Bleib geschmeidig

Heute in der Lesung aus der Offenbarung des Johannes ist von einer Stadt die Rede. Von einer himmlischen Stadt, die auf der einen Seite gescheit befestigt ist und auf der anderen Seite viele Tore hat zum herein gehen.
Es ist unser Ziel, das himmlische Jerusalem. Und wir Christen wollen da mal hin. Unser Leben hier ist nur eine Pilgerschaft. Aber da, wollen wir hin. Also ich zumindest.
Wenn man solch ein Neubau plant, muss man allerlei bedenken: Brandschutz und Schutz vor Sturm und Wassermassen gehören sicher auch dazu. Das ist eine Herausforderung für die Bauherren und Bauarbeiter, aber auch für die, die das ganze in Schuss halten und für Sicherheit sorgen. Da kommt es dann auch auf die richtige Kontrolle und ein gutes Miteinander an, was nützt der beste Architekt, wenn ihm die Handwerker fehlen, was nützt der beste Wächter, wenn niemand auf ihn hört?
Ein solches Miteinander beschreibt auch Christus Jesus heute im Johannesevangelium. Ein inniges Verhältnis zwischen Sohn und Vater. Ein so starkes Miteinander – das ist für uns Männer fast schon ein bisschen viel, da wir ja nicht so harmoniebedürftig sind. Und doch gilt das auch für uns und unser Miteinander, um es mit den Worten dieser Fernsehärzte zu sagen: „Bleib geschmeidig.“
In dem Sinn, dass ich mich auf den andern einlasse, dass ich auch mal ihm die Entscheidung überlasse, dass ich dem andern vertraue. So eine Tugend des Gehorsams muss es geben bei der Feuerwehr, sonst funktioniert nichts.
Der Sohn sitzt seit der Himmelfahrt zur Rechten des Vaters. Sie sind auf das Innigste verbunden. Diese Verbundenheit ist Auftrag an uns, dass auch wir die Verbindung mit Gott suchen. Dass wir uns untereinander verbinden. Das gilt besonders für uns Christen.
Klar, dass diese Zeilen vom Evangelisten Johannes stammen müssen; er saß ja beim Abendmahl an der Seite Jesu und hat sich an seine Brust gelehnt. So wie Gottvater und Gottsohn innigste verbunden sind, so sollen auch wir uns innigst mit Gott verbinden.

Plastik „Die Treue der österreichischen Nation“ vor dem „Wien Museum“, Wien 4

Gott ist in sich selbst treu. Er ist uns treu. Und erwartet auch von uns Treue. Treue zu dem, was ich einmal versprochen habe. Immerhin behaupten ja ⅔ der Österreicherinnen und Österreicher, dass Treue zur Liebe dazu gehört. Treu sein kann man seinem Verein, zB eben der Feuerwehr. Treu sein muss man seiner Frau, seinem Mann. Aber auch treu sein gegenüber Gott, was ich in der Firmung einst bestätigt habe.
Das fällt uns Menschen oft gar nicht so leicht. Deshalb lässt uns Christus Jesus auch nicht einfach so zurück, so nach dem Motto: Ich fahr jetzt rauf zu meinem Vater und jetzt schaut´s mal, wie ihr alleine fertig werdet. Er verweist auf den Geist, der kommen wir – den Heiligen Geist, der uns stärkt. 
Und er hinterlässt uns den Frieden. Seinen Frieden. Es ist nicht ein Friede „wie die Welt ihn gibt“, also eben mal einen Waffenstillstand, um Kraft zu sammeln für die nächste Schlacht, sondern ein echter, tiefer, innerer Friede.

Aufs Innigste mit Gott verbinden, das wollen wir jetzt, wenn wir Eucharistie feiern und den Leib des HERRN empfangen. Amen.

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