Gott verschwiegen

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Letzte Woche hat unsere Chorleiterin auf einmal angefangen von GOTT zu reden. Mein erster Gedanke war: Die muss in der Freikirche sein. So weit ist man… Es ist doch erschreckend, dass wir Katholiken so wenig von IHM sprechen. Da wird vielleicht gebetet, da wird gehandelt. Aber mit dem Reden über Gott tun wir uns soooooo schwer. Kann mir einer sagen, warum das so ist? Oder hat es einfach nur damit zu tun, dass die katholische Kirche in Österreich so sehr Institution ist und man sich vom Herrn Pfarrer alles erzählen lässt, man selbst aber schweigt. Der Kirchenbeitrag macht nicht den Katholiken.
Der Advent ist eine Zeit der Stille und Besinnung. Dies sollten wir wirklich wahr nehmen. Aber ist der Advent nicht auch die Zeit, in der wir von unserer Hoffnung reden. Davon reden, was uns befreit/ was wir von Gott erwarten, von diesem Leben, das uns geschenkt ist, von unseren Mitmenschen, die uns an die Seite gestellt werden.
Seien wir wie die Kerze auf dem Adventkranz Licht für unsere Mitmenschen. Licht, indem wir von GOTT erzählen.
Vielleicht erzählt uns der Adventkranz mehr von der Kirche als jede Predigt.
Wie das LICHT weitergegeben wird, von Kerze zu Kerze. Indem wir von unserm Glauben erzählen. Nicht Huschhusch, sondern langsam und beharrlich.

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Ein Gedanke zu “Gott verschwiegen

  1. Reichlich verspätet mal zwei Versuche einer Antwort:
    1. Die starke ekklesiologische Dimension des Katholizismus fördert weniger das Reden von Gott als mehr das Reden über Gestalten um Gott. Ich sag da immer gern: Der Kirchenraum der Evangelikalen ist leer, da fällt der Schriftzug: „Jesus lebt“ ziemlich auf. Die katholische Kirche ist ziemlich vollgestellt, da muss man das Kruzifix schon suchen und wird von allem möglichen abgelenkt. Leider ist die Antwort vieler Theologen „Dann schmeiß’n wir alles raus, dann sehn wir klarer“. Besser vllt., wir arbeiten daran zu lernen und zu zeigen, wie die zahlreichen Aspekte von Kirche auf IHN hinführen. Aber wem erzähl ich das.
    2. Wer sich z.B. die Apophtegmata durchliest kann feststellen, dass auch die Wüstenväter erstaunlich wenig über Gott reden. Gut, sie reden ohnehin ziemlich wenig, aber wenn dann oft nicht über Gott. Anschaulich beschrieben wird dies in einer Lehrerzählung in „Hesychia. Das Geheimnis des Herzensgebets“: Der alte Starez wird immer schweigsamer, je näher er dem Kern des Gebetes, Gott selber, kommt. Begründung: Er fühlte sich nicht demütig genug, über Gott zu sprechen. Vllt. ist es bei Katholiken, bei mir zumindest ist es oft so, eine Scheu vor dem Allerheiligsten, die unser Reden von Gott zu vorsichtig und damit so selten macht. Evangelikale, für die die Bibel ja DAS Wort Gottes ist, haben diese Scheu nicht.

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