Reimpredigt 2017

cropped-img_0855.jpgEin Mönch in Admont tut viel beten,
doch zählt er nicht zu den Asketen.

Wir geben uns zwar Essenratschläge,
doch sind wir dann aus anderem Gepräge.

Die Stiftsküche kocht uns die besten Sachen,
da kannst du ´ne Diät nicht machen.

Sankt Benedikt sagt uns „alles mit Maß“,
ich diesen Ausspruch oft vergaß.

Übrigens sag´ ich heut´ jedem Kirchgänger:
Das Messgewand wird auch immer enger.

OK, ich hab ein Bäuchlein vom vielen Essen,
hab auch die Bewegung dabei vergessen.

Was soll man essen, was ist zu meiden,
darum, sagt Jesus, geht´s den Heiden.

Ja soll ich als Mönchlein ungesund leben
und gar nix auf gesundes Essen geben?

Zumindest wird mir durchs Evangelium klar,
das Reich Gottes ist nicht durchs Essen umsetzbar.

Jesus zeigt auf Blumen und Tieren
und will uns so seinen Lebensstil präsentieren.

Hier sind im Vorteil Bauer oder Naturkundlér,
denn ihnen fällt der Vergleich nicht schwer.

So kann ich Pflanzen und Tiere hegen und pflegen,
doch das erste Wachstum muss ein anderer geben.

Dem Bauern ist das herzlich egal,
kommt höchstens zur Messe im Jahr zweimal.

Es ist der Herrgott, der uns geschaffen:
Den Baum, die Raupe oder auch den Affen.

All die Schönheit der weiten Welt
hat seinen Ursprung nicht im Geld.

Ich kann noch so rackern und ackern und probieren.
Doch die Kraft zum Wachsen kann ich nicht simulieren.

ER ist es, der das Leben schafft,
mir Atem gibt und wieder Kraft.

Und wie der Vogel kann nach oben steigen,
so ist die Freiheit dem Menschen eigen.

Der Mehrwert des Menschen wird hier klar:
Seine Freiheit macht ihn so kostbar.

Gott will es so und sperrt uns nicht ein,
kein Käfig, kein Halsband stört unser Sein.

Wir sind eben keine Marionetten
oder von ihm irgendwelche traurigen Kletten.

Gott tut uns nicht als hässliches Etwas einstufen:
Zur Freiheit und Schönheit sind wir berufen.

Frei wie ein Vogel können wir die Lüfte erklimmen
oder wie ein Fisch in die tiefste Tiefe schwimmen.

Jetzt denkst du vielleicht, warum sind Mönche dann eingesperrt,
warum darf ein Pfarrer nicht heiraten? Ist das nicht verkehrt?

Freiheit ist im christlichen Sinn
für etwas Gutes der Beginn.

Eine Ehepaar, eine Mutter, ein Vater,
haben auch ihre Verpflichtung und Bindung wie ein Pater.

Ein echter Seelsorger muss auch deren Nöte kennen
und nicht nur sudern und die eigenen benennen.

Abt Gerhard und seine Mönche quälen viele Sorgen.
Sie müssen halt denken auch an morgen.

Wer wird der nächste Pfarrer hier?
Und was hat der Abt denn vor mit mir?

Keine Angst, wir tun es euch rechtzeitig mitteilen.
Da ist soviel zu tun, man müsst´ sich zerteilen.

Doch können wir nur mit Gott gewinnen,
wobei wir uns auf unsern Grundauftrag besinnen

Gebet und Arbeit hat Benedikt uns aufgetragen,
seine Schuld eingestehen und es immer wieder neu wagen.

Alles zu Gottes größeren Ehre,
dann geht mein Leben nicht ins Leere.

Und zum Schluss möcht´ ich Rosegger zitieren
und damit etwas Gutes in uns aktivieren:

Arm ist nicht wer wenig hat,
sondern viel braucht, (der wird niemals satt.)

Liebe Lilien von Unterlaussa / Altenmarkt, tut eure Schönheit nicht verstecken,
sondern entdeckt eure Gotteskindschaft, die ihr empfangen habt im Taufbecken.

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Glocken des Friedens

Mölln (Mecklenburg) Kirchenglocke 2010-07-20 149Ich liebe es ja, vor Schülern zu stehen (oder wie heute auf dem Boden zu sitzen) und ihnen Fragen zu stellen, auf die ich selber keine fixe Antwort weiß. Heute habe ich bei der Adventkranzsegnung die Kinder der Volksschule Sankt Gallen gefragt, was Glocken denn mit Weihnachten zu tun haben. Viele Kinder haben geantwortet, dass die Eltern bzw. das Christkind mit einer Glocke läutet, wenn Bescherung ist. Und daran kann ich mich in der Tat auch noch erinnern… Doch dann kam ein Bub, der verbindet mit den Glocken tatsächlich FRIEDEN und HOFFNUNG. Das hat mir voll getaugt. Und da habe ich mich an das Ende des Weihnachtsevangeliums erinnert, wo der Engel den Hirten verkündet: FRIEDE den Menschen seiner Gnade.

Verzeihen, verbinden, verschnaufen

Pfarrhofkapelle St. GallenIn Altenmarkt durfte ich am Christi Himmelfahrtstag eine Bittprozession begrüßen. Diese Form des Gebetes ist in unserem Pfarrverband durchaus üblich: Ortschaften am Rande der Gemeinde ziehen in einer kleinen Prozession den Rosenkranz betend gemeinsam zum Gottesdienst. Am Kirchenportal werden sie dann vom Priester mit Weihwasser besprengt und eventuell in der Messe auch noch mal extra begrüsst, wenn – ja wenn – sie noch da sind… Da gibt es tatsächlich einige, die vorne in die Kirche einziehen und sofort die Kirche wieder hinten verlassen. Sie fliehen vor dem  Priester, der Kirche und dem Wort Gottes. Sie halten es keine 45 Minuten im Gotteshaus aus. Nix wie raus.
Ein ähnliches Bild gibt es bei den Begräbnissen. Man versammelt sich vor der Kirche. Da findet am Sarg oder bei der Urne ein kurzes Gebet statt. Dann ziehen alle in die Kirche zur Feier des Requiems <— könnte man meinen. Aber dann gibt es auch hier einige, die die Kirche gleich wieder verlassen. „Ich wurde gesehen und habe meine Schuldigkeit getan,“ so werden sich diese Leute vielleicht denken. Bleiben und Ausharren ist nicht ihr Ding.
Natürlich kann mir jetzt jemand sagen, „Herr, Kaplan, reg’ dich nicht auf, es gibt Schlimmeres.“
Was mich daran so stört und (fast) in Rage bringt, ist die Tatsache, dass man sich ein frommes Denkmäntelchen gibt, das Geschenk des Glaubens aber nicht annimmt.
Bleiben und Ausharren ist nicht unbedingt typisch in Zeiten wie diesen. Gerade vor und nach dem Fest Christi Himmelfahrt hören wir immer wieder von Jesus Christus, dass er bei uns bleibt. Dieses Bleiben ist charakteristisch für uns Christen. Wir sind kein kurzer Gesäusesturm, der schnell wieder vergeht, sondern wir sind gekommen um zu bleiben.
Doch wie stellt man das an? Wie kann man in der Gemeinschaft ausharren?

drei Wörter mit V sollen uns dabei helfen:

Verzeihen: Man kann nicht bleiben, wenn man immer im Groll gegen sich und andere ist. Man muss jeden Tag verzeihen. Eine Ehe daher keine drei Jahre, wenn man nicht im Verzeihen geübt ist. Wie wichtig Vergebung ist, wird auch beim Martyrium des heiligen Stefanus deutlich. Bevor er stirbt, betet er für seine Mörder: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ Ein christliches Martyrium ist nichts wert, wenn der Getötete Hass in sich trägt. Gerade das Gebet für den anderen, der mir Böses tut, ist ein erster und wichtiger Schritt, damit ich Verzeihen kann. Der Geist Gottes schenkt uns Vergesslichkeit gegenüber den Schwächen und Fehlern der anderen.

Verbinden: In der Osterzeit hören wir immer wieder wie innig Jesus verbunden ist mit seinem Vater. Er ist nicht nur der gehorsame Gottesknecht, sondern auch der geliebte Sohn beim Vater. Vater und Sohn sind eins. Diese Einheit ist uns aufgetragen. Oft wird (in der Politik oder sonstwo) ein Spaltung herbeigeredet. Es wird so getan, als ob eh schon alles den Bach runter geht und niemand mehr in Harmonie zusammenfindet. Der Christ ist beauftragt auch anderen zu helfen, die Spaltungen zu überwinden. Der Geist Gottes schenkt uns die Kraft zu verbinden und zu heilen.

Verschnaufen: Egal ob beim Bergsteigen oder Radlfahrn durchs Gesäuse: Die Verschnaufpausen sind oft die schönsten und wichtigsten Momente. Man kann in der Beziehung zum andern nicht durchstarten ohne auch mal einen Abstand zu gewinnen. Dabei kann man von einer anderen Warte aus den (gemeinsam) zurückgelegten Weg anschauen und in sich die Dankbarkeit verspüren. Der Geist Gottes schenkt uns Atem für die Seele und den Leib.

verwandter Artikel:
Mönche, die bleiben (09. Juni 2015)
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auf all unsern Wegen durchs steirische Land

Blumenschmuck Stift Admont, Danke JosefIch sing ja bei meinen Maiandachten in der Pfarre „Maria, dich lieben“ nur noch mit Steiermarkbezug:

Maria, dich lieben ist allzeit mein Sinn;
dir wurde die Fülle der Gnaden verliehn:
du Jungfrau, auf dich hat der Geist sich gesenkt;
du Mutter hast uns den Erlöser geschenkt.

Du Mutter der Gnaden, o reich uns die Hand
auf all unsern Wegen durchs steirische* Land.
Hilf uns, deinen Kindern, in Not und Gefahr;
mach allen, die suchen, den Sohn offenbar.

* man kann auch einsetzen: badische, fränkische, hessische, schwäbische, sächsische.

Landauf – landab – der Kreuzweg

Kalvarienberg Landl
Schneerose, die erste Speise für die Bienen im Frühjahr, Mahlzeit.

Landauf -landab wird in den 40 Tagen vor Ostern der Kreuzweg gebetet. Viele Gemeinden haben sogar einen kleinen Kalvarienberg auf ihrem Gebiet, wo man sich zum Beten des Kreuzwegs versammelt. Es gibt wohl kaum ein Gebet, wo so deutlich wird, dass die Leiden dieses Zeit hineingenommen sind in die Leiden unseres HERRN Jesus Christus. Am Sonntag war ich in Landl zu Gast, wo Pater Engelbert mit einer guten Handvoll Gläubige den Kalvarienberg erklommen hat.

Kalvarienberg Landl weiter Bilder… Weiterlesen „Landauf – landab – der Kreuzweg“

Vergänglichkeit ins Gesicht geschrieben

  Gefühlte 100 Aschenkreuze habe ich den Menschen in Altenmarkt und Unterlaussa auf die Stirn gezeichnet. Für mich ist der Moment besonders bewegend, wenn zB. Witwen unmittelbar vor mir stehen, deren Ehemänner wir vor kurzer Zeit verabschiedet haben; sie haben doch ihr bestes Teil der verloren und tief in sich den Schmerz des Todes erfahren.

Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurück kehrst.

So lautet der Spruch, den ich Asche spendend, den Leuten zuspreche. Eine Botschaft, die uns als Menschen alle angeht und so gar nichts mit dieser lauten, grellen Fortschrittswelt gemein hat. Eine Botschaft, die nicht aufbauend ist oder zu irgendwas ermuntert. Übrigens scheint die trockene Asche besonders gut auf Schminke zu halten.

An so einem Aschermittwoch (oder Aschersonntag? – bei uns wird nämlich am 1. Fastensonntag auch noch mal die Asche ausgeteilt) weiß ein Priester, dass er dazu da ist, höchste Freude und tiefstes Leid mit den Menschen zu teilen. Gelobt sei der HERR, der für Uns am Kreuz gestorben ist.