Frau Prälatin

Letzte Woche habe ich im Urlaub auch ein mal den Fernseher eingeschaltet – und das zu einer Zeit in der wir in Admont eigentlich unsere Sonntagsvesper singen. Mittlerweile bedienen sich diese esoterischen, oft satanische Mystery-Serien auch des kirchlichen Sprachgebrauchs. Das ganze wird natürlich verballhornt. Da ist dann auf einmal von einer „Frau Prälatin“ die Rede. Ich konnte nicht mehr vor Lachen 🙂

Heute um 17:05 Uhr auf Prosieben: Legend of the Seeker

update 2010-06-20 13:55 Uhr: Die Äbtissinen von Frauenchiemsee wurden laut unserm Prälat früher wirklich als „Frau Prälatin“ bezeichnet.

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2 Gedanken zu “Frau Prälatin

  1. Lieber Hessemonk,

    so verwunderlich ist das für mich nicht, daß die Äbtissin von Frauenchiemsee mit „Frau Prälatin“ angeredet wurde. Dazu muß ich mir nur die vom Heiligen Stuhl verliehenen Ehrentitel anschauen. Was in Deutschland als „Monsignore“ bezeichnet wird, der „Ehrenkaplan Seiner Heiligkeit“, die Anrede, die als Titel verwendet wird, ist die Anrede, die jedem geweihten Priester zustünde. Als nächsthöhere Stufe ist der „Prälat“ bekannt. Dieser Begriff ist die Gattungsbezeichnung höherer Geistlicher, d.h. Bischöfen und den Prälaten nullius Diocesis zu denen auch die Äbte gehören, die über keine eigene Diözese regieren (von Territorialäbten mal abgesehen). Sie stehen aber den bischöflichem Amte nahe, da sie im Kloster die Aufgabe des rechtmäßigen Ordinarius für die Konventualen ausüben. Eine Äbtissin hat wiederum ähnliche Befugnisse wie ein Abt, wenn man die fehlenden priesterlichen Funktionen außer acht läßt.

    Zur Vervollständigung der Ehrentitel will ich noch die „überzähligen Apostolischen Protonotare“ erwähnen, die in altvorderer Zeit gleich den ihnen ehrenmäßig vorrangigen Apostolischen Protonotare mit Amt das Usus Ponticalium innehatten. Ein gewisser Augustiner Chorherr aus Klosterneuburg wird bezüglich der dazugehörigen Cappa Magna einen Seufzer gen Himmel schicken.

    Zum Abschluß noch eine olle Kamelle:
    Eine Äbtissin ärgerte sich darüber, daß der Kaplan der Abtei nicht ihren Ring küssen mußte, wie die ihr unterstellten Schwestern. Sie sandte darob eine Anfrage nach Rom. Nach Monaten bangem Wartens kam die ersehnte Antwort aus der heiligen Stadt:
    Geküßt wird nicht, aber er soll sich ehrfürchtig verneigen, wie vor einer alten Reliquie!

    Herzliche Grüße aus der Werrrerrrra im schönen Hesssseland!
    Marcus, der mit dem C

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