DIE ZEHN GEBOTE

Die Sintflut steht stellvertretend für das Leid, das in der Schöpfung und in der Menschheit immer wieder überhand nimmt. Warum lässt Gott das zu? Ich stelle mir diese Frage immer wieder. Viele Menschen scheitern an dieser Frage und wenden sich dann von Gott ab. 
Gott hat doch einen Bund mit Noach und mit der Menschheit geschlossen und gesagt: „und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch vernichtet.“ Hat ER sich an dieses Versprechen gehalten? Oder kann man einfach dem Umkehrschluss machen (der da heißt): Wir Menschen halten uns nicht an den Bund, treten seine Gebote mit den Füßen und bekommen dann in zahlreichen Naturkatastrophen (zu erwähnen seien nur die jüngsten Lawinenabgänge), aber auch in den vielen Krankheiten (Krebs) die Rechnung dafür. Wie schaut dieser Bund zwischen uns und Gott aus? Auf was beruht er? Die Israeliten waren sich klar, auf was er beruht. In der Bundeslade, die der Mittelpunkt des Bundes zwischen Gott und den Menschen war, lagen die zwei Tafeln der Zehn Gebote. Sie waren DIE Richtschnur für den Bund zwischen Mensch und Gott. In den Vierzig Tagen vor Ostern geht es darum, dass wir uns des Bundes bewusst werden, den Gott mit Uns geschlossen hat; mehr noch, dass wir diesen Bund erneuern. Wir denken an Noach, der vor der Flut gerettet wurde, weil er auf Gott gehört hat. Er wird in Gen 6 als ein Mann beschrieben, der gerecht, untadelig und MIT GOTT lebte. Man erkennt an dieser Beschreibung schon, die Richtung, die uns auch in den Zehn Geboten gegeben werden: Mit und Für Gott leben und mit und für die Mitmenschen leben. Unser Leben mit Gott und unser Leben mit den Menschen gehört zusammen und lässt sich nicht auseinander dividieren. An Noach richtet Gott seinen Auftrag die Arche zu bauen. Die Stelle, die wir heute gehört haben steht drei Kapiteln später – Gen 9: Gott hat Noach, seine Familie und die Tiere auf der Arche gerettet. JETZT schließt er einen Bund mit Noach und der Menschheit. Immer wieder ist im AT davon die Rede, wie Gott einen Bund mit den Menschen schließt. Und der wichtigste und bedeutendste Bund ist der am Sinai. Das Volk, das aus Ägypten auszog – von Gott aus der Sklaverei befreit wird, rennt in der Wüste (zum Teil ohne Orientierung?) umher. 40 Jahre lang. Und da schließt Gott mit ihnen diesen Bund. In diesem Bund gibt Gott seinen Willen bekannt: Das sind die Zehn Gebote. So darf man den Zehn Geboten eine Präambel voran stellen, die so auch in der Bibel steht: „Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.“ Also immer, ob bei Noach, Mose und schließlich bei unserm Herrn Jesus steht vor dem eigentlich Bundesschluss die rettende Tat Gottes: Er rettet vor der Sintflut, er befreit sein Volk aus Ägypten UND er besiegt den Tod am Kreuze. SEIN Heilshandeln an uns kommt zuerst und das Einhalten der Gebote Gottes ist unsere Antwort. Ich möchte an den folgenden Sonntagen ein wenig auf diese Gebote eingehen und sie uns vertrauter machen. Gerade bei so einem Winter wie heuer sind Wegmarkierungen unheimlich wichtig. Die großen Stangen, die am Straßenrand heraus ragen, helfen den Schneefahrzeugen den Fahrbandrand zu erkennen. Gottes Gebote sind auch solche Wegmarkierungen, die uns helfen sollen auf dem Weg zu bleiben. Doch wichtiger als diese Wegmarkierungen ist das Räumfahrzeug. Ich stelle mir das so vor, dass das von Gott gefahren wird. Er hat uns befreit (Rettung vor der Sintflut, Rettung aus dem Sklavenhaus Ägypten, Rettung am Kreuz). UND er hat sich uns mitgeteilt. Seinen Namen dem Mose offenbart. Auch das steht ja in der Präambel der Zehn Gebote: „Ich bin Jahwe!“ Ich würde das nicht so sehen, dass wir jetzt auf einer Augenhöhe mit Gott sind, aber doch so, dass ER sich UNS mitgeteilt hat. Er hat SEIN Wesen für UNS geöffnet. Das erste Gebot: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Hier denke ich an die vielen Idole, die wir im Leben haben: Geld, Einfluss, Erfolg, Schönheit, Jugend. Alles Dinge die an sich OK sind und wofür man Gott danken darf. Aber man darf sie nicht an Gottes Stelle setzen. Man darf sich ihnen nicht verschreiben. Genauso geht es hier um Wahrsagerei. Hier denke ich an astroTV , an Zukunft lesen im Kaffeesatz. Beim ersten Gebot denke ich auch an die Atheisten und Agnostiker, die Gott ablehnen oder denen er herzlich egal ist. Atheist zu sein, ist nicht automatisch eine Sünde: Was ist mit Menschen, die den liebenden Gott nie erfahren haben? Die an Gottt glauben wollen, aber nicht können? Viel schlimmer ist es, wenn man den Glauben als wahr erkannt hat, aber dann keine Anstrengungen unternimmt. In den Zehn Geboten gibt es auch zwei, die von Juden und protestantischen Sekten viel ernster genommen werden. Man kann dann geradezu der katholischen Kirche unterstellen, sie würde Gottes Gesetz relativieren. Es geht dabei um das Verbot sich ein Bild von Gott zu machen und um das Gebot den Sabbat zu halten. Beides, so könnte man meinen, wird ja bei den Katholiken nicht sooo ernst genommen: Wir glauben ja, dass Jesus Sohn Gottes ist, das er einer der drei Personen Gottes ist. Und wieviele Bilder machen wir uns von ihm? Und die orthodoxe Kirche steht dem natürlich in Nichts nach. Die Begründung für diese Bilderverehrung liegt einmal darin, dass wir den verehren, den das Bild beschreibt. Wir verehren ja nicht die Statue, das Holz des Gekreuzigten oder das Bild an sich, sondern den, den es darstellen soll. Durch Gottes Menschwerdung ist GOTT nicht mehr der absolut UNVORSTELLBARE. Sondern JESUS Christus selbst ist ein Bild, das uns Gott von sich auf die Erde gesandt hat. NUR in dieser Tradition dürfen wir uns Bilder von Gott machen, so wie Gott uns Seine Ikone Jesus Christus geschenkt hat, dürfen auch Künstler ein Bild von Gott zeichnen. Mit dem dritten Gebot ist es ähnlich. Du sollst den Sabbat heiligen. Gott scheint dieses Gebot so wichtig zu sein, dass es das längste ist. Es wird ausformuliert, ergänzt, begründet:

12 Achte auf den Sabbat: Halte ihn heilig, wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat. 13 Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun. 14 Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat. Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du. 15 Denk daran: Als du in Ägypten Sklave warst, hat dich der Herr, dein Gott, mit starker Hand und hoch erhobenem Arm dort herausgeführt. Darum hat es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht, den Sabbat zu halten.

Die Kirche hat aus dem Sabbat einfach den Sonntag gemacht und jetzt fragen uns die Gläubigen der Siebentageadventisten, was mutet ihr Katholiken euch zu, dass ihr Gottes Gebot umschreibt? Klar müsste sein, dass man in der Bibel nicht einfach etwas abändern darf. Erst recht nicht bei so einem Kerntext, wie es die Zehn Gebote darstellen. Die Kirche glaubt, dass sich mit der Auferstehung Jesu Christi ein wesentlicher Wandel an der Schöpfung vollzogen hat. Sie ist nicht mehr dem Tod ausgeliefert. Der Tod ist nicht das Ende. Und eben das wird deutlich am ACHTEN TAG. Es ist der Sonntag. Der Tag an dem die Welt in Christus neu wird. OSTERN. So beten wir auch in der Osternacht: „Du hast den Menschen wunderbar erschaffen und noch wunderbarer erlöst.“ Und doch frage ich mich, ob nicht auch der Samstag, der Sabbat, im Leben von uns katholischen Christen eine besondere Rolle einnehmen soll?! Jesus Christus hat ihn gehalten. UND: Es ist der Tag der Grabesruhe (der Karsamstag). Es ist der Tag den Gott gesetzt hat, nachdem die Welt erschaffen war. Der Tag der Ruhe. Wir sind von Gott ermächtigt, unsere Arbeit ruhen zu lassen und neuen Atem zu schöpfen.

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