Frühling und Winter der Kirche

meine Predigt am heutigen Peterpaulsonntag:

uff hessisch: De Kirsch sacht me ja nach, des se die Zeit immer e bissi hinerherhinkt. Deswesche du isch heut üwwern Frühling predische. Mir ham eischentlich schon Sommer. Aber des macht nix. Merke me eh nix devon.

Da ist doch dieser arabische Frühling. Diktatoren im Nahen Osten werden gestürzt. Und wir freuen uns. Der Westen unterstützt die Rebellen, die EU pumpt Geld rein. Und raus kommen islamische Gottesstaaten in den Christen geköpft werden, die Menschenrechte mit Füßen getreten werden und Andersdenkende mundtot gemacht werden.
Wie blöd sind wir eigentlich, uns so was als „arabischen Frühling“ verkaufen zu lassen?

Mit dem neuen Papst ist ein Frühling in die Kirche eingezogen. Er geht auf die Leute zu; er ist freundlich zu den Leuten, aber auch bisweilen ernst und zornig, wenn es darum geht, dass was nicht weiter geht. Aber im Großen und Ganze erobert er die Herzen durch seine einladende, offene Art.

Vielleicht war damals in Palästina auch so ein Frühling. Aber ein echter Frühling. Die junge Kirche wächst, die Gläubigen in Jerusalem sind ein Herz und eine Seele.
Was wäre denn mit der Kirche passiert, wenn Paulus gesagt hätte, ja, ich bin jetzt Christ, aber wir haben ja die Apostel in Jerusalem, den Petrus und die anderen, die kümmern sich schon drum? So nach dem Motto: Ja, wir haben ja den Herrn Pfarrer und den PGR und den Kaplan, die machen das schon.
NEIN, können sie auch gar nicht. Sie können nicht alles machen.
Paulus hat gesagt, ich bin jetzt auch Apostel (Gesandter) und werde das Evangelium weiter bringen; er ist den Aposteln in Jerusalem auf die Pelle gerückt, hat gesagt, Du so verstehe ich das nicht, machen wir das doch so.
Er hat gearbeitet für das Reich Gottes.

Diese Woche habe ich vom „Haus der Stille“ in Heiligenkreuz am Waasen ein Infoheft zugeschickt bekommen. Da behaupten die drin, dass jetzt mit dem neuen Papst nach dem Winter (gemeint ist anscheinend Papst Benedikt XVI.) Frühling angebrochen sei.
Meine spontane Reaktion: ein Freschheit! Ich habe wie viele von Euch Papst Benedikt geschätzt. Natürlich hat er einen grundverschiedenen Ansatz als wie sein Vorgänger. Aber diese Verschiedenheit,
ist das nicht typisch für die Kirche?!?
Ist das nicht typisch für unsere Kirche?!?
Macht das nicht unsere Dynamik aus?
Da folgt 1297 einem mächtigen Abt Heinrich, der das Stift Admont reich und angesehen in weltlichen Dingen gemacht hat, ein Gelehrter: Abt Engelbert, der das Stift zu einen Zentrum der Gelehrsamkeit macht.
Da folgt 1958 einem engelsgleichen, erhobenen Pius XII. ein alter, frommer Bauernbub, der dem Heiligen Geist sein Vertrauen schenkt: Johannes XXIII.
Und da folgt einem Gelehrten Benedikt XVI. ein fröhlicher Franziskus.

Ich bin ja ab und zu ein guter Mensch und da versuche ich allem auch etwas Gutes abzugewinnen. Und hat der Winter nicht auch sein Gutes, dass er das Ungeziefer tötet, dass der Bauer mal zur Ruhe kommt. Vom Tourismus in Schladming ganz zu schweigen.
Liebe Schwestern und Brüder, wir brauchen in der Kirche alle Jahreszeiten. Wir brauchen einen Petrus, der uns Orientierung gibt und einen Paulus der uns ab und zu den berühmten Tritt verpasst.
In der Kirche ist nicht alles Holdriho. So trage ich ja heute die Farbe rot, die uns an das Martyrium der hll. Apostefürsten erinnert. Sie haben für ihren Glauben gelitten. Sind für ihr Bekenntnis gestorben.
Und: Denken wir keinen Moment, es wäre ihnen leicht gefallen, sich zu Christus Jesus zu bekennen.
zum Schluss hatte ich das Gedicht von jobo dran gehängt: HIER.

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