das Gottesreich und seine Zinsen

Das Geschehen am Kreuz ist nicht nur für irgendein kleines Grüppchen. Nein. Heute im Evangelium ist davon die Rede, dass auch Griechen nach Jerusalem ziehen. Und auch unter dem Kreuz stehen eben nicht nur Juden (also Volksgenossen Jesu), sondern eben auch die Römer, die mit der jüdischen Religion und dem jüdischen Brauchtum herzlich wenig zu tun haben.

Das Geschehen am Kreuz – es gilt der ganzen Welt. ZZ weilt unser Heiliger Vater Papst Benedikt XVI. in Mexiko. Auf allen Kontinenten ist der christliche Glaube zu Hause.  Dass Menschen in China, im Südsudan, in Kalifornien, in Brasilien oder in Österreich an Christus glauben, dass sie ihn am Sonntag und in ihrem Alltag ihr Herz schenken, das ist eine Frucht, die aus dem Kreuz erwächst.

Und es ist gerade dieser totale Gegensatz der meinem und ich hoff auch Deinem bzw. Ihrem Leben Sinn gibt: Jesus stirbt am Karfreitag am Kreuz. Er ist allein gelassen und kann nicht mehr glauben. Ein Bild der Hoffnungslosigkeit. Und dann auf der anderen Seite die zwölf Apostel, unser Ordensvater Benedikt, Franziskus, Ignatius, Johannes Paul II. und all die Heiligen und Seligen der Kirche, die das Reich Gottes in alle Ländern der Erde tragen. Authentisch und voller Einsatz.

Da ist das Ringen und das Beten des Einzelnen (nämlich Christus) und da ist der Lobpreis der Zwei Milliarden Christen.

Um die Größe des Reiches Gottes uns klar zu machen, verwendet Jesus Christus viele Bilder: Das Senfkorn – so klein und der Baum der daraus wächst so groß. Heute im Evangelium nimmt er das Bild des Getreidekorns: Aus einem Korn bilden sich in jeder Ähre etwa 25 bis 40 Körner. Es handelt sich also nicht einfach um eine Verdoppelung, sondern es sind neun Monate später 30 mal so viele Körner vorhanden.

Vielleicht würde man heute eher ein Beispiel aus der Finanzwelt bevorzugen: Wenn der heilige Josef für seinen Sohn Jesus ein Sparbuch bei der Raika oder bei der Sparkasse angelegt hätte (vorausgesetzt die hätte es damals schon gegeben), er hätte einen super Zinssatz von 5 % ausgehandelt und auf dieses Sparbuch einen Eurocent im Jahre Null eingezahlt. Wie wieviel Geld hätte er heute?

Gut 2000 Jahre später. Schätzen sie?! Er hätte 295 Milliarden Weltkugeln aus purem Gold.

Auf dieses unmögliche System ist unsere Finanzwelt aufgebaut.  DA funktioniert es nicht auf Dauer und dieses System wird früher oder später scheitern. Aber beim Gottesreich ist es anders. Den hier ist nicht der Mensch in seiner Gier am Werk, sondern Gott. Und Gott ist nicht gierig nach Macht und Geld, sondern er dient. Ein Kapitel später nach dem heutigen Evangelium schreibt der Evangelist von der Fußwaschung. Gott geht auf die Knie.

Er macht es uns vor. Wir sollen nicht auf Würde achten, uns nie für etwas besseres halten.

Gott weiß aus der Erfahrung, die er mit den Menschen gemacht hat, dass sie sich in den Dingen der Welt gern verlieren. Was das sein könnte, da müsst Ihr Euch selber fragen. Es sind alltäglich Dinge, die uns binden und unfrei machen: Es sind Idealbilder denen wir hinterhächeln. Es sind Feindbilder, die wir uns aufbauen, und wo wir dann über den andern urteilen. Es sind Heilsteine, Horoskope, irgendwelche Idolde, denen wir hinterherlaufen. Alles Dinge dieses Welt, die ein Christ ablehnen soll.

Doch JA: Wir Christen sind von der Welt, aber unsere Heimat ist nicht hier.

Christen sind wie Zugfügel. Wir ziehen weiter. Eine Sehnsucht treibt uns an. Eine Sehnsucht, die viel weiter geht.

Wenn wir diese Sehnsucht nach dem Reich Gottes nicht in die Tat umsetzen und statt dessen hier auf der Erde rumkauern, dann wird auch über uns eines Tages Gericht gehalten, denn dann gehören wir ja zu dieser Welt.

In diesen zwei Wochen der  Passionszeit gilt es seine Einladung anzunehmen. Christus Jesus hängt am Kreuz. Seine Arme sind ausgebreitet. Sie laden uns ein zu ihm zu kommen.

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