barbara

Heute feiern wir in Hohentauern die heilige Barbara. Dazu meine Gedanken:

Was trägt uns? Für was lohnt es sich zu leben?
Viele von werden sicher auf diese Frage die Familie nennen. Sie gibt unserm Leben Sinn und Halt.
Doch gerade dies scheint Jesus Christus im heutigen Evangelium anzuzweifeln. Vater, Mutter, Sohn, Tochter – sie können zu Feinden werden.
Auch im Leben der heiligen Barbara gibt es zwischen ihr und ihrem Vater einen unüberwindlichen Graben. Sie versucht ihr Leben zu leben. Entscheidet sich bewusst für Christus. Der Vater stellt sich mit aller Wucht dagegen. Schränkt die Freiheit der Tochter ein und sperrt diese gar in einen Turm ein.
Auch heute werden die Freiheitsrechte von Kindern und besonders Töchtern massiv eingeschränkt. Im Westen wie im Osten. Ich denke da an Zwangsehen oder an Bildung, die gerade Mädchen verwehrt wird. Ich denke aber auch an ach so aufgeklärte Eltern, die den Glauben ihrer Kinder nicht pflegen und ihm somit wie einer zarten Pflanze den Nährboden zum Leben nehmen. Nein, ich muss nicht erst in islamische Familien gehen um zu sehen, wie sehr Erziehung und Glaube an einen menschenfreundlichen Gott sich ausschließen können.
„Ich bin gekommen den Sohn mit seinem Vater, die Tochter mit ihrer Mutter zu entzweien.“ Jesus meint hier kein aktives Eingreifen in eine intakte Familie. Vielmehr macht er klar, dass unser Glaube und die damit verbundenen Gesetze höher anzusiedeln sind als das Familienglück.
Die Liebe zu den Eltern ist wichtig, das sagt uns schon das vierte Gebot. Aber Gott sollen wir mehr lieben.
Ich denke an zwei Szenen aus dem Leben Jesu, die das verdeutlichen. Lukas 2,46: „Nach drei Tagen fanden seine Eltern Jesus im Tempel… 48 Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. 49 Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“
Da ist der zwölfjährige Jesus, der schon als Bub die Beziehung zu seinem himmlischen Vater pflegt und damit seinen Eltern blankes Entsetzen in die Augen treibt.
Und da ist der auferstandene Jesus der den Petrus am Ende des Johannesevangeliums fragt: „Liebst du mich mehr?“ Und er stellt diese Frage so eindringlich, ganze drei Mal, so dass er den Petrus schließlich zum Weinen bringt.
Die heilige Barbara hat sich diese Frage von Jesus auch stellen lassen: Liebst du mich!
Und für diese Liebe wurde sie von ihrem Vater abgrundtief gehasst. Denken wir heute Abend an alle, die wegen ihres Glaubens an Gott gehasst werden. Sei es, dass sie um ihr Leben fürchten müssen, sei es dass sie von der Familie, von Freunden oder Arbeitskollegen belächelt, gemieden oder für verrückt erklärt werden.
vgl. Mt 10,38f: Barbara hat ihr Kreuz auf sich genommen und ist dem Herrn nachgefolgt. Sie ist seiner würdig.
Sie wollte nicht das Leben gewinnen. Die heilige Barbara hat das Leben um Christi willen verloren und es somit gewonnen.
Ich glaube, es gibt eine Eigenschaft, die ihr in Hohentauern mit der heiligen Barbara teilt. Ihr seid beharrlich und robust.
Als ich vorhin den Satz von Paulus gehört habe: Röm 8,35: „Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert?“, musste ich sofort an euch denken: Trotz Kälte, Schnee und allerlei Schwierigkeiten haltet ihr stand, seid fröhlich.
Ich wünsche Euch, dass ihr weiter mit Geschick euer Leben meistert und das Licht der heiligen Barbara euer Gesicht zu einem frohen Gesicht mache.

Heilige Barbara, bitte für uns.

verwandte Links: Heiligenlegenden

Texte zur Messe (Schott)

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