Kongregationswallfahrt 2017

Kongregationswallfahrt 2017
Kongregationswallfahrt 2017

Am Pfingstdienstag treffen sich die Österreichischen Benediktiner alle zwei Jahre zu ihrer Kongregationswallfahrt. Heuer besuchten wir das Stift Kremsmünster, wo auch die Landesgartenschau stattfindet.

An die 100 Benediktinerinnen und Benediktiner gingen in Stille zu Fuß vom Stift zur Kaplaneikirche Kirchberg, wo wir die Heilige Messe feierten. Pater Daniel führte uns in das Thema Garten ein. So spielt ja auch in der Bibel der Paradiesgarten eine große Rolle. Das Paradies als mythischer Ort symbolisiert die schützende Liebe Gottes und wird zu unserem Sehnsuchtsort. Gerade auch bei der Auferstehung spielt der Garten eine große Rolle. (vgl. Joh 20,11ff)

Der Ort im Kloster, wo man Gott
am nächsten ist, ist nicht nur die Kirche,
sondern der Garten. Dort erfahren die
Mönche ihr größtes Glück
(Mönchsvater Pachomius)

KongregationswallfahrtNach dem reichhaltigen Mittagessen im großen Refektorium des Stiftes Kremsmünster gab es die Gelegenheit an sechs verschiedenen Führungen teilzunehmen. Ich erkundete gemeinsam mit Pater Daniel die Landesgartenschau. Da bestaunten wir den hortus benedicti, die Salat- und Gemüsebeete, einen Murmelweg und zahlreiche neu angelegte Gartenbereiche auf dem endlos großen Stiftsareal. Zum Schluss trafen wir uns zur Vesper in der Stiftskirche.

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Maiandacht in Bärndorf

Maiandacht in Bärndorf
P. Augustinus in Bärndorf

Das Schöne an den Maiandachten ist, dass wir gerade  im Wonnemonat Mai die Schöpfung preisen und in ihr das sagenhafte Geschöpf Maria.

Das Schöne an den Maiandachten in der Steiermark ist auch, dass da Kapellen und Marterln zum Zug kommen, wo sonst eher kein Gottesdienst stattfindet.

Gestern war ich mit Pater Augustinus in seinem Pfarrverband unterwegs und durfte bei der Maiandacht in Bärndorf dabei sein. Die Leute haben mich nicht mehr wiedererkannt, obwohl ich da doch vor sieben Jahren als Praktikant und Diakon tätig war. Aber der Bart macht mich so was von unkenntlich. Dabei durfte ich gestern auch wieder etwas lernen. Die Bedeutung des heiligen Bernhard in der Marienverehrung und die klare und mystische Sprache der Lauretanischen Litanei. Beides ist bei mir in den letzten Jahren ein wenig in Vergessenheit geraten. Wir Priester sollten wirklich aufeinander hören und das Gute beim anderen auch übernehmen. So will ich heuer bei meinen Maiandachten auch vermehrt die Gebete und Hinweise Bernhards und die Lauretanische Litanei nutzen. Auf dass in allem Gott verherrlicht  werde.

christliche Gemeinschaft

Abtsbenediktion0484Im Zuge der Abtsbenediktion unseres Abtes Gerhard hatte ich mir schon vor einer Woche Gedanken gemacht darüber, was es heißt, in einer Gemeinschaft von Mönchen zu leben.

Gemeinschaft kann man negativ definieren. Wenn man zB. sagt, wir haben einen gemeinsamen Gegner. Oder wenn man Furcht vor etwas hat und sich deshalb zusammenschliesst. Die vorpfingstliche Gemeinde hat Furcht:

als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten… (Joh 20,19)

Ein gemeinsamer Gegner oder die Furcht kann ja wohl nicht Leitfaden für eine christliche Gemeinschaft sein.

Christliche Gemeinschaft hat Wunden. Die Jüngerschar und besonders der Apostel Thomas schauen auf die Wunden Jesu. Er hat uns durch seinen Wunden heil gemacht. Auch ich werde durch den Einsatz für andere immer verwundbar.

Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. (Joh 20,25)

Christliche Gemeinschaft braucht immer den Mut und die Gottessuche des Einzelnen. Dies sieht man zB beim Ritus der Taufe. Da wird nicht ein gemeinsamer Wille der Eltern befragt oder das Glaubensbekenntnis der ganzen Familie. Hier wird immer nach dem Willen und dem Glauben des Individuums gefragt. Ich kann mich nicht herausreden. Ich habe als Mutter, Vater oder Ordensmann ein Bekenntnis abgelegt. Ja, ich will. Ja, ich glaube. Ja, ich bin bereit.
_O0B3268Ähnlich ist es ja in der Regel des Heiligen Benedikt, wo die Gottsuche des Mönches Grundlage unseres Lebens ist und die Gemeinschaft nie irgendeine Hängemitte ist, die uns auffängt. Natürlich ist Gemeinschaft Halt und Stütze im Alltag. Gerade das Chorgebet und das gemeinsame Leben prägen uns. Voraussetzung ist aber immer die persönliche Gottsuche. Ja, ich will. Ja, ich glaube. Ja, ich bin bereit.

Man achte genau darauf, ob der Novize wirklich Gott sucht, ob er Eifer hat für den Gottesdienst, ob er bereit ist zu gehorchen und ob er fähig ist, Widerwärtiges zu ertragen. (RB 58,7)

Christliche Gemeinschaft ist kein Strohfeuer. Die Beharrlichkeit ist entscheidend.

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt (Joh 20,26)

verwandter Link:

Texte des 2. Sonntags der Osterzeit (Lesjahr A)
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lingātor

cropped-img_0855.jpglingātor, ōris, m. Löffelabschlecker, Pater, der im Kloster immer den Löffel abschleckt.

Pater P. bekommt vom Tischdienst mittlerweile jeden Abend beim Abräumen den Löffel aus dem Preiselbeerglas gereicht, damit er ihn abschlecken kann. Pater Berthold und Pater Thomas haben sofort eine lateinische Bezeichnung für diesen wichtigen Dienst gefunden: Pater Lingator.

Personenbezeichnung (Klosterwesen) – wiki

alltagstaugliche Kirchenlehrerinnen

Heilige Hildegard von BingenIn dieser Fastenzeit predige ich vor allem über die vier Kirchenlehrerinnen. Teresa von Avila und und Hildegard von Bingen haben eine Gemeinsamkeit: Sie blieben nicht in ihrem Kloster, wo sie dann in ihrer Verzückung etwas niedergeschrieben haben, sondern sie waren „bei de Loit“. <— wie man so schön sagt. Hildegard ist von Fürstenhof zu Fürstenhof gezogen und hat den weltlichen und geistlichen Herren ordentlich die Meinung gesagt. Teresa hat unzählige Orte in Spanien besucht, wo sie sich persönlich um ihre neuen Klosterniederlassungen gekümmert hat. Und gerade Teresa ist als Kirchenlehrerin alltagstauglich. Wie hält es an, wie überlebt unser Glaube im Alltag. Das erfahren wir bei Teresa gerade in ihren Anleitungen zum Gebet.
Teresa gibt uns drei Punkte mit auf den Weg:
Innerlichkeit, Demut und Wirksamkeit.
Ein Gebet erfordert Nachdenken. Mit wem rede ich eigentlich? Mit Gott oder einem Sklaven? Schreibe ich IHM nicht zu oft vor, Gott, mach das so. 
Kann man so mit einer Majestät reden?

Die Seele kann sich Christum den Herrn vergegenwärtigen, und sich gewöhnen, seine heilige Menschheit recht innig zu lieben, stets mit ihm zu wandeln, mit ihm zu reden, ihm ihre Bedürfnisse vorzutragen, ihm ihre Widerwärtigkeiten zu klagen. Man braucht hierzu keine besonderen Gebetlein, sondern man spricht nur solche Worte, die dem inneren Verlangen und den Bedürfnissen entsprechen.

ganze Predigt am vergangenen Sonntag
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Der micht atmen lässt, bist du lebendiger Gott.

Kapuzinerkloster IrdningAb und zu suchen wir Priester auch die besondere Einkehr. Die fanden wir am 09. März 2017 im Kapuzinerkloster Irdning. Bruder Rudolf begleitete uns durch den Tag, den wir vor allem in Stille verbrachten. Zu Beginn erzählte jeder Priester von seiner momentanen Situation, vom Schönen und Klitzernden, das in manch kantigem Stein verborgen ist.
In einer Stilleübung machte uns Bruder Rudolf auf unsern Atem aufmerksam; dann erinnerte er uns daran, wie der Herrgott den heiligen Franziskus beauftragte:

Als Franziskus einige Tage nachher an der Kirche S. Damiano vorbeiging, wurde ihm im Geiste gesagt, er solle zum Beten hineingehen. Er betrat die Kirche und begann innig vor einem Bild des Gekreuzigten zu beten, das ihn liebevoll und gütig ansprach, indem es sagte: „Franziskus, siehst du nicht, daß mein Haus in Verfall gerät? Geh also hin und stelle es mir wieder her!“ Zitternd und staunend sprach Franziskus: „Gerne, Herr, will ich es tun“. Er meinte nämlich, dass sich das Wort auf jene Kirche S. Damiano beziehe, der ihres sehr hohen Alters wegen ein baldiger Einsturz drohte. Jene Anrede aber erfüllte ihn mit so großer Freude und erleuchtete ihn mit so hellem Licht, dass er Christus den Gekreuzigten, der zu ihm gesprochen, wahrhaft in seinem Herzen fühlte. (Dreigefährtenlegende V 13)

So ist Berufung. Sie ist ein Geschenk und es geht vor allem darum, dass die FREUDE am HERRN in unser Herz einzieht. Und da ist es wie beim Atmen; ich kann nichts dafür tun. es geschieht einfach. Der gekreuzigte Heiland begegnet uns in unserm Herzen. Eine echte Herzensbegegnung.

Kapuzinerkloster IrdningWir genossen die Stille und die edle Einfachheit des Kapuzinerklosters.

In der heiligen Messe bekamen wir vom Dechanten Pfarrer Andreas Lechner ein wenig Nachhilfe in Physik: Arbeit = Kraft * Weg (Goldene Regel der Mechanik). Diese beiden wichtigen Faktoren dürfen wir bei unserer Arbeit im Weinberg des HERRN nicht vergessen. Die Kraft ist der Heilige Geist, der Lebensatem… Der Weg ist Jesus Christus.

Nachher gab es Kürbissuppe und Gemüsestrudel bei Haydnmusik. Danke an Bruder Rudolf für den wirklich gelungenen Einkehrtag. Preiset den HERRN, der uns still sein lässt.

Kapuzinerkloster Irdning

Lied „der mich atmen lässt“ auf youtube (Melodie: Beate Bendel, Text: Anton Rotzetter OFMCap)
Goldene Regel der Mechanik
Texte der Messfeier am Donnerstag der 1. Woche in der Fastenzeit
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