vertrauet auf Gottes Barmherzigkeit

Heute (Samstag) bekam ich den Anruf eines Mannes. Es kommt immer wieder vor, dass Menschen bei uns anrufen, weil sie eine drängende Frage haben. Und da er bei der Diözese nicht durchgekommen ist (es ist ja Samstag), hat er einfach im Stift Admont angerufen.
Ihn beschäftigte eine Darstellung des rechten Schächers in seiner Pfarrkirche. Da wird der rechte, gerettete Schächer eindrücklich dargestellt. Ein Engel hebt ihn empor Richtung Himmel und seinen Retter Jesus Christus; auf der anderen Seite wird der linke Schächer von einem Engel nach unten gedrückt, weg von Jesus, weg vom Himmel.
Der Mann habe jetzt beim Evangelisten Markus nachgeschaut. Und ganz anders als es die Darstellung vermuten lasse, sei da eben nicht von der Rettung des rechten Schächers die Rede:

Und mit ihm kreuzigen sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken.
Und die Vorübergehenden lästerten ihn, schüttelten ihre Köpfe und sagten: Ha! Der du den Tempel abbrichst und in drei Tagen aufbaust, rette dich selbst, und steige herab vom Kreuz!
Ebenso spotteten auch die Hohenpriester mit den Schriftgelehrten untereinander und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten.
Der Christus, der König Israels, steige jetzt herab vom Kreuz, damit wir sehen und glauben! Auch die mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn. Und in der sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land… (Markus 15,27-33a)

Da wird deutlich wie DUNKEL der Evangelist Markus den Tod Jesu zeichnet. Er lässt den Gottessohn dann auch noch schreien:

Eloí, Eloí, lemá sabachtháni?, was übersetzt ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Markus 15,34)

Ganz anders Evangelist Lukas. Selbst in der Todesstunde kann er den Herrn Jesus nur barmherzig zeichnen. Als der Retter, der sich dem Verlorenen zuwendet. So vergibt ER  dem rechten Schächer, der sich bekehrt.

Einer der gehenkten Übeltäter aber lästerte ihn: Bist du nicht der Christus? Rette dich selbst und uns!
Der andere aber antwortete und wies ihn zurecht8 und sprach: Auch du fürchtest Gott nicht, da du in demselben Gericht bist?
Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan.
Und er sprach: Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich9 kommst!
Und er sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. (Lukas 23,39-43)

Bevor ich meinem gestrigen Anrufer die entsprechende Bibelstelle aus Lukas vorlesen konnte, machte er mir klar, warum sein Anruf so dringend sei: Man müsse doch als Christ verzweifeln, wenn der HERR nicht barmherzig ist. Man könne doch einfach in den Tag hineinleben, den ganzen Unsinn der Welt mitmachen, wenn ER nicht barmherzig ist.
Da fällt einem auf: es gibt Angelpunkte des Glaubens. Da mache ich meinen Glauben fest. Und ein solcher ist sicher mein Glaube, dass Gott barmherzig ist. So ein Verbindungspunkt oder sagen wir Knoten, er macht unser Leben freier. Das schaut dann aus wie ein Pendel. Wir können uns bewegen. Und es liegt an uns, dass wir uns nicht am Irdischen festkrallen und unser Pendel zum Stillstand bringen.

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Ein Gedanke zu “vertrauet auf Gottes Barmherzigkeit

  1. „Man könne doch einfach in den Tag hineinleben, den ganzen Unsinn der Welt mitmachen, wenn ER nicht barmherzig ist.“

    Normalerweise hört man es ja immer anders: Wenn Gott so barmherzig ist, kann man ja machen, was man will. Aber es stimmt. Nur wenn er barmherzig ist, haben wir überhaupt eine Chance.

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