Geduldiger Eifer des Guten Hirten

Mei, wie die Zeit vergeht. Vier Wochen sind schon wieder seit der Priesterweihe von Pater Augustinus in Graz und drei Wochen seit seiner Primiz in Admont vergangen. Gepredigt hat bei der Primiz ein Priester aus der Slowakei, der in der Erzdiözese Salzburg tätig ist, weil er, so viel ich weiß, in Salzburg seinen Doktor theol. machen will. Thema der Predigt war der „geduldiger Eifer“. Hat mir getaugt. Diese zwei Wörter Geduld und Eifer sind zwei Eigenschaften, die uns als Menschen oft ausmachen. Der eine hat einen feurigen Eifer, aber weder mit sich und noch weniger mit den anderen Geduld. Der nächste ist ziemlich langsam, legt eher weniger Eifer an den Tag, hat aber mit sich selbst  und den andern viel Geduld. Die Mischung macht´s, oder wie der Heilige Benedikt sagen würde „DAS MASS“ (nicht zu verwechseln mit DIE Maß!!!).

Heute ist in den Texten des Propheten Jeremia und des Markusevangeliums vom Hirten die Rede. Er steht hier für Christus Jesus. Gemeint ist aber auch jeder Lehrer, jede Mutter, jeder Vater, jeder der über andere wacht oder Entscheidungen für andere trifft. Auch ein Hirte, ein Lehrer, ein Papi und Mamis usw. müssen Maß halten. 

Auf der einen Seite gilt es Grenzen aufzuzeigen, bis hierher und nicht weiter!! Auf der anderen Seite gilt es RAUM zu lassen. Dem anderen die Freiheit lassen, die ihm zukommt.

Und da die Mitte finden, Nein, das ist nicht einfach.

Genauso ist es für einen Christen wichtig das Maß zu finden zwischen Verkündigung und Arbeit auf der einen Seite und Ruhe und Gebet auf der anderen Seite.

Die Apostel waren unterwegs, haben gepredigt (Verkündigung/ Arbeit) und Jesus sagt jetzt zu ihnen „Ruht euch aus!“

Der Hirte Jesus sorgt sich um seine Herde. Er sammelt sie. Das heisst auch: Er kauft nicht immer neue Schafe hinzu, sondern er kümmert sich ganz und gar um diese seine Schafe. Und da sind (ich sehe es) auch eine Menge schwarze Schafe dabei. UND er will sie alle – mit ihren Fehlern.

Zu Pädagogik Gottes (Kurzerklärung für Ministranten was Pädagogik ist) gehört es auch dazu, dass man den anderen UND SICH SELBER Fehler machen lässt. Gerade die jüngste Hirnforschung sagt uns, wie wichtig Fehler sind. Und das man NUR aus Fehlern lernen kann.

Mir kommt oft vor, dass wir eine abgeschleckte Fasade vorweisen, damit die anderen unsere Fehler ja nicht zu Gesicht bekommen.

Wie wichtig Fehler und dass man daraus lernen kann, zeigt mir zB die Geschichte von Alexander Fleming. 1921 machte er einen riesigen Fehler. Er arbeitete in seinem Labor in London nicht sauber. Er hatte Kulturen angesetzt und irgendwie waren die dann verschmutzt. Es bildete sich ein Pilz. Aber statt die ganze Sache einfach weg zu werfen, schaute er noch einmal nach. Er schaute sich seinen Fehler an. Und da bemerkte er, dass der Pilz die Bakterien zerstörte. Alle weg. So erfand er das Penicillin und rettete damit Millionen Menschen vor ihren Krankheiten.

Gute Wissenschaft ist eine lernende, die Fehler macht. Genauso wichtig ist es auch in der Schule, dass Schülerinnen und Schüler Fehler machen. Man nennt das dann „Kreatives Scheitern“. Der Mensch hat die Freiheit Fehler zu machen.

Schüler müssen auch mal etwas falsch machen dürfen. Nur so bringt man Schüler dazu, weiter dran zu bleiben. Produktives Scheitern.

Gute Wissenschaft und unser Glaube haben etwas gemeinsam: Fehler gehören dazu. Wir machen sie immer wieder und DÜRFEN aus ihnen lernen.

Dieses Lernende, das begegnet mir auch bei Jesus. So wie jeder Lehrer ist auch Jesus im Kern immer ein Lernender.

So merkt er, jetzt reichst einmal. Liebe Jünger, ruht euch aus. Dann sieht er aber den Hunger der Menschen nach Gott. Sie sind durstig und brauchen das lebendige Wasser. Er wendet sich ihnen zu und gibt ihnen das Wasser des Lebens. Er speist sie mit seinem Brot.

So gibt Jesus sein erstes Vorhaben auf. So begegnet uns Jesus heute in seinem geduldigen Eifer. Voll Eifer wendet er sich uns zu, sendet uns, aber ebenso hat er Geduld mit uns.

verwandter Link: Josef Bordat zum heutigen Sonntagsevangelium

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