Marcelino Brot & Wein

Ein alter Schwarz-Weiß-Film hat viele Generationen von Katholiken tief bewegt: Marcellino Brot und Wein (ganzer Film auf gloria.tv ). Dabei geht es um einen kleinen Bub, der in einem Franziskanerkloster von den Brüdern aufgezogen wird. Der Bub hat keine Mama mehr. Er nennt die Brüder nicht mit ihrem richtigen Namen, sondern benennt sie nach dem, was sie tun: Bruder Bimbam (der die Glocke bedient) und Bruder Grießbrei (der Koch) sind die lustigsten beiden Namen. Die Brüder haben viel Freude mit ihrem Kleinen, aber auch viel Sorge. Bruder Grießbrei verbietet ihm streng auf den Dachboden zu gehen, da dort ein böser Mann. Sei kleine Marcelino macht es schließlich doch. (wie soll es anders sein) Dort steht ein lebensgroßes Kreuz. Marcelino unterhält sich da mit Jesus; und der Herrgott nimmt Teil an den Sorgen. Da, wo unsereins vielleicht sagen würde: „Hab dich nicht so, das wird schon“, da nimmt er Anteil an den Sorgen.
Im Film sieht man nie das Gesicht Jesu, man sieht nur das entzückende (oder verzückte?) Gesicht des Marcelino. Immer wieder kommen sie darauf zu sprechen, dass der Bub seine Mama vermisst. Jesus erzählt dann auch von seiner Mama. Der Bub: „Wo ist deine Mama jetzt?“ Jesus: „Sie ist bei deiner Mama.“ Bub: „Und was machen sie?“ Jesus: „Das was Mütter immer machen. Sie GEBEN. Sie geben alles, was sie haben. Sie geben, bis sie alt werden.“ Bub: „Sind sie dann schrumpelig und hässlich?“ Jesus: „Eine Mutter ist niemals hässlich.“
In diesen einfachen Worten steckt so viel Würde, Wertachtung.
Die namenslose Frau aus dem heutigen Evangeliumwar vielleicht keine Mutter. Aber sie war ebenso ein gebender Mensch. Ein Mensch dem viel gegeben wurde (VERZEIHUNG) und der dann ebenso viel wieder gibt.

Interessant finde ich auch, wie in dem Film mit Schuld umgegangen wird. Die Brüder versuchen alles, um dem Buben seine schweren Fehler zu verzeihen. Man merkt wie sie mit sich ringen und wie sie selbst über sich erschrecken, weil sie ihm eben nicht mehr mit der selben Herzlichkeit begegnen können.

Sind Sie gut im Kopfrechnen; können Sie sich gut Dinge merken? Leider sind wir Menschen gerade dann gut im Rechnen und Merken, wenn es um die Schuld anderer geht. Wenn es darum geht einem kleinen Marcelino oder einer Maria Magdalena die Schuld vorzurechnen.

Bei Jesus ist das dann anders. Er thematisiert die Schuld nicht. Er sieht vielmehr auf das gute Herz. Er stärkt das gute Herz des Buben mit all seinen Sehnsüchten.
Und dies geht nicht nur dem kleinen Bub so, sondern ebenso geht es jedem einzelnen von uns. Vom Heiligen Vater bis zur Arbeiterin in der Firma, vom Heiligen bis zum größten Sünder. Vom gerechten Mann bis zum ärgsten Zöllner und eben BIS ZUR EDELHURE, von der heute im Evangelium die Rede ist.
Was sind ihre Motive, dass sie sich Jesus so nähert? Für den Pharisäer ist klar, dass das unsittlich ist, was sie da tut. Wie oft reden wir schlecht über andere und unterstellen ihnen die übelsten Motive. Wenn ich allein an letzte Woche denke, wie ich oft ich da über andere geurteilt habe…
Die Liebe der Frau im Evangelium ist nicht perfekt. Aber die Liebe wächst und wächst. Ebenso der Glaube: er wächst und wächst.
Schaffen wir in unserm Kloster, in unserer Familie, an unserm Arbeitsplatz auch so einen Ort, wo es möglich ist das Liebe wächst. Hören wir endlich auf die kleinen Pflanzen der Liebe, die rechts und links von uns wachsen,  Erde, Wasser oder Sonne zu nehmen.

ganzer Film auf gloria.tv

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2 Gedanken zu “Marcelino Brot & Wein

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