Gabe der Traurigkeit

Predigt zum 28. Sonntag im Jahreskreis (B):
Was muss ich tun, um die Schallmauer zu durchbrechen und um neue Rekorde aufzustellen? (Aus 39 km Höhe mit einem Fallschirm abspringen.) Was muss ich tun, um meine Pension zu sichern? Was muss ich tun um reich zu werden? Was muss ich tun, um gesund und fit zu bleiben? Was muss ich tun, damit mich die Leute mögen?
All diese Fragen hat der Mann aus dem Evangelium heute nicht gestellt. Nein, er fragt, „was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“. Ihm kommt es eben nicht auf Rekorde, Berühmtheit, Sicherheit und X-hundheit an. Nein, das ist für unsern jungen Mann so was von zweitrangig. Nun könnte der Herr Jesus sich ja freuen und sagen: Wow, endlich mal einer, der weiß, auf was es ankommt. Aber in unseren Ohren hört es sich doch erstmal so an, als ob er den jungen Herrn zurechtstutzen will, so nach dem Motto: Hallo, hast du mir nicht zugehört. Nur Gott ist gut ich bin es nicht und da nennst du mich „guter Meister“. Das geht so gar nicht.
Und in der Tat tut er es, weil es ihm ein Herzensanliegen ist /weil sein Vater im Himmel ihm ein Herzenanliegen ist. Da steht nichts drüber. Und Jesus begegnen wir hier als Sohn, der dem Vater gehorcht. Und genauso sollen wir unserm Gott (VATER – SOHN – GEIST) gehorchen. So wie Jesus sich an die Schrift gehalten hat, so sollen auch wir uns an die Schrift halten.
Und jetzt macht Jesus aber, was jeder guter Lehrer/ Pädagoge macht, er baut auf das Wissen des Schülers auf. Nicht SO UND SO musst du es machen, da hast wohl noch nie davon gehört, aber ich bin dein Lehrer, da lernst du das jetzt. Nein. Er sagt: „Du kennst doch die Gebote..?!“ Es ist doch längst in Dir drinn.
Und in der Tat, bleiben Dinge, die wir selber erlernt, gefühlt und durchlebt haben, eher hängen, als irgendein aufgedrücktes Wort.
Deshalb kann auch Glaube an Jesus Christus und seiner Kirche nicht dadurch weiter gebracht werden, dass unser Pfarrblatt und unsere Plakate immer bunter, k-tv (katholisches Fernsehen) immer sehenswerter und …Obwohl ich einen guten öffentlichen Auftritt sehr wichtig finde.
Aber wichtiger ist die Herzbildung. Dass unser Herz gebildet ist. Dass die Gebote Gottes in uns eingepflanzt sind.
Gemeint sind die Zehn Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter!
Gemeint ist das Doppelgebot der Liebe „Du sollst den HERRN, deinen Gott lieben. Aus ganzem Herzen. Aus ganzer Seele. Mit all deinen Kräften.
Du sollst deinen Nächsten lieben. Wie dich dich selbst.
Und jetzt geht der Lehrer Jesus in die Vollen. Er macht wieder das, was ein guter Lehrer macht: Er schaut seinen Schüler an mit dem Blick der Liebe. Und diese Liebe ist eine fordernde Liebe. Eine Liebe, die die Wahrheit nicht verschweigt. Wenn ich sehe, dass der andere in Gefahr ist, muss ich ihn warnen, weil ich ihn liebe. „Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!“
Die Nachfolge Jesu ist keine Nachfolge, die so nach dem Motto: Geh ein paar Schritte mit mir und dann sehen wir schon, wie es sich so entwickelt.
In allen Evangelien wird klar, dass Jesus bescheid was. Er kennt das Herz der Menschen, er weiß, wie das es fähig ist bedingslos zu folgen. Der Mensch ist fähig Gott bedingslos nachzufolgen. Der Mensch ist fähig der Liebe bedingslos nachzufolgen. Der Mensch ist fähig dem Reichtum bedingslos nachzufolgen.
Und das Herz des reichen Mannes hängt am Geld. Und das macht Jesus ihm klar. Der Mann wird traurig. Ihm wird seine Situation klar. Er kann nicht zwei Herren dienen.
Traurigkeit kann eine hemmende Kraft sein, die uns lähmt. Sie kann uns aber auch wecken, kann uns bewusst machen, dass wir schwache Menschen sind.
Beten wir um diese Traurigkeit. Dass wir fähig werden, unsere eigenen Schwächen und Sünden zu betrauern. Dass wir dann auch den zweiten Schritt tun und uns lösen von allem, was uns von Gott trennt. Amen.

verwandter Link:
jobo zum Sonntagsevangelium

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