Dreifaltiger Gott will Beziehung

Gestern war ich mit mehr als 60 Wallfahrern von Sankt Gallen nach Frauenberg zu Fuß unterwegs. Es hat fast die gesamte Strecke ganz leicht geregnet.
Auf der Strecke waren keine Motorräder, keine Radfahrer, dafür viele Autos unterwegs. Die warten alle noch auf besseres Wetter.
Eine Wallfahrt kennt kaum schlechtes Wetter. Schon seit Jahrhunderten machen sich Wallfahrer (etwa aus Sankt Gallen und eben jetzt aus unserm Pfarrverband) an genau diesem Tag auf den Weg. Und das geschieht dann an einem bestimmten Tag, eben der Samstag nach Pfingsten, der Samstag vor dem Dreifaltigkeitsfest.
Das heisst wir Menschen haben einen Kalender und an den halten wir uns auch. Ganz unabhängig von Launen.
Ich glaube, das ist eine große Lebenshilfe. Das man nicht sagt, ach, heute habe ich mal Lust zu beten, zu pilgern, am nächsten Tag Nein, heute mach ich mal Pause, oder bete ich nicht. Letztlich ist ja genauso das Leben eines Mönchs aufgebaut: Das sind Gebetszeiten und ich halte mich daran oder lass es bleiben.
Wenn wir ehrlich sind, ist es dieser Lebenswandel, der es Männern ermöglicht, älter zu werden.
Der Mensch lässt sich also in so ein Korsett stecken. Und er fährt nicht schlecht damit: Die Tageszeiten: Morgen, Mittag, Abend. Die Zeiten des Jahres Advent und Weihnachten im Winter. Ostern und Pfingsten im Frühling. (inkl. Erstkommunion und Firmung) Maria Himmelfahrt im Sommer. Erntedank im Herbst.
Aber lässt sich Gott auch in so ein Gerüst stecken?
Wir Menschen vermessen die Welt. Ordnen, teilen ein… Aber können, ja dürfen wir das auch mit Gott machen. Wo er doch der ganz andere ist; er ist größer; er ist für mich als kleiner Mensch UNERREICHBAR.

Letzten Freitag stand ein riesiger Regenbogen über Gesäuseeingang und Buchau. Diese Naturerlebnisse sind für mich Beweis, dass Gott der Große ist, der ganz andere.

Und doch: Hat sich nicht der ganz Große in der Krippe von Bethlehem ganz klein gemacht. Ist der nicht Mensch geworden.

Hat er sich als Mensch nicht dem Kalender seines Volkes unterworfen und ist zum Osterfest/ Paschafest nach Jerusalem gereist. Hat den Sabbat als höchsten Tag der Woche eingehalten und ist an diesem Tag in die Synagoge gegangen.

Hat Gott nicht unsern Kalender, unsere Tageszeiten so geheiligt.

Nicht von ungefähr sind es ja fast alles Fest, die wir im Jahr feiern, die sich auf das Leben Jesu beziehen: An diesem Tag wurde Jesus geboren, getauft, ist er vierzig Tage in die Wüste gegangen, ist er in Jerusalem eingezogen, ist er verraten worden, am Kreuz einen schmachvollen Tod gestorben. Am ersten Tag der Woche, am Sonntag ist er von den Toten aufstanden; ist er in den Himmel aufgefahren. Und dann am Pfingstfest kommt eine neue entscheidende Grüße ins Spiel: Die Gemeinde von Jerusalem, die junge Kirche; sie empfängt Heiligen Geist.

Und spätestens am Pfingsttag wird klar, um was es G´tt geht. Es geht nicht nur darum, dass er uns Seinen Sohn schickt und wir so erfahren sollen, das ist der Mensch, dem wir folgen sollen; sondern es geht um uns, dass wir durch den Heiligen Geist sein neues Volk. Jeden Bürger, jede Bürgerin des neuen Reiches Gottes will G´tt auf seine Seite ziehen. Gibt Dir und mir die Gotteskindschaft.

Wir haben den Geist empfangen, der UNS in die ganze Wahrheit einführt. Dadurch, dass wir den GEIST haben, dürfen wir als Kirche auch die Texte des Alten Testaments anders lesen/ auf Christus Jesus bezogen lesen. Dürfen erkennen, dass der Sohn schon dabei war, als die Erde erschaffen wurde. Dass alles schon auf IHN HIN geschaffen ist.
Es ist entspricht seinem innersten Wesen, dass er Beziehung mit dem Menschen will. Und so ist er dreifaltig. So ist er schon auf das DU hin geschaffen. So ergreift er mit allen drei göttlichen Personen den Menschen. Mit Gottvater, den wir liebevoll „Vater“ nennen dürfen. Mit Gottsohn, der uns befreit. Mit Gottheiligergeist, der uns Leben schenkt.

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