Schwerter zu Pflugscharen

Letzte Woche gab es in Israel zahlreiche Waldbrände. Inzwischen sind die Feuer gelöscht. Das Schlimme daran war, dass viele Menschen im Internet ihre Freude über diese Katastrophe zum Ausdruck brachten. Und da hat tatsächlich auch einer meiner Facebook-Freunde gepostet: Gott möge die Juden verbrennen – jetzt und im Jenseits (in der Hölle). Ich war schockiert. Habe etwas dagegen drunter geschrieben. Man kann doch Menschen nicht den Tod wünschen und was wäre das für ein Gott? Der Kerl hat meinen Kommentar erst mal gelikt und mir dann ne Privatnachricht geschrieben. Inzwischen hat er tatsächlich alle seine Hasspostings gelöscht und will sich mit mir treffen.

Bundesarchiv Bild 183-1990-1029-014, Erfurt, vor Kaserne, "Schwerter zu Pflugscharen"Ich will den Mann nicht bekehren. Ich weiß auch gar nicht, ob es möglich ist, so einen abgrundtiefen Hass, der in die Seelen junger Kinder eingepflanzt wurde, wieder raus zu bekommen. Die heutige Lesung aus Jesaja vertraut darauf, dass man dieses System des Hasses, der Gewalt, wo nur der Stärkere siegt, dass man dieses System überwinden kann.

Heute kämpft man nicht mehr mit Schwertern; und Pflugscharen gibt es zwar noch, aber die sehen heute auch anders aus als vor 2.500 Jahren.

Über 1,7 Billionen US-Dollar werden jährlich weltweit in die Rüstung gesteckt. Mit Hass kann man also richtig viel Geld verdienen.

Und dann gibt es aber noch ein Schwert, dass jeder von uns hat. Es ist das Schwert des Wortes. Ich kann den andern damit verletzen. Genauso kann ich das Schwert aber auch gegen mich selbst wenden, wenn ich mich nicht mag und sich mein Hass gegen mich selbst wendet.

Der Prophet redet von Pflugscharen. Das ist etwas Produktives. Da kann was wachsen, wenn die Erde vom Pflug gelockert wurde. Nutzen wir diese Adventzeit für etwas Gutes. Rüsten wir ab, wenn es um unsere eigenen Waffen geht – die Waffen gegen den, den ich nicht mag und die Waffen gegen mich. Machen wir was Produktives.

(Auf Frieden sinnen, bei sich beginnen)

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