vergleich nicht schwer.

So kann ich Pflanzen und Tiere hegen und pflegen,
doch das erste Wachstum muss ein anderer geben.

Dem Bauern ist das herzlich egal,
kommt höchstens zur Messe im Jahr zweimal.

Es ist der Herrgott, der uns geschaffen:
Den Baum, die Raupe oder auch den Affen.

All die Schönheit der weiten Welt
hat seinen Ursprung nicht im Geld.

Ich kann noch so rackern und ackern und probieren.
Doch die Kraft zum Wachsen kann ich nicht simulieren.

ER ist es, der das Leben schafft,
mir Atem gibt und wieder Kraft.

Und wie der Vogel kann nach oben steigen,
so ist die Freiheit dem Menschen eigen.

Der Mehrwert des Menschen wird hier klar:
Seine Freiheit macht ihn so kostbar.

Gott will es so und sperrt uns nicht ein,
kein Käfig, kein Halsband stört unser Sein.

Wir sind eben keine Marionetten
oder von ihm irgendwelche traurigen Kletten.

Gott tut uns nicht als hässliches Etwas einstufen:
Zur Freiheit und Schönheit sind wir berufen.

Frei wie ein Vogel können wir die Lüfte erklimmen
oder wie ein Fisch in die tiefste Tiefe schwimmen.

Jetzt denkst du vielleicht, warum sind Mönche dann eingesperrt,
warum darf ein Pfarrer nicht heiraten? Ist das nicht verkehrt?

Freiheit ist im christlichen Sinn
für etwas Gutes der Beginn.

Eine Ehepaar, eine Mutter, ein Vater,
haben auch ihre Verpflichtung und Bindung wie ein Pater.

Ein echter Seelsorger muss auch deren Nöte kennen
und nicht nur sudern und die eigenen benennen.

Abt Gerhard und seine Mönche quälen viele Sorgen.
Sie müssen halt denken auch an morgen.

Wer wird der nächste Pfarrer hier?
Und was hat der Abt denn vor mit mir?

Keine Angst, wir tun es euch rechtzeitig mitteilen.
Da ist soviel zu tun, man müsst´ sich zerteilen.

Doch können wir nur mit Gott gewinnen,
wobei wir uns auf unsern Grundauftrag besinnen

Gebet und Arbeit hat Benedikt uns aufgetragen,
seine Schuld eingestehen und es immer wieder neu wagen.

Alles zu Gottes größeren Ehre,
dann geht mein Leben nicht ins Leere.

Und zum Schluss möcht´ ich Rosegger zitieren
und damit etwas Gutes in uns aktivieren:

Arm ist nicht wer wenig hat,
sondern viel braucht, (der wird niemals satt.)

Liebe Lilien von Unterlaussa / Altenmarkt, tut eure Schönheit nicht verstecken,
sondern entdeckt eure Gotteskindschaft, die ihr empfangen habt im Taufbecken.

verwandte Links:
Reimpredigt 2017 von Allotria catholica
Faschingspredigt 2016
Faschingspredigt 2015
reimmaschine.de (nützliches Hilfsmittel)
Lesungen vom 8. Sonntag im Jahreskreis A
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Einblick in die Gotik

Als Mönch von Admont hat man natürlich Einblick in Winkel und Ecken, die sonst keiner sieht, und ist bei Ereignissen dabei, die sowas von einmalig sind. So durfte ich Mitte Jänner mit Frater Thiëmo dabei sein, als Ing. Kuno Mayer die ersten Exponate unserer Gotikausstellung platziert hat. Die Austellung ist erst ab 01. Mai zu sehen und viele Handwerker haben in der Säulenhalle ein gotisches Ambiente geschaffen, das den vielen Skulpturen einen würdevollen Rahmen verleiht.

Museum des Stiftes Admont
Ich durfte den Vergleich sehen. Es wichtig, wo eine Plastik steht. Ort, Beleuchtung, Hintergrund, Vitrine, Zugang, Beschriftung. Bei dieser Ausstellung passt einfach alles (steirisch: „ois“).

Museum des Stiftes Admont Museum des Stiftes Admont
Die Taufe des Herrn – vielleicht das Herzstück der Ausstellung. Der Engel auf der rechten Seite Weiterlesen „Einblick in die Gotik“

Abt Gerhard

_O0B3268Unsere Gemeinschaft hat am 25. Jänner 2017 Gerhard Hafner zum neuen Abt gewählt. Das Foto zeigt die Admonter Mönchsgemeinschaft; in der Mitte der neue Abt, der am 17. März sein Amt antreten wird. Ich wünsche unserm neuen Abt und unserer Mönchsgemeinschaft von Herzen Gottes Segen.

1 Der Abt, der würdig ist, einem Kloster vorzustehen, muss immer bedenken, wie man ihn anredet, und er verwirkliche durch sein Tun, was diese Anrede für einen Oberen bedeutet. 2 Der Glaube sagt ja: Er vertritt im Kloster die Stelle Christi; wird er doch mit dessen Namen angeredet 3 nach dem Wort des Apostels (Röm 8,15): „Ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!“ 4 Deshalb darf der Abt nur lehren und bestimmen, was der Weisung des Herrn entspricht. 5 Sein Befehl und seine Lehre sollen wie Sauerteig göttlicher Heilsgerechtigkeit die Herzen seiner Jünger durchdringen. Regula Benedicti 2

Admonter Konvent 2017
Der gewählte Abt Gerhard sitzt in der Mitte neben dem Präsidium der österreichischen Benediktinerkongregation.

Kräutermönch

Stift Admont
In der Mitte hinter mir P. Maximilian

Wir Admonter Benediktiner sind ziemlich vielseitige Kerle.
In dieser Reportage von ServusTV wird die bunte Kräuterwelt des Gesäuses vorgestellt.Unter anderem kommt auch unser Stiftsbibliothekar Pater Maximilian zu Wort. Er ist unter anderem auch begeisterter Bergsteiger und Kenner von Heilspflanzen.

Schaust du hier.

Der junge Benediktinermönch Pater Maximilian wandert regelmäßig auf die Alm, um Heil- und Giftpflanzen zu entdecken.

tschüss, Totenmonat

The Rain in Admont Jetzt haben wir uns mal genug mit dem Tod beschäftigt: Bei Tisch reden wir von Bruder Tod, als ich jetzt im Hessenland war habe ich auch meine lieben verstorbenen Verwandten auf dem Friedhof besucht und jetzt im November ist auch unser Pater Remigius gestorben.

Dennoch sei zum Schluss noch dieser Link erlaubt; die Fotographen Sebastian Köpcke + Volker Weinhold haben den Bergsteigerfriedhof Johnsbach besucht und ein paar Eindrücke mitgenommen. Guckst du hier.

Jetzt freue ich mich auf den Advent, wo wir das neue Leben erwarten.