Vollkommene Freude am Jüngsten Tag

Kommender Freitag soll ja bekanntlich die Welt untergehen. Nun kann man dem auf vielerlei Weise begegnen.
Man kann sich zitternd und voller Angst verbarrikadieren. Vielleicht in einem strahlensicheren Bunker und mit vielen Konserven.
Oder man feiert noch mal richtig. Ich glaube da gibt es Weltuntergangsparties.
Oder man lebt einfach so weiter…
Oder man lacht über unsere wissenschaftgläubige Welt, die wahrscheinlich mehr dem Aberglaube huldigt, als es Christen jemals getan haben
Oder man benutzt den Weltuntergang als Aufhänger für die Predigt. <– so will ich es tun.
Die Christen, denen Paulus seine Briefe schickt, sie erwarten den „Weltuntergang“. Wenngleich sie es nicht so nennen. Genauso haben die Christen im Mittelalter damit gerechnet, dass es irgendwann zu Ende sein wird. UND dass ER wieder kommen wird.
Im Alten Testament wird dieser Tag des HERRN keinesfalls als ein froher Tag gedeutet. Er erscheint da als „Tag der Rache“ und „Tag des Zorns“.
Und dies greift Paulus auch in seinen Briefen auf, wenn er etwa schreibt: „Weil du aber starrsinnig bist und dein Herz nicht umkehrt, sammelst du Zorn gegen dich für den «Tag des Zornes», den Tag der Offenbarung von Gottes gerechtem Gericht.“ (Röm 2,5)
Das ist der Jüngste Tag für die, die sich nicht Gott zuwenden.
Auch wir stehen in dieser Erwartung. Aber wie können wir diesen Tag so erwarten und erleben, wie es heute Paulus der von ihm gegründeten und von ihm besonders geliebten Christengemeinde von Philippi schreibt?
„Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Der Herr ist nahe.
Letztlich gibt er auch selbst die Antwort:
Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!
Und auch Johannes der Täufer gibt uns im Evangelium eine Anleitung, wie wir die Freude in Herz bekommen. Eine Freude, die bleibt:
Wer etwas doppelt hat, der gebe eines davon dem, der keines hat.
Verlangt vom andern nicht zu viel.
Tut dem andern keine Gewalt an.
Gebt euch mit dem zufrieden, was ihr habt, Wollt nicht immer mehr…
Was die vollkommen Freude ist, das beschreibt uns keiner besser als unser kleiner Bruder Franziskus von Assisi:

Eines Tages rief Bruder Franziskus bei Santa Maria Bruder Leo und sagte: “Bruder Leo, schreibe!” Dieser antwortete: “Sieh, ich bin bereit!”
“Schreibe, was die wahre Freude ist.
Es kommt ein Bote und sagt, dass alle Professoren von Paris zum Orden gekommen sind. Schreibe: das ist nicht die wahre Freude.
Ebenso, alle Prälaten jenseits der Alpen, die Erzbischöfe und Bischöfe; ebenso der König von Frankreich und der König von England. Schreibe: Das ist nicht die wahre Freude.
Ebenso, dass meine Brüder zu den Ungläubigen gegangen sind und sie alle zum Glauben bekehrt haben. Schreibe: Das ist nicht die wahre Freude.
Ebenso, dass ich von Gott solch große Gnade erhalten habe, dass ich Kranke heile und viele Wunder wirke. Ich sage dir, dass in all dem nicht die wahre Freude ist.
Was aber ist die wahre Freude?
Ich kehre von Perugia zurück, und in tiefer Nacht komme ich hierher, und es ist Winterszeit, schmutzig und so kalt, dass die kalten Wassertropfen am Saum des Habits gefrieren und immer an die Schienbeine schlagen, und das Blut aus diesen Wunden fließt.

Und völlig in Schmutz und Kälte und Eis komme ich zur Pforte, und nachdem ich lange geklopft und gerufen habe, kommt der Bruder und fragt: ‘Wer ist da?’
Ich antworte: ‘Bruder Franziskus.’ Und er sagt: ‘Geh fort! Es ist nicht die schickliche Zeit auszugehen. Du kommst nicht herein.’ Und auf weiteres Drängen antwortet er: ‘Geh weg! Du bist ein einfältiger und dummer Mensch. Du kommst auf keinen Fall zu uns. Wir sind so viele und von solcher Art, dass wir dich nicht brauchen.’
Und ich stehe wiederum an der Pforte und sage: ‘Um der Liebe Gottes willen, nehmt mich auf in dieser Nacht.’
Und jener antwortet: ‘Das werde ich nicht tun.
Geh woanders hin und bitte dort.’
Ich sage dir: Wenn ich Geduld habe und nicht erregt werde, dass darin die wahre Freude ist und die wahre Tugend und das Heil der Seele.
Das ist sie, die wahre Freude von der Paulus spricht. Eine Freude und ein Friede, der trägt und bleibt: „Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.“
Quelle: Vollkommene Freude auf paxetbonum.de

Fürbitten „Gaudete 2012“
Einleitung:
Am Sonntag Gaudete schimmert die Vorahnung von Weihnachten schon durch den Advent. Voller Freude richten wir unser Gebet an den lebendigen Gott, der uns im Kind von Bethlehem begegnen wird:
Wir beten für die Menschen, die in diesen Tagen belastet sind mit Sorgen um die Zukunft ihres Arbeitsplatzes. 
Für alle, die nicht mehr weiter wissen und zu resignieren drohen.
Wir beten für die Menschen, die sich engagieren in Kultur, Wissenschaft und Forschung und die zu einer friedlichen Entwicklung der Menschheit beitragen.
Für alle, die sich für die Verwirklichung der Menschenrechte stark machen.
Wir beten für die ermordeten Kinder und Erwachsenen in der Schule in Newtown / USA.
Für die Eltern und alle, die mit ihnen zusammen trauern.
Wir beten für die Menschen in Ägypten und überall in der arabischen Welt, die nach Wegen zu Demokratie und Freiheit suchen.
Wir beten für unsere Kinder und Jugendlichen,
besonders für die unter ihnen, die nach Orientierung und Halt suchen. 
Für alle, die sich nach Geborgenheit sehnen und ernstgenommen werden wollen.
Abschluss-Gebet:
Lebendiger Gott, du schenkst uns Jesus, deinen Sohn. Er zeigt uns deine Liebe. Öffne uns für dein Kommen in unsere Welt. Sei du uns nahe, heute und bis in alle Ewigkeit. Amen

Quellen:
Lesungen des dritten Adventsonntags (Schott)
aktuelle Fürbitten (Diözese Trier)

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