Trost. nicht Trotz

Neulich in Admont oder Unterlaussa/ Altenmarkt oder sonstwo: „Grias di. Hast du abgenommen?!“ Egal ob Mann oder Frau – das Kompliment hört man gern. Ums Abnehmen geht´s auch beim heutigen Tagesheiligen. Wenngleich seine Statur auch eher dünn gewesen sein mag, darum soll´s heute nicht gehen. Johannes sagt über Christus: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Joh 3,30) Die Menschen nahmen dieses Zeugnis ernst. Die die bisher dem Johannes gefolgt waren, folgten nun Jesus und sein Fest setze die Kirche auf den Tag im Jahr, wo sie annahmen, das die Tage wieder kürzer werden. Umgekehrt dann an Weihnachten. Das Licht der Welt (Christus Jesus) wird geboren. Die Tage werden wieder länger. Das Licht breitet sich aus.

Vom heiligen Johannes feiert man Geburts- und Todestag. Heute seinen Geburtstag und am 29. August seinen Todestag. Im Bauernkalender und im Kirchenkalender ist sein Geburtstag viel bedeutender.

Einmal mehr feiern wir also das Leben. Ich habe es an dieser Stelle schon oft betont, es ist das höchste Gut das wir haben und welchen Stellenwert es hat von der Empfängnis im Mutterleib bis zum Tod das wird an den heutigen Texten deutlich.

Wir sind keine namenlose Wesen, keine irgendwie zusammen gewürfelten Zellklumpen, NEIN! Zitat aus dem Propheten Jesaja: „Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoss meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt.“

Und der Text geht noch weiter. Es ist von einem Knecht die Rede und man kann ihn auf das Volk Israel, auf seine Propheten, auf seinen Propheten Johannes, auf Jesus oder seit unserer Taufe auf jeden einzelnen von Uns beziehen. Ja wir sind berufen. Wir sind durch unsere Taufe seine Propheten und so können wir als sein Volk beten: „So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt und mein Gott war meine Stärke.“

Diese ergreifende Aussage macht der Gottesknecht nicht auf der Woge seines Triumphes, sondern in seinem tiefen Scheitern.

Ein geköpfter Johannes, ein gekreuzigter Jesus sind menschlich gescheitert.

Und in diesem Sinne des Scheiterns spricht auch der Gottesknecht: „Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan. Aber mein Recht liegt beim Herrn und mein Lohn bei meinem Gott.“

In diesen Wort soll kein Trotz liegen, sondern Trost. Hört sich so ähnlich an (Trotz-Trost), ist aber was ganz anderes. Trotz läuft gegen etwas, gegen eine Person. Hass, Abneigung wird auf einmal zur Motivation. Nein, darum geht es dem Gottesknecht nicht. Trost kommt von Innen. Ich fühle, dass ich nicht allein bin. Ich weiß, dass ich von IHM geliebt bin. Das ich wertvoll bin. Der von Gott geliebte Mensch.

Danke, Jesaja, Johannes und Jesus, dass ihr mich daran erinnert, I HAB EINEN MEHRWERT. ICH BIN EIN GOTTESKIND.

Elisabeth und Zacharias aus dem heutigen Evangelium sind auch solche Gestalten. Uralt, können keine Kinder mehr bekommen. Abgesschrieben.

NEIN. Bei Gott ist keiner abgeschrieben. Er ist treu und hält zu uns.

Was der Vater des Zacharias gesungen hat, das singen wir Priester und Mönche jeden morgen:

Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen;er hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David. So hat er verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten. Er hat uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen; er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an seinen heiligen Bund gedacht, an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat; er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage. Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden. Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, Du bist der verheissene Messias und Heiland:

– Johannes hat für dich Zeugnis gegeben. Hilf den Glaubenden dich durch Wort und Tat zu bezeugen.

– Die Geburt des Johannes hat vielen Freude bereitet. Segne die Mütter, die guter Hoffnung sind.

– Johannes wuchs heran und erstarkte im Geist. Stärke die heranwachsende Generation im Guten.

– Johannes bedeutet: „Gott ist gnädig.“ Schenke den Menschen im Paltental und überall, wo das Unwetter Schaden angerichtet hat, wieder Hoffnung und hilf ihnen beim Reinigen und Wiederaufbau.

Heiliger Gott, lass uns treu den Weg deiner Gebote gehen, den Johannes der Täufer gewiesen hat. So bitten wir im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

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