Geduld in der Regula Benedicti

Gleich elf Mal kommt das kleine Wörtchen „Geduld“ in der Regula Benedicti vor. Geduld üben muss der Mensch sich selbst gegenüber, wenn etwas nicht immer auf anhieb klappt. Aber mindestens genauso wichtig ist die Geduld gegenüber den anderen Mönchen bzw. Mitmenschen. Wenn ein Mitmensch schmatzt, hustet, zu spät kommt, überhaupt nicht kommt 😦 , nichts mit mir beredet, Lärm mit seinem Rasenmäher macht usw., dann wird heilige Geduld von MIR gefordert.

Dieser Autofahrer hat offenbar auch keine Geduld:

Elf mal Geduld in der RB:

  1. Zu allererst nennt Benedikt den geduldigen Gott. Er hat mit uns Geduld. Deshalb – bittschön – ham auch wir Geduld zu üben. „Weißt du nicht, dass Gottes Geduld dich zur Umkehr führt?“ (Prolog 37)
  2. Die Beharrlichkeit die ein Mönch braucht: „Darum wollen wir uns seiner Unterweisung niemals entziehen und in seiner Lehre im Kloster ausharren bis zum Tod. Wenn wir so in Geduld an den Leiden Christi Anteil haben, dann dürfen wir auch mit ihm sein Reich erben.“ (Prolog 50)
  3. Die Geduldigen gehören vom Abt ermutigt: „zum Fortschritt im Guten ermutige er [der Abt] alle, die gehorsam, willig und geduldig sind; streng zurechtweisen und bestrafen soll er jene, die nachlässig und wider spenstig sind.“ (RB 2,25)
  4. Eines von 74 Werkzeugen der geistlichen Kunst: „Nicht Unrecht tun, vielmehr erlittenes geduldig ertragen.“ (RB 4,30)
  5. Sie gehört zur vierten Stufe der Demut: „Der Mönch übt diesen Gehorsam auch dann, wenn es hart und widrig zugeht. Sogar wenn ihm dabei noch so viel Unrecht geschieht, schweigt er und umarmt gleichsam bewusst die Geduld.“ (RB 7,35)
  6. ebenda: „Selbst bei Widrigkeiten und Unrecht erfüllen die Mönche in Geduld die Weisung des Herrn: Auf die eine Wange geschlagen, halten sie auch die andere hin; des Hemdes beraubt, lassen sie auch den Mantel; zu einer Meile gezwungen, gehen sie zwei.“ (RB 7,41-42)
  7. Der Krankenpfleger braucht Geduld: „Doch auch solche Kranke müssen in Geduld ertragen werden; denn durch sie erlangt man größeren Lohn. “ (RB 36,5)
  8. Der Mann, der ins Kloster eintreten will braucht sie ebenso: Wenn er also kommt und beharrlich klopft und es nach vier oder fünf Tagen klar ist, daß er die ihm zugefügte harte Behandlung sowie die Schwierigkeiten beim Eintritt geduldig erträgt, aber trotzdem auf seiner Bitte besteht, gestatte man ihm den Eintritt..“ (RB 58,3)
  9. Und der Novizenmeister und sein Novize: „Wenn er noch immer bleiben will, dann führe man ihn in den oben erwähnten Raum der Novizen und prüfe ihn wieder in aller Geduld.“ (RB 58,11)
  10. Geduldig soll ich dem Abt meine Bedenken vortragen: „Wenn er aber sieht, dass die Schwere der Last das Maß seiner Kräfte völlig übersteigt, lege er dem Oberen dar, warum er den Auftrag nicht ausführen kann,
    und zwar geduldig und angemessen, ohne Stolz, ohne Widerstand, ohne Widerrede.“ (RB 68,2-3)
  11. last but not least gehört die Geduld zum guten Eifer der Mönche: „ihre körperlichen und charakterlichen Schwächen sollen sie mit unerschöpflicher Geduld ertragen.“ (RB 72,5)
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