König mit Gold geht gar nicht ;-)

Mindelheim, Krippe der Jesuitenkirche

In diesen Tagen werden auch die heiligen drei Könige zur Krippe gestellt. Nur den mit Gold, den kann man heuer nicht hinstellen, weil wir wollen ja keine Prunkkirche sein, keinen Prunkkönig in der Krippe usw. Auch die anderen beiden Könige haben sich bei genauerem Hinsehen doch überlebt? Da bringt einer Myrrhe? Für den Tod des Königs Jesus. An den Tod wollen wir in unserer Lach- und Spaßgesellschaft auch nicht erinnert werden. Mord und Totschlag gibt’s zwar in den Nachrichten und beim sonntäglichen Tatort, aber mein eigener Tod?! Daran denken wir mal lieber nicht. Früher war es eine christliche Kunst, sich in den eigenen Tod einzuüben.
Und der dritte König bringt den Weihrauch. Ein Symbol für Gott. Jesus Christus soll also Gott sein. Für die Mehrheit der Katholiken in Österreich ist er das doch nicht?! oder?! Ist Jesus nicht einfach nur ein guter Mensch, der uns lehrt gut zu sein und wahrscheinlich auch noch Vegetarier war,  weil er ja so brav war und keiner Fliege was zu leiden tun konnte? Aber Gott, dazu sterblich und mit Gold überschüttet. Na, passt des zu den Vorstellungen, die sich mancher vom Christentum macht. Ich glaube, es wäre besser die Dreikönige hätten dem Jesuskind einen Weichspüler mitgebracht, damit alles schön kuschelig weich ist und es ja nicht weh tut.
So haben die Könige ausgedient und können auch da bleiben, wo sie hergekommen sind.
oder?!
Nein, natürlich nicht. Für mich stehen diese Magier für die Fernen, die gar nicht mitten in der Kirche oder im Volk Gottes stehen. Und doch beten sie an, was sie (noch) nicht kennen. Es zeigt einmal mehr, wie universell die Botschaft Gottes ist. Wie SEINE WEISHEIT auch den Fremden mitgeteilt wird.
DIESE Weisheit verehren wir. Sie war vor aller Zeit bei Gott. Und hat sich uns jetzt an Weihnachten mitgeteilt. Das dürfen wir als Christen glauben. Die Krippe als Zeichen, dass sich der mächtige Gott uns liebevoll mitteilt.
Sterndeuter werden die Drei ja auch genannt. Sterndeuter die vor dem kleinen Baby knien. Gerade das ermutigt mich, sind doch Weltall und Mensch die beiden Größen in der Wissenschaft, die so unbegreiflich sind und Ansporn und Ziel für so viele Denker.
Unsere Gesellschaft erkennt immer wieder, dass Wissen Kapital ist. Hab in der letzten Zeit aber keinen gehört, der gesagt hat, dass Weisheit ein Kapital ist. Weisheit als ein Mehr an Wissen. Weisheit als praxisorientiertes Wissen, wo das Miteinander eine Rolle spielt, wo man aus dem Leben lernt.
Die Könige sind natürlich die eigentlich Beschenkten. Ihr Reichtum, das sie vor dem Jesuskind niederlegen, hat ein Ziel. Der Mensch kreist jetzt nicht mehr um sich selbst. Die Reformierten Christen und wir Benediktiner haben ja das Motto: Damit Gott in allem verherrlicht wird. Er muss immer das letztes Ziel jeder wissenschaftlichen Arbeit, jeder Gewinnmaximierung und jeden Gebetes sein.
Das darf dann kein Stempel sein, den ich auf alles einfach drauf drücke. Sondern muss immer auch meine Gewissenserforschung am Abend sein: Habe ich mit meinem Handeln heute/ letzte Woche Gottes Ehre vergrössert oder wollte ich nur mich wieder ins Rampenlicht rücken?

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