Stern der Weisheit

Einem Stern sind wir gefolgt.
Liebe Königinnen und Könige. Liebe Sternträger. Liebe Begleiter unserer Sternsinger.
Ihr seid am 26. und 27. Dezember auch einem Stern gefolgt. In unserer Gruppe war es manchmal ganz lustig, zB weil der Stern nicht vorne weg gehen wollte.  Er hat es oft erst als letztes in die Häuser geschafft – wir haben ihn dann aber vor der Wohnungstür immer vor uns gelassen.
Wohin hat uns der Stern letztlich geführt? In die Häuser. Da wo die Sankt Gallener und die Weißenbacher leben. Da gab es kleine Wohnungen, wo nur eine ältere Frau recht einfach lebte und es gab große herrliche Wohnungen mit Steinfußboden, Parkett und einem großen Kamin im Wohnzimmer. 
Und fast jede Wohnung hatte eine Krippe bei der wir dann auch singen durften. Die Krippen kamen im 18. Jahrhundert in unsere Häuser dadurch, dass Kaiser Joseph II. und schon vorher seine Mutter Kaiserin Maria Theresia sich gegen das Aufstellen von Krippen in Kirchen gewandt haben (Quelle). Ein richtiges Verbot hatte es zwar nie gegeben, aber es wurde in den Regionen Österreichs durch entsprechende Beamte brav durchgesetzt. Quasi im vorauseilenden Gehorsam.
Da gab es dann in der Kirche keine Krippe mehr, aber die Bürger wollten nicht drauf verzichten und stellten in ihre Häuser herrlich schöne Krippen auf, die zum Teil bis heute von Generation zu Generation vererbt werden.
GOTT wird Mensch. Dieser unglaubliche Satz des Weihnachtstages soll uns so noch mal besonders deutlich werden. GOTT wird Mensch. Nicht irgendwo in einem hügeligen Land im Osten des Römischen Reiches, sondern hier bei uns. In unseren Häusern will er Gast sein. So sind wir alle eingeladen Hauskirche zu sein, indem wir an der Krippe und beim Herrgottswinkel ein Gebet gemeinsam sprechen. Wir eingeladen, den andern nicht einfach als Konkurrenten zu sehen, sondern als jmd. der genau so ein Gesicht hat, wie es der Menschensohn Jesus Christus hatte. Und auch wir, wenn wir am Morgen oder am Abend in den Spiegel schauen, dann dürfen wir uns bewusst sein. Das ist das mein menschliches Angesicht und eben so ein Angesicht hatte Jesus (OK: vielleicht mit Bart, vielleicht hatte er auch nicht so einen Bauch), aber er war Mensch wie Du und Ich und hat so die ganze Menschheit geheiligt.
Die ganze Menschheit?! Euch fallen bestimmt auf Anhieb jetzt fünf Menschen ein, die Gott sicher nicht gemeint hat…
„Der da, der gehört nicht dazu!“ –> Ja, im Ausgrenzen sind wir groß.
Der heutige Dreikönigstag soll uns zeigen, dass Ausgrenzen ziemlich doof ist.
„Du bist einer von Uns!“ –> Andere zu integrieren, damit tun wir uns schwer.

Heute in der Jesajalesung war davon die Rede, dass ZION Licht werden soll. Zion das ist der heilige Berg Israels. Israel das ist das Volk das Gott sich erwählt hat. Davon erzählt uns das Alte Testament. Und das Altes Testament ist ein ziemlich dickes Buch, soll heißen, da stehen viele Geschichten drin. Geschichten, wo das Volk Israel Gott erfährt und IHM nahe ist. Aber auch Geschichten, wo das Volk weit weg ist von Gott.

Und immer wieder sagt Gott zu seinem Volk: WERDE LICHT. Und das sagt er auch heute zu Uns. Werdet Licht, das ihr Euren Mitmenschen leuchtet.

Und diese Mitmenschen das sind die, die rechts und links von uns stehen. Das sind aber noch mehr. Eben auch die, von denen wir denken, dass sie NICHT dazu gehören.
Das ist in Jesaja 60 von Völkern die Rede, die zum Licht hinwandern. Fremde Völker. Und sie alle, uns eingeschlossen, freuen sich am Licht. Das Licht das in der Krippe von Bethlehem zum ersten Mal für die Welt aufstrahlt.

Unterhalten sich ein paar Frauen über den Dreikönigstag „Also eine Jungfrauengeburt, die kann ich mir ja irgendwie noch vorstellen, aber DREI WEISE MÄNNER?“

In der Tat kommen diese Männer, die heute im Evangelium beschrieben werden, irgendwie untypisch daher: Sie fragen nach dem Weg?!

Vielleicht macht sie gerade das zu weisen Männern? Dass sie sich trauen zu fragen. Das sie merken, hier weiß ich nicht mehr weiter, ich brauch Hilfe.
Doch die Weisheit der Magier ist noch größer. Sie hören auf Herodes, auf ihre innere Stimme und schließlich auf den Traum.
Vielleicht soll das auch für uns heute ein Ansporn sein, wenn wir mal nicht wissen was zu tun ist. Was ist der Wille Gottes? Woran sieht man, ob unser Tun gut ist?
Gott spricht zu uns. Auch in seinen Feinden kann er zu uns sprechen – so wie Herodes zu den Weisen gesprochen hat.
Es gilt aber auch selbst zu forschen und nachzudenken, so wie es die Weisen getan haben. Und es gilt zu träumen und so diese innere Stimme zu erfahren.

Der Stern des neuen Jahres, er ist gerade erst aufgegangen. Folgen wir dem Stern, so dass wir selbst für andere Licht werden. Amen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s