verlorenes Schaf

Wo läuft es denn hin, das verlorene Schaf? Wo ist sie denn zu finden, die verlorene Drachme? Ich möchte mich heute mit euch auf die Suche nach ihnen machen! ZB das verlorene Schaf. Vielleicht ist es in einen Graben gelaufen. Wir jüngeren Leute kennen die Wege durch den Wald oder auf die Alm oft nicht. Wo ihr Alten als Kinder oft mit Leichtigkeit auf die Berge gesprungen seid, da kennen wir uns nicht mehr aus und verlaufen uns. Und der Gute Hirte findet uns. Begibt sich auch in das trostlose Tal. Egal, wo wir sind, er ist bei uns und findet uns und führt uns zurück zur saftigen Weidefläche. Kluge Kühe sind eher geneigt bergab zu gehen. Im Gegensatz dazu gehen Schafe bergauf immer weiter, obwohl sie damit dem sicheren Tod entgegen gehen. Vielleicht ist das Schaf ja auf dem Gipfel. Zumindest denkt es, dass es auf dem Gipfel war, wie manch ein bekannter steirischer Bergsteiger. Wir denken auch oft, wir wären auf der Höhe, dabei machen wir uns echt was vor. Der Gute Hirt führt uns wieder ins normale Leben zurück, bringt uns auf den Boden der Tatsachen zurück.

In diesen Gleichnisse macht uns Jesus deutlich, dass echte Begegnung zwischen Gott und dem Menschen stattfindet: Der Hirte nimmt das Schaf in seine Hände und führt es. Die gute Hausfrau nimmt diese Münze in ihre Hand und weiß um den Wert der Münze. Hier findet Begegnung  und Berührung statt. Es ist die selbe Begegnung und Berührung, die wir in den Sakramenten erfahren: Wenn das Wasser den Täufling nass macht, wenn der Firmling an seiner Stirn gesalbt wird, wenn wir den heiligen Leib des Herrn in die Hand oder in den Mund gelegt bekommen und ihn schmecken und essen, wenn der Gebrechliche an Stirn und Händen salbt wird.

In dem, was wir sehen, findet etwas viel Tieferes statt. Seine Gnade wirkt. Ich glaube, dass mit „Gnade“ das gemeint ist, was wir im heutigen Tagesgebet „MACHT DER LIEBE“ nennen. Sie durchdringt uns ganz. Und: WIR müssen uns von IHR durchdringen lassen. Bevor dass Schaf überhaupt daran denkt, wieder zurück zu kehren, wird es schon vom Guten Hirten vermisst.

Wenn Gott 99 Schafe zurück lässt, um das eine zu finden, kann man sagen: Gott ist kein guter Mathematiker (Kardinal François Xavier Kardinal Nguyên Van Thuân in seinem Buch ). ER und Seine Gnade haben ganz andere Maßhalten. Auf die weist uns Paulus heute in der Lesung hin. Da ist von der übergroßen Gnade die Rede. Man kann auch von „Überfülle“ sprechen. Überfülle an Vitalität, Gnade und Freude sind exklusive Merkmale Gottes.

Diese Freude wird auch im Evangelium deutlich, wenn davon die Rede ist, dass „auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt“ herrscht.

Unser menschliches Feiern steht im Zeichen dieser Vorfreude. So wie der Hirte und die Hausfrau ihre Freude mit den Nachbarn und Freunden teilen, sind auch wir eingeladen, unsere Freude am Leben mit unseren Mitmenschen zu teilen.

Genauso bringen wir mit unserem Singen und Beten in der Heiligen Messe unsere Freude zum Ausdruck, dass wir Anteil haben an der Macht der Liebe und das wir diese in der Eucharistie erfahren.

Texte der Heiligen Messe

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