Jeremias vs. Status-Quo-Propheten

Propheten haben in unserer Zeit Hochkonjunktur.
Da gibt es Wetterpropheten, die uns sagen, wie in einer Woche das Wetter wird, meistens schaffen sie es gerade mal für die nächsten 24 Stunden.
Es gibt Klimapropheten, die uns sagen wie wir zu leben haben, damit Klimaerwärmung angeblich verhindert werden darf.
Es gibt Propheten, die sich als Statistiker tarnen und jedem die Statistik liefern, die er braucht.
Es gibt (und das ist wahrscheinlich die teuflichste Art von Propheten) welche, die uns sagen, es ist eh alles gut und wir sollen ja so weiter machen, damit auch alles so bleibt. Nennen wir sie mal Status Quo Propheten.
Mit solchen Propheten hatte auch Jeremias zu kämpfen. Der Prophet Jeremias erkennt den Willen Gottes. Er will Unheil von seinem Volk und seinem König abwenden. Und der König hat Berater (oder sollten wir sie Schleimer nennen), die dafür Sorge tragen, dass alles weiter den Bach runter geht. Da darf die Meinung eines Jeremias nicht gehört werden. Weg mit ihm.
Das Wirken Jeremias ist ins 6. und 7. Jh. vor Christus anzusetzen. Es endet mit der Zerstörung des Tempels in Jerusalem 586.
Und genau jetzt, wo alles daniederliegt, setzt der Prophet sein größtes Zeichen: Er kauft einen Acker. Er will damit sagen, dass das Leben in Israel weiter geht. Das wir Hoffnung haben und investieren sollen. Gerade dann, wo alle wegziehen, sich abwenden, setzt Jeremias ein Zeichen der Hoffnung.
Gestern hat in unserm Stift unser Pater Jeremias seine feierliche Profess abgelegt. Für uns auch ein Zeichen der Hoffnung, dass es weiter geht in Admont. Auch wenn wir nicht so viel Nachwuchs haben, wenn die Statistik gegen die Orden und gegen die katholische Kirche in Österreich sprechen: Ein Zeichen der Hoffnung.
Wir Christen glauben, dass Gott Großes mit uns vorhat, dass er uns führt und leitet. Investieren wir auch. Auch wenn es manchmal scheint, dass alles daniederliegt, stecken wir ähnlich wie der Prophet Jeremias etwas hinein.

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