Jesus der (Un)Heilsprophet

Texte zur Messe (Schott)

Predigt zum 33. Sonntag im Jahreskreis:
Dank Internet und Fernsehen gibt es viele Möglichkeiten sich verwirren zu lassen. Ein Mann musste zur Untersuchung ins Spital. Vorher hat er sich im Internet darüber informiert, was er für eine Krankheit hat. Er war nachher fix und fertig. In diesem Zusammenhang spreche ich auch gerne von einer gut geplanten Depression.
Oder: Nehmen sie eine Statistik zur Hand. Christliche bzw. einheimische Familie haben kaum noch Kinder. Jetzt kann man so eine Statistik nehmen und kann hoch rechnen, dass Österreich in 50 Jahren so und so ausschauen wird…
Ich gebe zu, dass mich solche Unheilsbotschaften auch immer herunter ziehen. Dass ich mich herunter ziehen lasse.
Es scheint mir gar nicht so leicht diesen Weg zwischen Panikmache und „Es ist eh alles OK“ sprich „Friede, Freude, Eierkuchen“ zu gehen. Einen mittleren Weg, einen konstruktiven Weg, den muss es geben. Warnbotschaften über Wirtschaftskrise, Klimawandel, Massenkirchenaustritte… muss man ernst nehmen. Aber man darf sich von der Panik nicht reiten lassen.

Jesus kündigt im heutigen Evangelium auch Unheilszeichen an. Er spricht von Kriegen, Unruhen, Erdbeben, Seuchen und Hungersnöte. Er hat die selben schrecklichen Bilder vor Augen, die wir Tag für Tag in den Nachrichten sehen.
Diesem Unheil fügt er sogar noch ein weiteres hinzu. Eines das viel schwerer wiegt, als die anderen: Meine eigene Familie, meine eigenen Leute stellen sich gegen mich.
Diese grausige Vision unseres HERRN ist nicht in irgendeine Zeit hineingesagt, die mal kommen wird, wenn der Messias schon lang wieder im Himmel zu rechten seines Vaters sitzt.
Letztlich meint Christus auch sein eigenes Schicksal. Der heutige Evangelientext findet sich im 21. Kapitel des Lukasevangeliums. Kapitel 22 und 23 berichten uns dann schon vom Verrat, der Verurteilung und der Kreuzigung Jesus.
Wenn man die Zeilen liest: 14-15 „Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, sodass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können.“ Denkt man sofort auch an Jesus selbst, der ein Kapitel später vor den Hohen Rat, Pilatus und Herodes geführt wird.
Die Unterweisung, die uns Jesus gibt, ist also keine abgehobene Theorie, sondern er beschreibt einen unangenehmen Weg, den er selbst geht.
Jesus Christus, den König, den wir nächste Woche feiern, er ist nicht zu haben, ohne sein Leiden.
Letzte Woche habe wir den hl. Martin gefeiert. Als er schon älter war, hatte er eine wunderbare Erscheinung: Jesus Christus in herrlichen Gewändern mit aller Glorie. Und Martin hat sofort erkannt, was hier abgeht und hat zur Erscheinung gesagt: „Schleich dich!“ Denn dem „Herrn“ fehlten die Wundmale und in der Tat, es war der Teufel, der sich den hl. Martin schnappen wollte.
Das Leid gehört zu unserm Leben dazu, aber es gibt immer ein höheres Ziel nach dem wir uns ausstrecken müssen.

Mit der hl. Teresa von Avila wollen wir beten:

Nada de turbe, – nichts verwirre Dich,
nada le espante, – lass Dich durch nichts erschrecken.
Quin Adios tine, – Wer Gott hat,
nada le falta, – dem fehlt es an nichts.
Dios no semuda, – Gott ändert sich nicht,
La Dios paciencia todo lo alcanza, – Seine Geduld erreicht alle Dinge.
Dios no se Mut – Gott ändert sich nicht.
Solo Dios basta – Gott allein ist genug.
Basta. – so is es.

Fürbitten:

Gott, das Evangelium fordert uns heraus, die Zeichen der Zeit zu deuten.
Deshalb beten wir in den Anliegen unserer Zeit und unseres persönlichen Lebens:

V: Du Gott des Friedens. A: Wir bitten dich, erhöre uns.

Für alle Frauen und Männer,
die sich in unserer Pfarre ehrenamtlich für die Verkündigung des Evangeliums einsetzen.

Für die Verantwortlichen der G20 Staaten.
Für alle Menschen an Schaltstellen der politischen und wirtschaftlichen Macht,
die für Gerechtigkeit und die Verringerung von Armut arbeiten.

Für die verfolgten Christen in den islamischen Ländern, stehe ihnen bei und schenke ihnen Sicherheit.

Für die Verstorbenen,
die unser Leben in besonderer Weise geprägt haben.

Gott, du allein weißt,
worauf es in unserem Leben und in unserer Zeit wirklich ankommt.
Darauf vertrauen wir, wenn wir unsere Bitten vor dich hin tragen.
Darum loben und preisen wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

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