Psychopharmaka an Maria Himmelfahrt

Wer schafft es in seiner Predigt an Maria Himmelfahrt Psychopharmaka zu erwähnen? Ich!

Mit Leib und Seele ist Maria in den Himmel aufgenommen. 

Glauben wir überhaupt, daran dass man mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wird? Dass eine Seele dem Leib entfläucht und aufsteigt, dass kann man irgendwie noch nachvollziehen. Aber der Leib?!

Als sich das Christentum in den ersten Jahrhunderten verbreitet hat, ist man auf griechische Weltbilder gestoßen, die man zum Teil hergenommen hat und übernommen hat, die man aber zum Teil auch bewusst verworfen hat, da sie mit unserem Glauben eben nnicht übereinstimmen.

So lehrte der Grieche Platon, dass der Leib nur die Hülle ist, in der die Seele wohnt. Der Leib ist gleichsam ein Gefängnis aus dem es beim Tod auszubrechen gilt. Man kann sich vorstellen, dass solch ein Bild eine gewisse Leibfeindlichkeit mit sich bringt.

Ganz anders Aristoteles, der eine Einheit von Seele und Leib kennt. Dieses Bild hat dann auch das Christentum übernommen. Die Seele formt den Leib. Leib und Seele bilden ein miteinander. Und wenn die Seele keinen Leib hat, dann fehlt ihr irgendwas. Ich glaube dass wird an zwei Beispielen deutlich.

Wenn man Schizophren ist oder wenn man starke Depressionen hat, dann werden einem Psychopharmaka verabreicht. Nun kann man da entsprechend drauf reagieren. Alle körperlichen Schwächen lassen wir durch Medizin heilen. Aber die Seele?! Ja, auch die Seele, den Leib und Seele gehören zusammen und es ist keine Schande, wenn der Arzt in einem Medikamente verabreicht. Er hilft einem dazu, dass ein Leben in Freiheit wieder möglich ist.

Keine Angst, ich werde nicht von der Pharmaindustrie bezahlt; aber ich will in aller Deutlichkeit darauf hinweisen, dass der Herr den Menschen Mittel zur Verfügung gestellt hat, durch die man Hilfe bekommen kann und dass man die Pflicht hat Hilfe anzunehmen.

Leib und Seele bilden eine Einheit und wenn ich dem Leib durch Sport, Lichteinstrahlung und in besonders schwerwiegenden Fällen durch Medikamente auf die Sprünge helfe, tut das auch der Seele gut.

Einem schwer kranken aber gläubigen Menschen wird mitgeteilt, dass er sterben wird. Der Arzt tritt an ihn heran und teilt ihm die Botschaft mit. Er sagt dabei, aber die Seele wird ja weiterleben. Ja die Seele wird weiterleben. Aber sagen sie mal einem Mann/ eine Frau, deren Bein amputiert wird, sie haben ja noch ein zweites Bein. Der Verlust des Lebens, der Verlust der körperlichen Unversehrtheit wiegt schwer und darf nicht einfach durch halbherzige Vertröstungen weggeredet werden.

Wenngleich wir bei Gott mit Seele und Leib weiterleben werden.

Die Legende sagt, dass es auch wieder der Apostel Thomas war, der zu spät zum Begräbnis der Gottesmutter gekommen ist. Kennen wir alle – notorische ZU-SPÄT-KOMMER. Schon bei der Erscheinung des Auferstandenen Christus hat er er nicht geschafft. Jetzt schafft er es schon wieder nicht. Maria liegt schon ein paar Tage im Grab. Thomas will sie sehen. Wir kennen das vielleicht. Erst wenn man den toten Leib gesehen hat, tut man den Tod realisieren. Das Grab wurde aufgemacht: Der Leichnam nicht mehr da. Statt dessen riecht man herrlichen Blumenduft. Daher kommt der alte Brauch, dass man Kräuter und Blumen am Mariä Himmelfahrtstag segnet.

Maria ist Teil der neuen Schöpfung. Sie hat nicht wie Eva und Milliarden anderer Frauen bei der Geburt ihres Sohnes Schmerzen gehabt. Auch ihr Leib musste nicht verwesen. Das ist für Gott möglich. WEIL ER ES WILL.

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