Einkleidung im Stift Admont

Konvent des Benediktinerstiftes Admont am Schutzengelfest 2017
Am Schutzengelfest wurden zwei Männer von Abt Gerhard Hafner OSB im Stift Admont eingekleidet: Frater Alexander (rechts vom Abt) und Frater Rupert (links vom Abt).

Singt dem Herrn ein neues Lied, / singt dem Herrn, alle Lande, * singt dem Herrn, preist seinen Namen!
Verkündet sein Heil von Tag zu Tag! / Erzählt bei den Nationen von seiner Herrlichkeit, * 
bei allen Völkern von seinen Wundern! Psalm 96, 1-3 (EÜ 2016)

Video zur Einkleidung
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Dveri Pax – Tor des Friedens

Schloss Jarenina - Dveri Pax
Das Weingut des Stiftes Admont in Jarenina trägt den Namen Dveri Pax. Wie passend, ist doch der Weinstock auch ein Bild für den Frieden, denn in Kriegszeiten hat man weder Zeit noch Platz für die Weinlese.

Salomo hatte Frieden von allen Seiten ringsumher. Und Juda und Israel wohnten in Sicherheit, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, von Dan bis Beerscheba alle Tage Salomos. 1. Könige 5,4b-5

Schloss Jarenina - Dveri PaxIch war das letzte Mal 2007 in Jarenina und durfte diese Woche wiedereinmal das Weingut des Stiftes mit meinem Heimatpfarrer besichtigen.

Tipp für Sparer: Wenn man die 15 Euro für die slowenische Autobahnvignette nicht berappen will, dann sollte man schon in Spielberg abfahren.

Was sich da in letzten Jahren getan hat, ist sagenhaft. Direkt nach der Grenze zu Österreich befindet sich eines der modernstes und doch in jahrhundertealter Tradition stehende Weingüter Europas. Freundlich Weiterlesen „Dveri Pax – Tor des Friedens“

ehrlich atheistisch auf dem Land

SubiacoEs begegnen uns in der ersten Schulwoche vor allem die Kinder bei den unzähligen Schulgottesdiensten in der Steiermark. Am Montag hatte ich in einer Dorfkirche eine besondere Begegnung. Man versucht halt die Kinder ein bisschen einzubinden. „Bei eurer Taufe“, so fing ich an, „wurde wahrscheinlich genau dieses Evangelium vorgelesen, das ihr gerade gehört habt.“ (Mk 10,13ff) Darauf ein Mädchen in der ersten Reihe: „Ich bin nicht getauft.“
Ich hatte meine Kinderbibel in der Hand und fragte, wer denn auch eine Kinderbibel hätte. Und einige Kinder meldeten sich auch. Eine meinte, ihre Mutter hätte eine… Und dann habe ich den Kindern erklärt, dass viele Menschen in der Bibel von Gott erzählen und das sie sich IHN jeweils anders vorstellen. Der eine sieht IHN als starken Kämpfer, der andere als kleines Kind in der Krippe… Wieder meldete sich das Mädchen: „Oder sie denken, es gibt keine Gott.“
Das hätte ich vielleicht in irgendeiner Wiener Volksschule erwartet. Aber doch nicht hier. Aber zum Trost: Die fröhlichen Glaubenslieder hat das nicht getaufte Mädchen dann umso kräftiger mitgesungen.

Herr, ich bitte Dich heute Abend besonders für alle Ungetauften, für alle, die niemanden haben, der ihnen von Dir erzählt. Schenke ihnen Deine Wärme und Dein Licht, dass  sie glauben, wo es keiner mehr wagt.

update 14. November 2017: Das Mädchen will getauft werden und wird noch im November getauft. Zum Lobe Gottes.

neue Glocken für St. Gallen

Vor zwei Jahren wurde eine kleine Filialkirche in St. Gallen-Weißenbach aufgelöst. Infolgedessen hatten wir zwei Glocken über, die aber nicht zum Stammgeläut unserer Pfarrkirche passten. Man entschloss sich deshalb, aus der Bronze der alten Glocken zwei neue Glocken zu gießen. Ich durfte Glockenpate der kleinen Glocke sein und dieser somit auch einen Namen geben. Ich entschied mich ohne lange zu überlegen für den Friedenstifter Niklaus von der Flüe. Weil unsere Zeit den Frieden so sehr braucht und wünscht.

Am Sonntag war dann die Glockenweihe durch Abt Gerhard. Diese großartige Feier war auch gleichzeitig meine Verabschiedung aus dem Pfarrverband St. Gallen – Altenmarkt und Unterlaussa. Seit 01. September bin ich nicht mehr Kaplan dort, sondern Seelsorger im Pfarrverband Frauenberg, Ardning, Hall.

Hier nun das neue Geläut. Es beginnt mit der kleinen Glocke (Niklaus v. d. Flue“, Grassmayr 2016, 162kg, Ton dis’’)

Die Tapferkeit des Priesters

Opferlichter in der Stiftskirche AdmontWas ist ein Priester? Was ist ein Seelsorger? Jeder kennt vielleicht das Idealbild eines Pfarrers, das er seit seiner Kindheit oder Jugend hat. Der französische Schriftsteller Victor Hugo zeichnet 1862 einen Bischof, der heiligmäßiger nicht sein könnte. Und er ist nicht gerade in eine rosige Zeit hineingeboren. Laut Autor gabe es damals auch kaum Priesternachwuchs in den kleinen Diözesen. So schreibt Hugo: Die Alten um ihn herum „glichen ihm, außer, dass sie am Ende waren, er aber vollendet.“

Über den Bischof von Digne, M. Myriel, schreibt Victor Hugo im 4. Kapitel seines Romans „Die Elenden“ (französisch: Les Misérables):

Er wusste, wann es zu schweigen galt und wann er sprechen musste. O wunderbarer Tröster. Er versuchte nicht den Schmerz durch Vergessen zu mildern, sondern durch die Hoffnung zu adlen. Ihm durch Hoffnung Würde zu verleihen. Seine Worte waren: Gebt acht, wie ihr euch der Toten zuwendet; schaut nicht auf das, was verwest. Schaut hin und ihr seht das lebendige Licht eures geliebten Toten in der Tiefe des Himmels. Er wusste, dass Glaube gesund ist.

Über den Bischof von Digne, M. Myriel, schreibt Victor Hugo im 6. Kapitel seines Romans „Die Elenden“ (französisch: Les Misérables):

Das ist der Unterschied: Die Tür des Arztes darf nie verschlossen sein, die des Priesters muss immer geöffnet sein. Es gibt die Tapferkeit des Priesters und es gibt die Tapferkeit des Obersten der Dragoner. Nur muss die Tapferkeit des Priesters eine Tapferkeit im Stillen sein.

verwandte Links:
Pfarrer Hubert Thiel (mein einstiger Heimatpfarrer)

meine Sonntagspredigt (27. Aug. 2017)
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