Bergmesse auf der Plesch

Fast musste man mich auf die Plesch rauftragen. Es war ein für mich ein recht beschwerlicher, steiler Weg über 1 1/2 Stunden von einen Parkplatz am Forstweg zum Gipfelkreuz ganz oben.

Oben wurden wir dann mit einem herrlichen Ausblick belohnt. Auf der Plesch hat man einen Ausblick über die Gesäuseberge im Osten und bis zum Dachsteinmassiv im Westen. Während des Evangeliums und der Wandlung ließen es die Haller Böllerschüssen krachen. Es spielten acht Musiker des Musikvereins Admont Hall. Auch der Abstieg war dann weniger beschwerlich.

Ein Lied für die Wallfahrt. Ich erhebe meine Augen zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde erschaffen hat.

Psalm 121, 1+2
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Admont Vorreiter in den sozialen Medien

Bibliothek des Benediktinerstiftes Admont

Es gibt kein anderes Kloster in Europa, dessen Aktivitäten so viele Menschen auf facebook verfolgen wie unser Benediktinerstift Admont. Neudeutsch: 30.236 Follower. Das ist vor allem der offensiven Strategie unserer Marketingabteilung zu verdanken; aber auch der Herr Abt und viele Brüder, die dem ganzen ihr Gesicht leihen und vor allem Frater Vinzenz, der an vorderster Front dabei ist, haben ihr Scherflein dazu beigetragen.

Natürlich sind wir uns darüber im Klaren, dass wir mit einem offensiven Facebook-Auftritt auch eine Plattform für Kritik bieten. Da fällt es einem nicht immer leicht, Kritik anzunehmen und verständnisvoll zu reagieren. (…) Meistens ist der Kritiker froh und vielleicht auch erstaunt, dass er eine Rückmeldung bekommt.“

So werde ich in den Salzburger Nachrichten zitiert. (Artikel vom 24.06.2019)

Wenn die Anzahl der Likes auch wächst, verliert nicht euer Herz an sie!

frei nach Psalm 62,11b

Predigt über das Psalmengebet

Oft sagt der Überbringer der Botschaft mehr über die Botschaft aus, als der Inhalt oder die Buchstaben. Ich denke da auch an den Bidlmann.
Oder stellen sie sich vor: in der Antike ein Herold mit feinen Gewändern und edlem Gesicht —> da weiß jeder, es muss ein gewaltiger Herrscher dahinter stehen. Oder ein zerzauster, mit Wunden übersäter Krieger bringt schwer schnaufend die Kunde, dass feindliche Soldaten über das Land herfallen. Die äußeren Begleitumstände untermauern in beiden Fällen die Botschaft.
Beim Psalmengebet in einem Kloster wurden auch regelmäßig die Gäste eingeladen. Da ist es für Neulinge oft nicht so einfach die richtige Seite aufzuschlagen; da sind dann die älteren Patres gefordert: Vorbeten und gleichzeitig schauen, dass der Gast die richtige Seite hat. In seiner totalen Hektik betete sodann Pater Damasus OFM und gab gleichzeitig gehetzt Anweisungen:
„Gott, du mein Gott, dich suche ich, (…) auf Seite 201!“
Ich möchte heute ruhig mal unseren Fokus auf den Psalm richten, der in der sonntäglichen Liturgie seinen normalen Platz zwischen den beiden Lesungen hat.
Das Buch der Psalmen befindet sich ungefähr in der Mitte der Bibel und ist Leben in Gebet gefasst. Gefahr, Freude, Hunger, Sehnsucht, Abschied, Wiedersehen, Tod, Bedrohung, Hilfe, Verheissung. Alle Facetten des Lebens kommen darin vor. Der Mensch in seiner Verdorbenheit, aber auch in seiner Heiligkeit. Mir fällt kein Aspekt ein, der bei den Psalmen ausgeklammert wird. Der fromme Jude und der ägyptische Mönch im 3., 4. und 5. Jahrhundert konnte alle 150 Psalmen auswendig und hat sie tagtäglich gebetet.
Wir Admonter Mönche beten die 150 Psalmen innerhalb von zwei Wochen.
Jede Gemeinschaft betet die Psalmen ein bisschen anders: Reihenfolge, Länge der Pausen, im Wechsel oder mit Vorbeter usw.
Eine Art, die im angloamerikanischen Raum gepflegt wird, hat mir besonders getaugt: Man rezitiert den Psalm langsam, dann lässt man eine Pause von einer knappen Minute und dann betet man die Psalmoration, ein Gebet, das noch mal einen Kerngedanken des Psalms aufgreift.
Daran wird deutlich, dass die Mönche mit den Psalmen beten. Aus den Psalmen heraus entsteht die lebendige Zwiesprache mit Gott.
Anstelle der Psalmen hat das katholische Volk den nicht weniger heiligen Rosenkranz gebetet. Mit Maria an der Hand das Leben Jesu betrachtend. Analog zu den 150 Psalmen gab es 150 Ave Marias, die sich aus dem freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen Rosenkranz zusammensetzten, mit jeweils 50 Ave Marias.
Egal ob Psalmen oder Rosenkranz – wichtig ist beim christlichen Gebet immer die Hingabe. Jesus hat als frommer Jude alle 150 Psalmen gebetet. Er, der ohne Sünde war, betet das Gebet des sündigen, aber auch geretteten Menschen. Stellvertretend für uns betet Jesus. Er nimmt sein Volk, alle die seinen Namen tragen (alle Christen), er nimmt Dich und mich und empfiehlt uns im Gebet seinem himmlischen Vater.
Hingebungsvoll betet er für uns und ist für uns da.
Ebenso hingebungsvoll sollen, dürfen, können wir für andere beten und für andere da sein.

Gebhardstag 2019

Heuer feierten wir einen ganz besonderen Gründertag im Benediktinerstift Admont: Die Gebeine unseres Gründers Gebhard von Salzburg wurden vor einer guten Woche gesichtet und sein Haupt war heute für alle sichtbar auf dem Altar zu sehen. Prior Pater Maximilian erinnerte in seiner Predigt an den seligen Gebhard, aber auch an die ersten zwölf Mönche, die vor 945 Jahren in Admont begannen, zu beten, zu arbeiten und die Schriften zu lesen.

Von Hall aus bin ich zu Fuß mit zwölf Gläubigen nach Admont gepilgert. Zum Lobe Gottes. Amen.