heiliger Benedikt, heiliger Franziskus & heiliger Bonifatius

Wir stehen im Leben. Ob groß oder klein. Neben uns sind liebe Menschen, die uns ein Stück dieses Lebensweges begleiten. Da sind unsere Eltern, Geschwister, Freude, Oma, Opa, und viele mehr. Wir werden aber auch von Menschen begleitet, die ganz nah bei Gott sind: Von den Heiligen.

Denkmal des heiligen Bonifazius vor dem Mainzer Dom.

Heute will ich mich als Prediger hier vorne ganz bewusst zwischen drei Heiligen positionieren: Auf dem einen Seitenaltar der heilige Benedikt, unser Ordensvater, da ist auf diesem Seitenaltar der hl. Franziskus, und da ist hinter mir Euer Pfarrer P. Winfried, der den heutigen Tagesheiligen Winfried Bonifatius vertritt. Ah, das heißt, Du hast ja heute Namenstag. Gottes Segen und echt alles Gute Dir, lieber Pater Subprior zu Deinem Namenstag.
Was mir besonders an der Kirche hier auf dem Frauenberg taugt, sind eben diese beiden Seitenaltäre, die den heiligen Benedikt und den heiligen Franziskus zeigen. Beide haben eine Gemeinschaft von Männern ins Leben gerufen, in der sie in besonderer Weise Jesus Christus nachfolgen wollen. Dabei hat sich jeder von ihnen besondere Stellen des NT herausgepickt. Dabei haben sie sich gesagt, so wie des da beschrieben ist, so soll unsere Gemeinschaft sein. So ist der heilige Franziskus einmal in eine Kirche gekommen und da war gerade Messe. Er ist gerade zum Evangelium gekommen. Da hat er gehört, wie der Priester vorne von Jesus erzählt, der seine Jünger aussendet. (Lukas 10,1-24):
Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. 3 Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. 4 Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! 5 Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! 6 Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. 7 Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! 8 Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. 9 Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe. 10 Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, in der man euch nicht aufnimmt, dann stellt euch auf die Straße und ruft: 11 Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren Füßen klebt, lassen wir euch zurück; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe.
Und genauso wollte Franziskus mit seinen Brüdern losziehen, auf Gott vertrauend, keinen ganzen Kleiderkasten dabei, sondern nur ein paar Schuhe, nicht alleine, sondern zu Zweit usw.
Der heilige Benedikt, der 700 Jahre vor dem heiligen Franziskus gelebt hat, hat sich an anderen Bibelstellen orientiert, wenn es darum ging, ein Kloster bzw. eine Gemeinschaft aufzubauen. Er hat sich die Apostelgeschichte zu Herzen genommen, die wir heute gehört haben. Es ging ihm also um eine Gemeinschaft die im Gebet versammelt ist. „Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet“.
So wie diese erste Gemeinde, die sich nach der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu gebildet hatte, war, so sollte die Gemeinschaft des heiligen Benedikt sein.
So hat jeder Orden in der katholischen Kirche seine eigene Sendung. Bei uns Benediktinern steht sicher mit im Vordergrund, dass wir uns regelmässig zum Gebet versammeln… Bei den Franziskanern steht zB im Vordergrund, dass sie unterwegs sind und auf Gott vertrauend, alle Sicherheiten, die diese Welt bietet aufgeben… Vielleicht hat der heutige Tagesheilige Winfried Bonifatius diese beiden Charismen a weng in sich vereinigt. Keine Angst, ich will aus dem hl. Bonifatius keinen barfüßigen Franziskaner machen, aber ich will doch darauf hinweisen, dass er auf der einen Seite, viel unterwegs war und als Bischof den Missionauftrag Jesu ernst genommen hat. So wie er in allen Tälern und auf allen Bergen in Hessen dem Volk das Evangelium gebracht hat, sollen auch wir Admonter Mönche in der Obersteiermark allen Menschen in allen Tälern und auf allen Bergen das Evangelium Jesu Christi verkünden.
Doch dem heiligen Bonifatius war klar, dass seine Sendung nur bestand hat, wenn er Klöster gründet. Orte also, an denen sich Menschen versammeln, die wie in der Apostelgeschichte einmütig im Gebet verharren.
Orte an denen Jesu „Wort bewahrt“ wird. Jesus Christus geht zu seinem Vater, aber ein Kloster wie Admont oder eine Pfarre bzw. ein Wallfahrtsort wie Frauenberg sind Orte sind statt seiner in der Welt.
Das Schöne an den Heiligen ist, dass sie so verschieden sind. Ein Benedikt, ein Franziskus oder ein Winfried Bonifatius. Sie alle haben auf ihr je eigene Art das Evangelium Jesu Christi gelebt.
Wir alle tragen einen Namen und sind von Gott mit diesem Namen gerufen. Jeder einzelne von uns ist von Gott bei seinem Namen gerufen und jeder soll auf seine je eigene Art das Evangelium leben.
Heute feiern wir den Namenstag Eurer Pfarrers und das ist einmal mehr Grund sich bewusst zu machen, dass jeder einen eigenen Namen trägt und jeder eine ihm eigene Berufung hat.
Findet heraus, wann Euer Namenstag ist, wann der Namenstag Eurer Kinder ist, Eurer Eltern, Eurer Freunde und gratuliert ihnen und betet für sie.
Unsere Heiligen sind im Himmel verherrlicht. Herr ist Titel den wir Gott geben. „verherrlicht“ heißt also, dass wir ganz bei Gott sind. Dabei gehen wir als Indivduum aber nicht verloren. Unser Name und unsere Person bleiben. Wenn wir mal Himmel sind dann sind wir ganz nah bei Gott und bleiben doch die Person, die wir sind.
„verherrlicht“ heißt auch, dass wir im Licht sind. Gerade nach trüben Regentagen wissen wir das Licht wieder zu schätzen.  – kein blendendes grelles Licht.

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