das Kreuz der Kinder

Kirche zum Heiligen Kreuz in Hall bei Admont

Einen vorösterlichen Gottesdienst durfte ich heute mit den Volksschülern in der Kirche zum Heiligen Kreuz in Hall feiern. Ich habe kaum die Auferstehung erwähnt und statt dessen ganz den Fokus auf den Kreuzweg gerichtet. Manchmal mache ich mir vielleicht Gedanken, ob man das Leid (und den Tod) Jesu so vor den Kindern thematisieren kann. Dann ist es gerade der Kreuzweg der es ermöglicht und dessen einzelne Stationen die Kinder durchaus begreifen. Etwa wenn ich höre, dass Jesus dreimal unter der Last des Kreuzes zusammengebrochen ist. Und er ist immer wieder aufgestanden. Ähnlich sollen wir Christenmenschen – auch wenn wir fallen – immer wieder aufstehen und unsern Weg weiter gehen.

Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen. Auf dem Weg trafen sie einen Mann aus Kyrene namens Simon; ihn zwangen sie, sein Kreuz zu tragen. So kamen sie an den Ort, der Golgota genannt wird, das heißt Schädelhöhe.

(Mt 27,31b-33)

Die Lebenswirklichkeit des Kreuzwegs wird mir besonders auch in der 5. Station deutlich: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. Auch wir sollen wie Jesus Hilfe annehmen. Auch wir sollen wir Simon dem andern in seiner dunklen Stunde beistehen.
Das ist nicht schwer für Kinder und auch begreifbar für Dich und mich.

verhülltes Kreuz
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der Blick der Liebe

Alte Pinakothek München

Zwei Wochen vor Ostern bzw. Karfreitag werden die Kreuze verhüllt.

Ja, vielleicht merkt man erst, wenn man etwas nicht hat, wie sehr man es vermisst und wie sehr man es liebt. Ich hab ja schon an dieser Stelle gesagt, dass für mich der Mittelpunkt einer jeden Kirche das Kreuz ist. Sei’s in der Stiftskirche in Admont, sei’s in der Chorkapelle in unserer Klausur.

Und jetzt ist dieses Kreuz verhüllt und natürlich vermisse ich es. Wie der Bräutigam seine Braut vermisst. Aber ehrlich gesagt, brauche ich euch von Liebe nichts zu erzählen. Die meisten von euch sind verheiratet oder waren verheiratet und Ihr solltet mir von Eurer Treue predigen.

Es gibt im Moment viele Sorgen und Unsicherheiten in der Kirche und ich bin der Überzeugung, wir würden die Hälfte aller Priester im aktiven Dienst mit einem Schlag verlieren, wenn es eure Treue nicht geben – eure Treue zueinander.

Was kann ich euch schon von Liebe erzählen?

Auf Netflix läuft eine wunderbare Serie über ultraorthodoxe Juden. (Shtisel Trailer)  Das sind die, wo die Frauen Röcke tragen und die Männer Hüte mit ganz langen Schläfen und Bart… eine völlig andere Welt und man ist sicher froh dass man da nicht leben muss, sondern hier im Ennstal. Und natürlich geht es dabei auch um den Generationenkonflikte, um überforderte Hausfrauen, um Einsamkeit und Familie. Und dann ist da ein junger Mann auf der Suche nach einer Frau. Keine Ahnung, vielleicht mit 20. Und damit schon viel zu alt für einen ultraorthodoxen Juden. Die heiraten wahrscheinlich alle bevor sie 20 werden?! Und jetzt sucht seinen Papa und ein Heiratsvermittler eine Frau für ihn. Er hat sich Anfang der Serie schon in die Mutter eines Schülers von ihm verguckt. Dummerweise ist sie Witwe, nein sogar zweifache Witwe. Das geht in den Augen des Papas und des Heiratsvermittler ist natürlich überhaupt nicht. Und tatsächlich sagt ihm diese Frau auch ab. Sie gibt ihm deutlichst zu verstehen, dass sie nicht heiraten will. Sodann beginnt die Suche nach einer andere Braut und die ist wunderschön und auch total lieb. Aber dem Bräutigam geht diese etwas ältere Frau nicht aus dem Sinn. Er will sie ein letztes Mal sehen und fordert sie auf ihm in die Augen zu sagen, dass sie nichts von ihm will und ihn nicht heiraten will.

Und jetzt kommt diese Szene, Sie sitzen sich gegenüber und die Frau zieht ihre Perücke vom Kopf. Schaue dir meine Haare an. Sie sind schon grau. Da und da. Eigentlich wollte die Frau den jungen Mann abschrecken. Aber es passiert jetzt genau das Gegenteil. Er liebt sie noch mehr. Er liebt jedes graue Haar an ihr.

Ich weiß nicht wie die Geschichte ausgeht. Aber ich habe an dieser Szene gesehen, was Liebe wirklich ist. Dass man jede Falte des Partners, der Partnerin liebt.

Mich erinnert das auch an die Begegnung Jesu heute mit der Sünderin.

Hat keiner dich verurteilt? Auch ich verurteile dich nicht.

Sehr wahrscheinlich hat diese Frau Schuld auf sich geladen. Die wurde nicht grundlos vor Jesus hingezerrt. Jesus war ja Rabbi und somit auch irgendwie Richter.

Der einzige, der Grund hätte, unser Richter zu sein, hat sich entschieden unser Liebhaber zu sein. (Marion Buchheister)

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Schülerbeichte

Die Zeit vor Ostern ist in der Steiermark auch die Zeit der Schülerbeichte. Meistens stehen mehrer Priester zur Verfügung und bieten für die verschiedenen Schultypen (Volksschule, Mittelschule und Gymnasium) ihre Dienste an. Der Religionslehrer koordiniert die Beichte (Vorbereitung im Unterricht, Zimmer, Termine).
Da kommt es dann im Rahmen der Beichte zu einem meist guten Gespräch. Als Priester ist mir diese Zeit so wichtig, da ich etwas von den Problemen der Schülerinnen und Schüler kennenlerne (Leistungsdruck, Trennungsschmerz, Umgang mit Aggressionen und vieles mehr). Als Mann Gottes kann ich den Geist des Gebets und der Gotteskindschaft in den Kindern neu erwecken. Preiset den HERRN, der uns die Schuld vergibt.

Beichtzimmer in der Mittelschule Liezen

Maria von Ägypten

Maria von Ägypten, Sammlung Mayer, Gotikmuseum, Stift Admont

Am 01. April gedenkt die Kirche der heiligen Einsiedlerin Maria von Ägypten. Sie lebte 17 Jahre als Prostituierte in Alexandria. Nach einem Erlebnis der Umkehr und Reue zog sie sich 46 Jahre in die Wüste jenseits des Jordans zurück.

Im Gotikmuseum in Admont wird diese Skulptur als „Maria Magdalena“ tituliert. Ich meine aber, die langen Haare, die ihren Leib bedecken, weisen sie als Maria von Ägypten aus.

P. Karl Wallner in Admont

Abt Gerhard und P. Karl Wallner

Am 31. März 2019 lud die Pfarre Admont zu ihrem diesjährigen Einkehrtag. Als Vortragender konnte Abt Gerhard, der ja auch zugleich Pfarrer von Admont ist, den Nationaldirektor des päpstlichen Missionswerkes (Missio) Dr. Pater Karl Wallner OCist begrüßen. Dank des hochkarätigen Referenten waren auch einige Gläubige aus anderen Stiftspfarren (zB. Öblarn oder St. Gallen) mit dabei. Im ersten Vortrag gab uns P. Karl einige Tips zur Fastenzeit und erklärte den Ehrentitel Jesu „Lamm Gottes“, der eng mit dem Osterfest zusammenhängt. Im zweiten Vortrag stellte er uns seine Arbeit als Nationaldirektor von Missio vor und gab einen Überblick, wo die Kirche in der Welt und speziell in Österreich steht. Er ermutigte uns missionarisch zu sein. Gott möchte etwas tun und er möchte es mit uns tun.

Kreuzweg mit der heiligen Klara von Assisi

Kreuzweg unseres Herrn Jesus Christus mit Klara von Assisi ✝︎1153
Hatte ich am 26.03.2003 zusammengestellt. Zum Lobe Gottes.

Kreuzweg am Frauenberg

01. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt.
O selige Armut! Denen, die sie lieben und hochschätzen, gewährt sie ewige Reichtümer!
O heilige Armut! Wer sie besitzt und nach ihr sich verzehrt, dem wird von Gott das Himmelreich verheißen, und ewiger Ruhm und seliges Leben ohne Zweifel verliehen.
O gottgefällige Armut! Sie hat der Herr Jesus Christus, der Himmel und Erde regierte und regiert, der auch sprach und es ward, vor allem anderen lieb gewinnen wollen. [1 Agn 15-17]

02. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schulter.
„Bleibt stark im heiligen Dienst, den Ihr in glühender Sehnsucht zum armen Gekreuzigten begonnen habt. Er hat ja für uns alle das Leiden des Kreuzes auf sich genommen und uns dadurch der Macht des Fürsten der Finsternis entrissen, in der wir wegen der Übertretung des Stammvaters in Banden gefesselt gehalten wurden. Und so hat er uns mit Gott dem Vater versöhnt. [1 Agn 13c ff]

03. Station: Jesus fällt zum ersten Male unter dem Kreuz.
Kurz ist unsere Mühsal hier, ewig dagegen der Lohn. Nicht verwirre DICH der Lärm der Welt, die vergeht wie Schatten. [Ermentrudis 5]

04. Station: Jesus begegnet seiner Mutter
Wie also sollte die glorreiche Jungfrau der Jungfrauen Ihn leiblich getragen hat, so kannst auch Du Ihn ohne jeglichen Zweifel stets in Deinem keuschen und jungfräulichen Leib geistig tragen, wenn Du den Fußstapfen ihrer Demut und besonders ihrer Armut nachfolgst; [3 Agn 24]

05. Station: Simone von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen.
Und liebt einander kraft der Liebe Christi und zeigt die Liebe, die ihr im Herzen habt, auch nach außen durch Werke, damit die Schwestern (und Brüder) durch dieses Beispiel immer in der Liebe zu Gott und in der Liebe zueinander wachsen. [Test Cl 59 f ]

06. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
In diesen Spiegel schaue täglich und betrachte immer in Ihm Dein Antlitz, auf dass Du Dich so gänzlich innerlich und äußerlich schmückst. In diesem Spiegel erstrahlen die selige Armut, die heilige Demut und die unaussprechliche Liebe.. [vgl. 4 Agn 15 ff]

07. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
Klara zu Agnes: Weil aber nur eines notwendig ist, so beschwöre ich dies Eine und ermahne Dich um der Liebe dessen willen, dem Du Dich als heiliges und wohlgefälliges Opfer dargebracht hast, dass Du, eingedenk Deines Vorsatzes, wie eine andere Rachel immer Deinen Anfang im Auge hast: Du mögest halten, was Du hältst, was Du tust, tue weiter, ohne zu säumen […] [2 Agn 10 f, ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen]

08. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen.
Denn in dieser Welt lassen sich manche weltliche Könige und Königinnen , deren Überheblichkeiten bis zum Himmel stiegen und deren Haupt die Wolken berührte, täuschen und werden am Ende wie ein Misthaufen verderben. [3 Agn 27]

09. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
Und weil Weg und Pfad, auf denen man geht, eng sind und die Pforte, durch die man zum Leben eintritt, schmal ist, so wandeln nur wenige darauf und treten durch sie ein; und wenn es schon wenige sind, die eine Zeitlang darauf wandeln, so sind es die wenigsten, die auf dem Weg ausharren. Selig aber jene, denen es gegeben ist, auf ihm zu wandeln und auszuharren bis ans Ende. [Test Cl 71 ff]

10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt.
Klara zu heiligen Agnes: Deshalb habt Ihr die Kleider, nämlich den irdischen Reichtum, abgelegt, um dem, der mit Euch ringt, in keiner Weise zu unterliegen, damit Ihr auf dem engen Weg und durch die schmale Pforte ins Himmelreich eintreten könnt. [1 Agn 29]

11. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt.
Klara zu Agnes: Schau auf den, der verachtenswert geworden ist für Dich! Ihm folge, die Du verachtenswert geworden bist in dieser Welt um seinetwillen. Deinen Bräutigam, schöner als die Menschenkinder, der um Deines Heiles willen der Geringste der Menschen geworden ist, verachtet, zerschlagen und am ganzen Körper vielfach gegeißelt, sogar in Kreuzesnöten sterbend, ihn, vieledle Königin, schaue an, betrachte, beschaue, ihm begehre nachzufolgen. [2 Agn 19]

12. Jesus stirbt am Kreuz.
Die Füchse nämlich, sagt er, haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, der Menschensohn aber, das heßt Christus, hat nichts, wohin er sein Haupt lege, sondern er neigte sein Haupt und gab den Geist auf. [1 Agn 18]

13. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt.
Wenn Du mit ihm Schmerzen empfindest, wirst Du mit ihm herrschen, wenn Du mit ihm leidest, wirst Du Dich mit ihm freuen, wenn Du mit ihm am Kreuz der Drangsal stirbst, wirst Du im Glanz der Heiligen mit ihm die himmlischen Wohnungen besitzen. [2 Agn 21]

14. Station: Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt.
Ich verneige mich mit Leib und Seele, ich beuge meine Knie, auf dass Er um der Liebe jenes willen, der arm in die Krippe gelegt wurde, arm in der Welt lebte, nackt am Marterholz verblieb und in das Grab gelegt wurde, (auf dass er) allezeit seine kleine Herde die Armut und Demut seines geliebten Sohnes und seiner glorreichen Jungfrau und Mutter beobachten lasse. [vgl. Test Cl 44-47]

Segen
Seid immer LiebhaberInnen Eurer eigenen Seele und der Seele all Eurer Mitschwestern und Mitbrüder, und seid immer besorgt zu beobachten, was ihr dem Herrn versprochen habt. Der Herr sei allezeit mit Euch und Er gebe, dass Ihr allezeit mit Ihm seid. [SegCl 13f]

Kreuzweg am Frauenberg

Eine der schönsten Übungen der Fastenzeit ist der Heilige Kreuzweg. Den durfte ich heute am Frauenberg mit einigen Gläubigen gehen. Das besondere an den dortigen Stationen: Die sind komplett anders und entsprechen nur zum Teil den gängigen 14 Stationen.

Kreuzweg am Frauenberg bei Admont mit Pater Ulrich
Kreuzweg am Frauenberg