Medjugorje 2011

Wenn man in diesem Monat bei der Nachrichtensuche den Begriff „Medjugorje“ eingibt, trifft man vor allem auf zwei Nachrichten, die allerdings unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist ein österreichischer Heide, der mit einem Bus nach Medjugorje gereist ist und in einem Buch seine Gedanken niederschreibt. Und da ist in einer anderen Nachricht von einem „Mädchen Berlusconis“ die Rede, die sich radikal zu Jesus Christus bekehrt hat und das eben – wie sollte es anders sein – in Medjugorje.

Beide Nachrichten stehen für mich exemplarisch für unsere Zeit. Ich will Ihnen beide Meldungen kurz vorstellen und sie auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen.

Thomas Glavinic beschreibt in seinem Roman „Unterwegs im Namen des Herren“ eine Pilgerfahrt nach Medjugorje. Ich muss gestehen, dass ich auch schon mal eine ähnliche „Pilgerfahrt“ unternommen hatte. Mitte der 90er war ich in Taizé. Mit vielen Vorurteilen bin ich da hingereist. Nur mal ein paar Stunden um zu schauen. Und in meinen Vorurteilen wurde ich auf wunderbare Weise bestätigt: Ein Sektendorf. Nicht katholisch.

Es kommt immer auch darauf an, mit wem man irgendwo hin fährt und wie man innerlich drauf ist. Ob man bereit ist zu hören oder die Ohrenstöpsel in Betrieb hat, die einem durch Musik Ablenkung verschaffen… Was sagt der Geist, der in mir wohnt.

Glavinic unterstellt den Pilgern darin „viel Heilsegoismus“. Dieses Wort löst bei mir erst einmal positive Reaktionen aus. Jeder Mensch muss sich schließlich selbst bemühen heilig zu werden. Das kann ich nicht den anderen überlassen. Anderseits erwarten wir das Heil ja nicht von uns selbst, sondern von Jesus Christus. Er ist – wie wir heute in der ersten Lesung gehört haben – „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten.“ „Durch Jesus Christus haben wir Gnade und Apostelamt empfangen, um in seinem Namen alle Heiden zum Gehorsam des Glaubens zu führen…“

Kein Kirchenmann – selbst wenn er Paulus heißen würde – ist aus sich heraus Apostel, Bischof oder Priester; genauso ist auch jeder Gläubige nur durch Jesus gerettet – In Jesu Christi Namen werden wir durch die Apostel, Bischöfe und Priester zum Gehorsam des Glaubens geführt.

 

Vielleicht hat der Autor Thomas Glavinic in Medjugorje ein Wunder erwartet, so die meisten Menschen um Jesus herum?! Zitat heute aus dem Evangelium: „Sie fordern ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona.“ Ein Gnadenort im Sinne Jesu ist also dort, wo Bekehrung stattfindet. In Ninive, wo Jona gepredigt hat etwa. Jona erinnert mich in diesem Zusammenhang auch an das Priesterbild, das wir als Katholiken haben: Jona glaubt nicht, dass Ninive sich bekehrt und er will auch gar nicht, dass es sich bekehrt. Und trotzdem tut Gott dies DURCH Jona. Ninive bekehrt sich.

So kann man Amt und Person des Priester trennen. Man kann sich dessen sicher sein, dass die Sakramente gültig gespendet werden, selbst wenn der Priester der größte Sünder ist. Dennoch sind wir als Priester auf dem Weg unsere Christusbeziehung auf das Innigste zu vervollkommenen, dafür bitte ich Euch weiter um Euer Gebet.

 

Ein Argument der Heiden unserer Zeit kann ich nicht mehr hören. Sie geben sich tolerant und unterstellen uns im gleichen Atemzug wie intolerant wir doch sind. In diesem Zusammenhang wird dann immer verlangt, dass sich Kirche aus der Öffentlichkeit zurückziehen soll.
So sagt der eben erwähnte Buchautor Thomas Glavinic „Ich habe nicht das geringste gegen Gläubige, jeder soll machen, was er will. Bloß die Präsenz der Kirche im öffentlichen Leben ist problematisch. Warum muss ich etwa meinen Sohn jedes Jahr vom Religionsunterricht abmelden? Das ist eine Schikane.“

Lieber Brüder und Schwestern, hier geht es darum, dass im Namen der Toleranz die Kirche zum Rückzug aufgefordert wird. Letztlich geht es darum, eine brennende Kerze luftdicht unter ein Glaskuppel zu stellen.

Ich möchte nochmal auf das Zeichen des Jonas zurückkommen, dass Jesus heute im Evangelium anspricht. Das sind die Früchte von Medjugorje. Ich habe den Kritikern immer gesagt: Schaut euch die Landkarte dieses Wallfahrtsortes an. Da ist ein Erscheinigungshügel und da ist ein Kreuzberg. Schaut euch die Tagesplanung an diesem heiligen Ort an. Da sind Rosenkränze. Aber Höhepunkt ist immer die Heilige Messe. Die Anbetung. Und das Zentrum des Rosenkranzes ist immer Christus selber.

 

Das eigentlich Wunder von Ninive und Medjugorje sind die Bekerhungen. Ähnlich berichtet auch ein zweiter Zeitungsartikel von der „Flucht ins Kloster“. Ania Goledzinowska war einst ein Partygirl von Berlusconi.

„Mittlerweile hat sie ihr altes Leben aufgegeben und Zuflucht in einem Kloster im Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien und Herzegowina gefunden. „Ich möchte den Schmutz nicht mehr machen, ich will jetzt rein sein“, sagte sie. Um fünf Uhr morgens beginne ihr Tag mit Beten. Danach folgten Haushaltstätigkeiten wie Kartoffelschälen, Bügeln und Toilette putzen.“

«…ich bin glücklich. Wenn du die Liebe Gottes kennst, nichts anderes auf dieser Welt, kann dir dieses Glück und diese Gelassenheit geben. Im Leben gibt es zwei Wege … einen sehr, sehr breiten Weg … viele Leute kümmern sich um nichts, gehen diesen breiten Weg … sie erkennen nicht, dass es am Ende der Strasse einen Abgrund hat…»

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